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Hundestaupe bedroht die seltenen Äthiopischen Wölfe

Ein neuer Ausbruch von Hundestaupe setzt den ohnehin seltenen Äthiopischen Wölfen im Bale Mountains Nationalpark im Hochland von Äthiopien zu. Der Park ist eine von sechs Regionen, in denen diese seltene Wolfsart vorkommt. Das Staupevirus wird von Haushunden, die in den Siedlungen am Rand, aber auch im Park, leben, auf die Wildtiere übertragen.

Ethiopian Wolf in bale Mountains
Etwa 450 Äthiopische Wölfe gibt es und die Hälfte davon lebt im Bale Mountains Nationalpark.

17. Dezember 2015 – Die Staupe breitet sich unter den Äthiopischen Wölfen im Bale Mountains Nationalpark im Südosten Äthiopiens aus. Von den insgesamt etwa 450 Äthiopischen Wölfen, die es überhaupt nur gibt, lebt die Hälfte in Bale. Staupe ist eine Viruserkrankung, die von Haushunden auf Wildtiere übertragen wird.

 

Die hoch ansteckende Krankheit breitet sich rapide unter den Hunden in den Siedlungen rund um den Park aus. Das Virus bedroht außerdem besonders die Äthiopischen Wolfswelpen des letzten Jahres sowie ältere Tiere, die nicht dagegen immun sind.

 

 „Dieser Staupe-Ausbruch könnte womöglich eine der letzten Populationen des Äthiopischen Wolfs auslöschen“, befürchtet Neville Slade, der das Bale Mountains Schutzprojekt der ZGF leitet.

 

„Die Todesrate könnte auf bis zu 70 Prozent der Population ansteigen“, so Neville Slade. „Auf jeden toten Wolf, den wir finden, kommen etwa sechs bis acht weitere Wölfe, die wir nicht finden, weil sie von Aasfressern wie Schakalen, Katzen, Hunden oder Adlern gefressen wurden oder weil sie im dichten Busch oder zwischen Felsen verborgen liegen.“ 

Autopsy of Ethiopian Wolf
Obduktion direkt vor Ort: Gewebe- und Organproben des toten Wolfes werden entnommen und an qualifizierte Labore in Addis Abeba geschickt, um die Todesursache zu klären.

Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt unterstützt das Ethiopian Wolf Conservation Programme bei seiner Impfkampagne, bei der Hunde im Nationalpark gegen Tollwut und, seit dem Staupeausbruch von 2010, auch gegen Staupe geimpft werden.

 

Bislang ist die Krankheit noch nicht von den infizierten Wölfen im Web Valley auf die Tiere auf dem Bale Plateau übergegangen. Hier bestünde noch die Möglichkeit kurzfristig zu impfen.

 

Proben, die den ersten toten Tieren entnommen worden waren, wurden am Äthiopischen Public Health Institut in Addis Abeba und an der Animal & Plant Health Agency in Großbritannien untersucht und positiv auf Staupe (Canine Distemper Virus) getestet. Seither wurden elf Kadaver gefunden und fünf infizierte Wölfe, die bereits Symptome zeigten, die für eine Staupe-Erkrankung sprechen.

 

Die Bale Mountains sind der größte verbleibende afroalpine Lebensraum auf dem afrikanischen Kontinent. Auch immer mehr Menschen siedeln inzwischen im Park oder an den Parkgrenzen, derzeit sind es etwa 40.000. Die Haushunde dieser Menschen treffen vermehrt mit den Äthiopischen Wölfen zusammen, was das Ansteckungsrisiko deutlich erhöht.

 

Siehe auch: Ethiopian Wolf Conservation Programme (EWCP)