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Kein Platz für wilde Tiere - Heute so aktuell wie vor 60 Jahren

Vor sechzig Jahren gewann die Dokumentation "Kein Platz für wilde Tiere" zwei Auszeichnungen bei der Berlinale. Ein Erfolg, mit dem niemand gerechnet hatte.

Filmplakat Berlinale 1956 © Berlinale
Filmplakat Berlinale 1956

Als 1956 der Dokumentarfilm „Kein Platz für wilde Tiere“ auf den internationalen Filmfestspielen von Berlin uraufgeführt wurde, rechnete niemand mit einem Erfolg. Weder die Macher selbst, noch die sogenannten Filmexperten dieser Zeit. Um so größer war die Überraschung, dass der Film nicht nur eine, sondern gleich zwei Auszeichnungen gewann.

 

In den 1950er Jahren kannten die Dokumentarfilme über Afrika nur ein Erfolgsrezept: Raubtiere sollten Beute reißen und angreifende Bestien mussten erschossen werden. Eine Dokumentation, die sich eindringlich für die Rettung der Naturschutzgebiete einsetzt - so etwas gab es noch nicht. Doch genau diese Botschaft verbreiteten Michael und Bernhard Grzimek mit ihrem Film.

 

Weil die Grzimeks keine Geldgeber für ihre Filmidee fanden, finanzierten sie die Produktion über einen Kredit. Ein Misserfolg hätte die Familie Grzimek finanziell ruiniert, doch das hielt weder Bernhard noch Michael davon ab, ihre Mission in die Tat umzusetzen.

 

Der Hauptdrehort des Films ist heute bekannt als das Rückzugsgebiet der letzten Berggorillas: der Virunga Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo, der früher Albert-Nationalpark hieß. 

Die Berlinale 1956

Im Wettbewerb um den goldenen Bären musste „Kein Platz für wilde Tiere“ gegen die Disney-Produktion „Geheimnisse der afrikanischen Steppe“ antreten. Ein Umstand, der den Grzimeks „alle Hoffnungen nahm“, wie Bernhard Grzimek später selbst schreibt.  

 

Doch das Publikum der Berlinale und die, erstmals international besetzte, Jury entschieden sich für die Grzimek-Produktion. Auch in den Kinos war die Produktion außerordentlich erfolgreich und wurde in 63 Ländern gezeigt. Der Film erspielte genug Geld, um den Produktionskredit zu bezahlen. Die zusätzlichen Gewinne spendeten die Grzimeks dem Serengeti Nationalparks in Tanzania (damals Tanganjika), der seitdem untrennbar mit ihrem Namen und der Zoologischen Gesellschaft verbunden ist.

 

Die Dokumentation ist bis heute ein Klassiker des Tierfilms und zusammen mit dem Oscar prämierten Film „Die Serengeti darf nicht sterben“ auf DVD erhältlich. 

Bilder der Dreharbeiten

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