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Die Geschichte der Spitzmaulnashörner im Frankfurter Zoo

Vor 30 Jahren kamen mit Kalusho und Tsororo erstmals Spitzmaulnashörner nach Frankfurt. Kalusho lebt heute noch im Zoo. Seine drei Nachkommen wurden in Afrika in die Freiheit entlassen.

Vor 30 Jahren, am 17. Juli 1989 kamen die beiden damals zweijährigen Spitzmaulnashörner Kalusho und Tsororo aus Simbabwe im Zoo Frankfurt an. Zu dem Zeitpunkt hatte die Wilderei auf Nashörner im Süden Afrikas einen Höhepunkt erreicht. Um die Tiere zu schützen, gab die Regierung Simbabwes beide Tiere in die Obhut der Zoologische Gesellschaft Frankfurt. Im Frankfurter Zoo waren sie in Sicherheit und sollten für Nachwuchs sorgen. Kalusho und Tsororo sollten zwar nie zurück in ihre Heimat ziehen, ihre Nachkommen aber schon.

Zwischen 1994 und 2001 wurden drei Jungtiere geboren: Akura, Dzimba und Hama. Alle drei wurden als junge Erwachsene nach Südafrika gebracht und dort ausgewildert. Damit verfolgten die Naturschützer ein Ziel: Die Tiere sollten den Genpool der sehr kleinen Population der südlichen Spitzmaulnashörner (Diceros bicornis minor) in Südafrika auffrischen.

Tochter Akura wurde 1996 nach Südafrika geflogen. Sieben Jahre nach ihrem Umzug bekam sie im Marakele-Nationalpark ihr erstes Jungtier. Damit schrieb sie Geschichte, denn sie war das erste in einem Zoo aufgewachsene Nashorn, das in der freien Wildbahn Nachwuchs zur Welt brachte. Drei Jahre später bekamen sie ein zweites Mal Nachwuchs.

Dzimba wurde im Jahr 2000 in den Krüger-Nationalpark umgesiedelt. Leider starb das Nashornweibchen schon 14 Monate später nach dem Verzehr von giftigen Pflanzen.

 

2004 folgte Hama ihren Schwestern nach Afrika und wurde ebenfalls bei ihrer großen Schwester Akura im Marakele-Nationalpark ausgewildert. Dort lebte sie mit Akura und dem Nashorn Bullen Tim zusammen. Im Oktober 2007 wurde Hama tot aufgefunden. Die Todesursache konnte nicht eindeutig geklärt werden, vermutlich starb sie an den Folgen einer Verletzung.

Mutter Tsororo starb an Pfingsten 2016, Vater Kalusho lebt bis heute im Frankfurter Zoo. Mit nur zwei Enkeltieren konnte das Frankfurter Paar zwar nicht signifikant zur Erhaltung der Art beitragen, aber die Frankfurter Tiere waren später ein wichtiger Puzzlestein in einem größeren Tauschgeschäft.

Für den Transfer der im Zoo geborenen Nashörner nach Südafrika erhielt das ZGF-Naturschutzprojekt in Sambia fünf Spitzmaulnashörner einer anderen Unterart für die Wiederansiedlung im North-Luangwa-Nationalpark. Diese Wiederansiedlung war sehr erfolgreich und hat mit dazu beigetragen, dass dort der Bestand auf mittlerweile mehr als 30 Nashörner angewachsen ist. 

 

Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt arbeitet auch heute noch am Schutz der Spitzmaulnashörner und unterstützt Schutzprojekte in Tansania, Sambia und Simbabwe.

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