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Saigasterben in der Mongolei

In der Mongolei ist ein Massensterben ist im Gange und jeden Tag steigt die Zahl der toten Saigas. Es besteht die Gefahr, dass die mongolische Saiga-Population ausgelöscht wird. Die kasachischen Saiga-Populationen sind bisher nicht von diesem Virus bedroht.

Anfang 2017 wurden die ersten toten Saigas entdeckt. Ziemlich bald stellte sich heraus, dass die Tiere an der Pest der kleinen Wiederkäuer (peste des petits ruminants) erkrankt und verendet sind. Diese Viruserkrankung trat im vergangenen Herbst zum ersten Mal in der Mongolei auf und tötete viele Nutztiere. In einem groß angelegten Impfprogramm wurden daraufhin 11 Millionen Schafe, Ziegen und Kühe geimpft. Das Virus überlebte trotzdem und sprang auf Wildtiere über.

 

Wildtiere können leider nicht geimpft und so vor der Krankheit geschützt werden. Inzwischen sind auch Steinböcke, Kropfgazellen und Wildschafe an dem Virus gestorben, der auf alle kleinen Huftiere sowie Kamele überspringen kann.

 

Theoretisch können erkrankte Saigas diese Infektion auch überleben. Die mongolischen Saigas sind aber gerade in einer insgesamt schlechten Verfassung und ihr Immunsystem ist geschwächt. Sie leben in einer wüstenartigen Landschaft, die nur karges Futter hervorbringt und die zudem als Weidegrund für die Viehherden der Menschen dient. Diese Konkurrenz um Futter ist neben der Wilderei und Krankheiten eine der Hauptbedrohungen für die Saigas in der Mongolei. Experten erwarten, dass sich das Virus noch einige Zeit weiter ausbreiten wird, womöglich bis in den April hinein, bis wieder frische Pflanzen wachsen und die Tiere sich stärken können. Bis dahin werden aber nach Ansicht der Experten noch ein großer Teil der etwa 15.000 Tiere großen mongolischen Saiga-Population umkommen.

 

Das Saiga-Sterben in der Mongolei birgt große Risiken für die gesamte Art, denn diese Population spielt eine wichtige Rolle. Weltweit gibt es nur fünf Saiga-Populationen: eine davon in Russland, drei in Kasachstan, und eine in der Mongolei. Die mongolischen sind nicht nur eine eigene Population, sondern eine eigene Unterart. Die Saiga tatarica mongolica ist kleiner und zarter und unterscheidet sich sichtbar von ihren zentralasiatischen Verwandten.

 

Laut roter Liste der gefährdeten Arten ist die Saiga vom Aussterben bedroht. In den 1990er-Jahren wurde sie intensiv bejagt und die Bestände verringerten sich dadurch in 10 Jahren um 95 Prozent. Doch schließlich verboten die Verbreitungsländer die Jagd auf Saiga-Antilopen und versuchen seither, die gefährdete Art zu schützen.

 

Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt hat sich über viele Jahre dem Schutz der der Betpak-Dala Population gewidmet, die in Zentralkasachstan lebt. Diese wurde durch ein Massensterben 2015 stark dezimiert. Seit 2016 stehen alle drei Saiga-Populationen in Kasachstan im Fokus der Altyn Dala Conservation Initiative. Um den Schutz der mongolischen Saigas kümmern sich die Kollegen des WWF und der Wildlife Conservation Society.

 

In Kasachstan wurde das Virus der Pest der kleinen Wiederkäuer zum ersten Mal 2014 in Nutztieren nachgewiesen. Impfungen haben aber bisher eine weitere Ausbreitung verhindert. Die geringere Viehdichte erschwert zusätzlich die Ausbreitung. Die jüngsten dramatischen Ereignisse in der Mongolei sind für die Behörden in Kasachstan dennoch ein Weckruf, wachsam zu sein und offensiv gegen das Virus vorzugehen, um ein Überspringen auf Wildtiere zu verhindern.


Hinweis: Das Foto im Artikel zeigt Saiga-Antilopen in der kasachischen Steppe.

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