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Massensterben bei den Saiga Antilopen in Kasachstan

Noch vor zehn Jahren stand die Saiga Antilope kurz vor dem Aussterben, aber dank intensiver Naturschutzarbeit konnte sich die Population erholen. Doch die letzten Tage waren für 20 Prozent der Population in Kasachstan katastrophal.

Baby Saiga
Junge Saiga Antilope in der kasachischen Steppe.

22. Mai 2015. Gestern noch berichtete das kasachische Landwirtschaftsministerium von 28.000 toten Saigas. Heute sagte der stellvertretende Landwirtschaftsminister Yerlan Nysanbayev bei einer Pressekonferenz, dass die Zahl der toten Saiga Antilopen in der Region Kostanay inzwischen auf bis zu 85.000 angestiegen ist. Der Nachrichtenagentur AKIPress zufolge ist auch in den Nachbarregionen Akmola und Aktobe zu beobachten, dass Saigas sterben.

 

Experten gehen davon aus, dass bereits 60.000 Tiere tot sind, beinahe ein Drittel der geschätzten Populationsgröße von 217.000 Tieren (Diese Zahl wurde 2014 durch einen Zensus ermittelt.) in der Betpak Dala Region in Zentralkasachstan. Sie alle sind in den letzten Wochen während der Kalbungszeit gestorben. ZGF Projektleiter Steffen Zuther und sein Team haben eine der Kalbungsgruppen beobachtet. 

saigas in the steppe
Nie zuvor starben so viele Saiga auf einmal – aus bisher unbekannten Gründen.

Inzwischen ist keines der Tiere in dieser Gruppe mehr am Leben. „Ich bin geschockt von dem, was ich in den letzten Tagen gesehen habe. Ich arbeite schon seit fast 10 Jahren in einem großen, motivierten Team aus Naturschützern und Wissenschaftlern in Kasachstan für den Erhalt der Saiga Antilopen, wir bekommen viel nationale und internationale Unterstützung. Und nun musste ich mitansehen, wie eine ganze Herde ausgelöscht wurde“, beschreibt Steffen Zuther die Situation.

 

Massensterben von Saigas sind auch in den letzten Jahren gelegentlich vorgekommen. Dabei kamen aus bisher ungeklärten Gründen jeweils einige tausend Tiere während der Kalbungszeit im Mai zu Tode. Doch dieses Jahr hat das Massensterben ein nie dagewesenes Ausmaß angenommen.

 

„Das ist eine Katastrophe für eine Population, die sich gerade erst stabilisiert und von den Jahren der Wilderei zu erholen beginnt“, sagt Michael Brombacher, ZGF Referatsleiter Europa. „Im Moment wissen wir nicht, warum so viele Tiere sterben. Es wird spekuliert, dass Pasteurellose (eine Infektionskrankheit) eine Rolle spielen könnte, aber ob das letztlich der Grund für dieses Massensterben ist, ist unklar. Wir müssen abwarten, was die Tierärzte und Experten vor Ort herausfinden.“

Die ZGF stellt Notfallmittel zur Verfügung

Die ZGF und ihr kasachischer Partner ACBK (Association for the Conservation of Biodiversity in Kazakhstan) haben bereits in den letzten Jahren mit Tierärzten und Behörden in Kasachstan zusammengearbeitet, um die Methoden zum Sammeln von Proben und Daten bei Massensterben zu verfeinern. Außerdem wurden kasachische Tierärzte weitergebildet. Derzeit sind Experten von ZGF und ACBK im Feld und arbeiten gemeinsam mit nationalen und internationalen Spezialisten daran, die Ursachen für das Massensterben aufzuklären.

 

Der kasachische Landwirtschaftsminister hat diese Expertenhilfe beim Sekretariat der Convention on Migratory Species (CMS) angefordert, die nun vom stellvertretenden Minister, von ZGF Projektleiter Steffen Zuther und von Prof. Richard Kock vom Royal Veterinary College der Universität London geleitet wird. Die ZGF unterstützt diese Maßnahmen mit Notfallmitteln.

 

Aktuelles Update zum Saigasterben vom 29. Mai 2015 (in Englisch)