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Tansanias Elefanten sind dramatisch zurückgegangen

Um rund 60 % ist der Bestand an Elefanten in Tansania in den letzten fünf Jahren geschrumpft. Das Land leidet unter enormer Elefantenwilderei.

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Frankfurt/Seronera,1. Juni 2015

 

Am 1. Juni 2015 hat das tansanische Ministerium für Natürliche Ressourcen und Tourismus offiziell die Ergebnisse des landesweiten Elefantenzensus von 2014 vorgestellt. Demnach gibt es noch 40.400 bis 46.600 Elefanten im Land: Ein Rückgang der Population um 60 Prozent seit dem letzten landesweiten Zensus im Jahr 2009.

 

Umweltminister Lazaro Nyalandu stellte die Ergebnisse des „Great Elephant Census“ gestern (1. Juni) in Arusha vor und sprach von im Zusammenhang mit den enormen Verlusten in Ruaha-Rungwa von einem „Slaughterhouse“, einem Schlachtfeld von Elefanten.

 

Besonders groß sind die Verluste in den Ökosystemen Selous-Mikumi, Ruaha-Rungwa und Malagarasi-Muyovozi. In zwei nördlich gelegenen Ökosystemen, Serengeti und Tarangire-Manyara, ist die Elefantenpopulation hingegen gewachsen.

 

Der sog. „Great Elephant Census“ war von Mai bis November 2014 vom Tansanische Wildtierforschungsinstitut TAWIRI (Tanzania Wildlife Research Institute) in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern in sieben wichtigen Ökosystemen durchgeführt worden. Auch in weiteren Schutzgebieten wurden in dieser Zeit Zählungen durchgeführt, deren Ergebnisse in das Gesamtergebnis mit einflossen. Die ZGF beteiligte sich aktiv am Great Elephant Census. Sie stellte ein Flugzeug mit Pilot zur Verfügung und leistete technische Unterstützung.

 

Das Gesamtresultat des Zensus zeigt, dass derzeit 43.521 Elefanten in Tansania leben (±  3.078). Verglichen mit den Ergebnissen des Zensus von 2009, der sich auf 109.051 (± 5.899) Tiere belief, bedeutet dies einen Rückgang um 60 Prozent innerhalb von fünf Jahren.

Starker Rückgang in ehemaligen Elefanten-Hochburgen

Eine Aufschlüsselung dieser Zahlen zeigt, dass einige Gegenden stärker als andere betroffen sind. Besonders in den ehemaligen Elefanten-Hochburgen Malagarasi-Muyovozi Ökosystem (-81%), Ruaha-Rungwa Ökosystem (-76%) sowie im Selous-Mikumi Ökosystem (-66%) sind die Rückgänge massiv.

 

In den 70er-Jahren gab es allein im Selous Schutzgebiet mehr als 100.000 Elefanten. In den 1980-er Jahren kostete dort die Wilderei-Krise 80 Prozent der Elefanten das Leben, doch die Population erholte sich dank intensiver Antiwilderei-Arbeit und dem internationalen Handelsverbot für Elfenbein gut. Mitte der 2000-er Jahre hatte die Population wieder die Hälfte ihrer ursprünglichen Größe erreicht. Seither wird jedoch ein starker Rückgang der Population verzeichnet: 2009 gab es noch etwa 45.000 Elefanten im Selous, 2013 waren es nur noch 13.084. Der aktuelle Zensus zeigt, dass sich die Population bei diesem niedrigen Wert eingependelt hat: in einem größeren Gebiet als 2013 wurden 2014 15.217 Elefanten gezählt (± 1.800).

Hoffnungsschimmer im Norden

In zwei Ökosystemen im Norden des Landes sind die Ergebnisse des Zensus positiv: in der Serengeti ist die Population um 98 Prozent gewachsen, in Tarangire-Manyara um 64 Prozent. Diese vielversprechenden Trends können neben tatsächlich verbesserten Anti-Wilderei-Maßnahmen verschiedene Ursachen haben: Hohe Reproduktionsraten, Zuwanderung aus benachbarten Ökosystemen und verbesserte Zählmethoden. Die tansanische Nationalparkbehörde TANAPA hat durch intensive Anti-Wilderei-Arbeit einen wesentlichen Anteil an diesen positiven Zahlen. 

Besserer Schutz notwendig

Der tansanische Minister für natürliche Ressourcen und Tourismus, Lazaro Nyalandu, hat nun eine Reihe an Notfallmaßnahmen bekannt gegeben, die die Wildereikrise beenden sollen. Die ZGF wird auch weiterhin seinen Partnern zur Seite stehen und Management, Monitoring und Schutz intensiv unterstützen. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf Ausbildung und Training von Rangern in Wilderei-Bekämpfung und der Bereitstellung von Ausrüstung liegen.