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Steppentagebuch – Die lange Suche nach den Saigas

Seit 2008 unterstützt die ZGF das ACBK-Projekt Altyn Dala Conservation Initiative in Kasachstan und Projektleiter Steffen Zuther. Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist der Schutz der Saiga Antilope. 2015 ereignete sich im Mai ein Massensterben, dem über 80% der Population im Projektgebiet zum Opfer fielen. Ein Jahr danach geht Steffen Zuther gemeinsam mit kasachischen und britischen Wissenschaftlern auf Expedition in die Steppe, um die Kalbung zu überwachen. Ein Fernsehteam der Deutschen Welle hat ihn ins Feld begleitet. Katharina Hensen von der ZGF-Kommunikationsabteilung war bei dieser Drehreise dabei. Was sie während der Expedition in die Steppe erlebt hat, lesen Sie hier.

Airport selfie
Kurz vor dem Einsteigen am Flughafen Frankfurt. Ich bin aufgeregt! Das Abenteuer Kasachstan liegt in greifbarer Nähe.


4. Mai 2016

Es ist 18:30 Uhr und ich sitze in einem Flugzeug. Noch steht es auf dem Rollfeld, aber gerade tönt ein „Boarding completed“ aus dem Lautsprecher. Gleich geht’s los! Ich schaue aus dem Fenster, ins Abendlicht, und kann es kaum glauben: Ich fliege nach Kasachstan! Ein Abenteuer liegt vor mir, 9 Tage Expedition durch die Steppe, mit einem internationalen Team von Wissenschaftlern und Naturschützern, die die Kalbung der letzten verbliebenden Saiga Antilopen überwachen wollen. Im Jahr 1 nach dem großen Sterben. Ich begleite ein Fernsehteam der Deutschen Welle auf ihrer Drehreise. Sie wollen eine Dokumentation über die Altyn Dala Conservation Initiative drehen. Ich arbeite in der Kommunikationsabteilung der ZGF in Frankfurt und weiß nur theoretisch, was mich erwarten wird, in der Serengeti des Ostens. Als Schreibtischnaturschützer hatte ich bislang nur selten Gelegenheit, Projekte zu besuchen und kann es kaum noch erwarten, mit eigenen Augen zu sehen und mitzuerleben, worüber ich bisher nur gelesen und geschrieben habe. Wir heben ab. Kasachstan, ich komme! 

Astana
Astana ist die zweitgrößte Stadt des Landes und seit 1997 die Hauptstadt von Kasachstan.


5. Mai

Ich bin natürlich gut angekommen in Astana, früh morgens. Meine Kollegin Alyona von ACBK hat ein Taxi für mich organisiert, das mich ins Hotel bringt. Und mein Gepäck, Schlafsack, Isomatte, alles dabei. Mein Zimmer liegt im dritten Stock, also Tasche und Rucksack geschultert und hoch die Treppen. Die Nacht war kurz und ich bin müde und obwohl ich prompt über die oberste Treppenstufe stolpere, schaffe ich es ohne Verletzungen in mein Zimmer. Heute Nachmittag habe ich einen Termin mit Vera Voronova, der Direktorin von ACBK.

 

Steffen Zuther ist auch im Büro, seit neun Jahren Projektleiter der Altyn Dala Conservation Initiative. Er ist schlimm erkältet und im Stress. Gestern erst ist er von der Saiga-Zählung in Westkasachstan zurückgekommen und morgen geht’s wieder los, ins Kalbungsgebiet in Zentralkasachstan. Es gibt noch viel zu tun, bei dem ich ihm nicht helfen kann, also störe ich ihn nicht länger.

 

Zurück im Hotel treffe ich auf das Deutsche Welle-Team: Inga Sieg, Axel Warnstedt und Moritz Polomski haben viel vor in den nächsten Tagen, sie wollen Saigas sehen und die Arbeit von Steffen und seinen Kollegen dokumentieren. Seit dem 1. Mai sind sie schon in Kasachstan. Aber Saigas haben sie nur als winzig kleine Punkte am Horizont gesehen. Inga ist nervös, sie muss abliefern. Ich bin optimistisch. Das wird schon. Morgen um 11 Uhr geht’s los. 


6. Mai

Pünktlich stehen wir abfahrbereit vor dem Hotel. Mensch, haben diese Fernsehleute viel Zeug! Als Steffen ankommt, ist er immer noch krank. Und gestresst, aber wie immer ist er freundlich und zuversichtlich. Er hat Radick Salemgareev mitgebracht, einen jungen Kollegen von ACBK, der uns fahren wird. Unsere Mission ist das Monitoring der Kalbung: Neugeborene Saiga Kälbchen sollen gezählt, gewogen und markiert werden. Ein Team von Wissenschaftlern will Blut- und Speichelproben nehmen und Futtergräser sammeln. Anderthalb Tage Fahrt liegen vor uns, dann sollten wir das Kalbungsgebiet erreicht haben.

 

Der Verkehr in Astana ist ein Elend und er stinkt. Eine knappe Stunde dauert es, bis wir die Hauptstadt schließlich hinter uns gelassen haben. In den Bäumen am Straßenrand brüten Saatkrähen. Zu tausenden. Sechs Nester pro Bäumchen sind keine Seltenheit. Und jedes ist besetzt. Wir fahren stundenlang geradeaus. Ich sehe unglaublich viele Vögel und bin frustriert, dass ich die meisten nicht eindeutig bestimmen kann. Gegen drei halten wir bei einer Raststätte und treffen auf eine Gruppe englischer und kasachischer Wissenschaftler. Einige werden uns ins Feld begleiten, so wie der renommierte Professor Richard Kock vom Royal Veterinary College in London, einige andere werden in die Dörfer fahren, um dort Daten zu sammeln. Beim Mittagessen dreht sich alles um das Massensterben im letzten Jahr. Die Wissenschaftler sind angespannt, nicht nur wollen sie unbedingt das Rätsel lösen, was zu den dramatischen Ereignissen geführt hat, sondern sie befürchten, dass sich die Katastrophe wiederholen könnte.

Kohlrouladen in Kasachstan
Die Kasachische Küche ist nahrhaft und lecker.
Und dann wieder geradeaus. Langsam, denn die Straßen werden zusehends schlechter. Am Straßenrand Pferde, Strommasten, eingezäunte Friedhöfe. Äcker, ein paar Häuser. Irgendwann dann sumpfige Seen links und rechts der Straße. Bis 21 Uhr fahren wir noch, es wird schon langsam dunkel, dann stehen wir plötzlich vor einem großen, heruntergekommenen Haus in einem winzigen heruntergekommenen Ort. Ein Hotel? Tatsache. Jungs und Mädels schlafen in getrennten Zimmern, darauf legt die Chefin des Hauses großen Wert, doch vorher essen wir noch im Nachtklub gegenüber: Kohlrouladen und Kartoffelbrei zu Modern Talking und Lambada.


Lagebepsrechung
Lagebepsrechung nach dem Frühstück. Das Team ist hochmotiviert. Foto: Axel Warnstedt

7. Mai

Bevor wir die Zivilisation vollständig hinter uns lassen, nehme ich eine letzte Dusche. Um halb 8 brechen wir auf, ohne Frühstück, wir wollen Strecke machen. Gestern sind wir nicht so weit gekommen, wie erhofft. Wir fahren knapp drei Stunden bis Arqalyq, 670 Kilometer von Astana entfernt. Eine halbleere Stadt, in der Bauxit abgebaut wird. Schon von weitem sehen wir die Abraumhügel. Und große halbverfallene Häuserblocks. Nach Ende der Sowjetunion, erklärt uns Steffen bei einer Pause, ist etwa die Hälfte der Menschen weggezogen von hier.

 

Zeit für Frühstück: In einem kleinen Gasthaus im Ort essen wir Lagman, ein traditionelles Nudelgericht mit Fleisch, Karotten und Soße. Danach Lagebesprechung: Steffen zeigt auf einer Karte, wo wir schon sind und wo wir hinwollen. Wir sind schon ganz nah dran, an den Saigas, nur noch ein paar hundert Kilometer! Die Wissenschaftler diskutieren, wie sie vorgehen wollen. Es herrscht Aufbruchsstimmung. Inga und Axel machen einen vorsichtig optimistischen Eindruck. Noch immer haben sie fast nichts gedreht. „Das schaffen wir“, höre ich Axel aus dem deutsch-russisch-englischen Stimmengewirr heraus. 

beautiful steppe
Zum ersten Mal sehe ich die Steppe. Sie ist wunderschön.

Als Expeditionsleiter hat Steffen keine ruhige Minute. Er plant, organisiert und übersetzt. Einkaufen müssen wir auch noch, und zwar so viele Lebensmittel, wie in die Autos passt. Nächster Stopp, der Markt von Arqalyq. Tomaten, Gurken, Weißkohl, Kartoffeln und Zwiebeln. Nudeln, Käse, Brot und Wurst. Und kanisterweise Wasser. Ich kaufe mir noch einen schicken Mückenhut und eine lange Unterhose. Man kann ja nie wissen. Als alles erledigt und verstaut ist, sind vier Stunden vergangen. „Take your seats please!“, ruft Steffen. Noch 500 Kilometer liegen zwischen uns und den Saigas! Im Kalbungsgebiet werden wir heute wohl doch nicht mehr ankommen. Aber wo werden wir ankommen, wo schlafen? Die Zivilisation soll hier zu Ende sein und die Straßen auch. Wir fahren nochmal eine gute Stunde, dann der erste Blick auf echte Steppe: Wow! Die Steppe ist wunderschön im weichen Licht. Und sie duftet! Ich bin selbst überrascht, aber ich bin total ergriffen. Kurz bevor wir weiterfahren, sagt Steffen: „Irgendwo dahinten ist gerade eine besenderte Saiga.“ Und er deutet in die Ferne. 

So gegen acht gibt’s Abendessen. In einem kleinen Gasthaus am Wegesrand. Der Wirt, ein Russe, wie er stolz verkündet, könnte gastfreundlicher nicht sein und so gibt es nicht nur Suppe mit Pelmeni, der osteuropäischen Variante der Ravioli, in Brühe und Plov, ein Fleisch-Gemüse-Reis-Gericht, sondern auch besten russischen Wodka. Wir müssen trinken. Und Toasts ausbringen. Steffen versucht, sich dem Gelage so gut es geht zu entziehen, er muss noch arbeiten und eigentlich müssen wir auch dringend weiter. Dass sich heute Nacht noch ein Hotel für die große Gruppe findet, das bezweifelt er. In welchem Fall wir campen müssten und da wäre es doch schön, die Zelte bei Tageslicht aufzubauen. Doch das Essen nimmt kein Ende. Ich höre mir noch Richard Kock’s Toast an, er trinkt auf Queen Elisabeth und die Saiga, dann gehe ich nach draußen. Ein paar Schritte die Dorfstraße entlang. Über mir flitzen Mauersegler über den Abendhimmel, in der Ferne muht eine Kuh, Mücken stechen mir ins Gesicht. Ein langbeiniger Hund läuft in elastischem Trab an mir vorbei, seine Ohren wippen mit. Er trägt irgendwas im Maul und sieht glücklich aus. Und ich bin es auch.

Es dämmert bereits, als wir weiterfahren. Um Mitternacht Ankunft in Thorgai. Wir übernachten in einem Gästehaus. Das Zimmer ist karg, aber sauber, das Bett ist hart und ich schlafe unglaublich gut. Steffen sitzt auf einem Stuhl im Flur neben einer Steckdose, Laptop auf den Knien. „Mach aber nicht mehr so lange“, bitte ich ihn beim Gutenachtsagen. Er lächelt müde. „Ein bisschen noch.“

selfie mit Foodtruck
Ein großes ZGF-Logo auf einem Allrad-Truck. Und ich! Ein fantastisches Gefühl.

8. Mai

Um 9 gibt’s Frühstück. Kräftig, deftig, Eier, gebratene Wurst, Brot, Tomaten und Käse. Und süßen schwarzen Tee. Das Wetter ist wunderbar, blau und sonnig, die Luft ist frisch. Ich freue mich auf den Tag, ich will in die Steppe. Steffen hat nach dem Frühstück telefoniert. Er scheint zuversichtlich und verbreitet weiterhin Gelassenheit. Wir fahren nochmal tanken, an der Tankstelle stößt nun auch der Foodtruck zu uns, ein großer geländegängiger Kastenwagen. Auf den Türen prangen Gorilla-Logos. Ich stelle mich davor und mache ein Selfie: Ich bin stolz.

Wir sind in der Thorgai Steppe, am Wegesrand sitzen junge Steppenadler. Ich sehe Weißflügellerchen und Turmfalken, Steinschmätzer und Wiedehopfe. Ein Vogelparadies! Wir fahren immer weiter, brav im Konvoi und mit 20 bis 30 km/h. Bei einer Pause versucht Steffen mit dem Satellitentelefon – denn Handyempfang gibt es schon lange nicht mehr – herauszufinden, wo die Saigas sind. Es klappt nicht. Er kann die Ranger nicht erreichen, die angeblich wissen, wo die Tiere sich aufhalten.
meeting rangers
Besprechung mit den Rangern des Schutzgebiets. Anzahl gesehener Saigas bisher: 0.
Zum ersten Mal wirkt er unruhig. Das passt ihm nicht. Er telefoniert nochmal, spricht dann in ein Funkgerät. „Wir schauen jetzt einfach mal.“ Inga steht neben mir und atmet ganz tief ein. Axel und Moritz drehen den ersten O-Ton mit Steffen. Wo die Saigas gerade sind, erzählt er uns, ist unklar. Es gibt zur Zeit nur zwei Tiere mit Sendehalsband und diese, das hat die Zählung Anfang Mai ergeben, laufen nicht mit den größeren Herden, sondern halten sich in kleinen Gruppen auf. Im Herbst will das ACBK-Team weitere Tiere besendern. Wir warten wir auf eine Gruppe Ranger, die hoffentlich mehr weiß. Inga wird panisch, mit jeder Minute, die verstreicht, ein bisschen mehr. Ihre Pläne, ihr Skript, alles für den Eimer, wenn wir „die Viecher“ nicht bald finden. „Seit neun Tagen sind wir im Land, wir haben noch nix gedreht! Ich kann keinen Film über die Saiga ohne Saiga machen!“ Schließlich kommen drei Geländewagen angefahren. Ranger in Tarnuniformen und Badeschuhen steigen aus. Sie sehen wichtig aus und begrüßen die anwesenden Männer mit Handschlag. Axel und Moritz filmen das Treffen. Die Ranger besprechen sich mit Steffen. Sie selbst haben keine Saiga gesehen. Aber wir sollen eine andere Rangertruppe treffen, im Schutzgebiet, und die wissen, wo die Tiere sind.
Filmen im Abendlicht
Sonnenuntergang in der Steppe. Foto: Axel Warnstedt
An diesem Tag warten wir noch lange. Genau dreieinhalb Stunden. Um viertel nach sechs bleiben wir plötzlich stehen, ein russisches Tabletka, ein Patriot, der Truck und unser VW-Bus. Steffen fährt weiter. Was ist los? Wir wissen es nicht. Und wir können auch nicht fragen, weil wir kein russisch und die kasachischen Kollegen und Veterinäre kein englisch sprechen. Wir steigen aus, es ist sonnig und windig, überall sind Mücken. Millionen Mücken, sie umhüllen uns wie Wolken. Bis ich meinen magischen Hut aufgesetzt habe, habe ich schon 5 Stiche im Gesicht, einen in der Unterlippe. Ich reagiere ein bisschen allergisch und die nächsten beiden Stunden fällt mir das Sprechen schwer. Muss ja nicht sein, ich kann ja Inga zuhören, die laut hin- und hererwägt, was zu tun wäre, wenn es was zu sehen gäbe. Axel und Moritz filmen – nichts.
Die Sonne sinkt, das Licht wird weich. Wir warten. Ich müsste mal müssen, aber weit und breit kein Sichtschutz. Und weit und breit kein Steffen. Irgendwann stellt sich Inga einfach vor mich und 24 Mücken nutzen die Gunst der Stunde und stechen mich mit großem Appetit in den Po. Es wird dunkler, es wird kühler. Kein Steffen. Und, nur der Vollständigkeit halber, keine Saiga. Inga kriegt die Krise. Inzwischen im Abstand von wenigen Minuten. Plötzlich heißt es einsteigen. Wir fahren weiter, noch eine gute Stunde lang über matschigen Untergrund. Irgendwann sehen wir Lichter in der Ferne? Autos? Eine beleuchtete Straße? Oder gibt’s hier etwa einen Ort? Es ist ein Ort!
Schutzgebietsverwaltung Irgiz Turgai
Unser Nachtquartier in der Schutzgebietsverwaltung des Irgiz Turgai Reservats.
Wir folgen der Dorfstraße und fahren schließlich durch ein Tor auf ein großes Betriebsgelände, das ein bisschen aussieht wie ein Bauhof. Die Schutzgebietsverwaltung, wie wir später erfahren. Es ist schon nach 22 Uhr, als wir unsere Sachen aus dem Auto laden. Ein Mitarbeiter der Verwaltung fährt uns zu einem kleinen Wirtshaus, in dem Steffen und ein paar Ranger schon auf uns warten. Auf dem Weg dahin sehe ich das erste Kamel, es schlendert gemächlich über die nächtliche Dorfstraße. Ich habe seit Stunden nichts gegessen und im Auto stinkt es ganz fürchterlich nach Abgasen und für einen Moment bezweifle ich, dass es tatsächlich da ist...

Steffen, so stellt sich heraus, hat uns in der Steppe zurückgelassen hat, um Sprit zu sparen und ist alleine zu einem Treffen mit Olan Mamyrbayev, dem Leiter der Schutzgebietsverwaltung gefahren. Er hat gute Nachrichten: „Wir wissen, wo die Saiga sind, etwa 40 bis 80 Kilometer von hier. Sie haben angefangen zu kalben und es geht ihnen gut!“ Olan und einige Ranger werden uns ins Schutzgebiet begleiten. Ich bin euphorisch und auch die Wissenschaftler freuen sich. Inga bleibt skeptisch, sie hat seit Stunden rasende Kopfschmerzen und zermartert sich das Hirn, wie sie ihre Geschichte noch erzählen kann, wieviel Zeit sie noch hat und ob vielleicht doch noch alles gut werden kann. Um Mitternacht liegen wir schließlich in schmalen, kurzen und sehr harten Metallbetten. Ich schlafe sofort ein und so gut wie selten. Morgen, ist mein letzter klarer Gedanke, werden wir die Saigas sehen! 

9. Mai

Um 9 gibt’s Frühstück, danach geht’s los, ins Feld, zu den Saigas. 9 Uhr hier ist 10 Uhr Astana-Zeit. Wir haben eine Zeitzone durchquert. Mein Gesicht ist von den vielen Mückenstichen geschwollen, beim Eincremen hab ich mir Sonnencreme in die Augen gewischt, sie sind rot und tränen. Aber ich fühle mich großartig und kann es wirklich kaum noch erwarten, ins Auto zu steigen. Nur noch kurz Tanken, bevor es nun aber endgültig in die Wildnis geht, genauer gesagt ins Irgiz Thorgai Schutzreservat. Schlappe 50 Minuten später haben alle Fahrzeuge getankt und es geht los. In Kasachstan braucht alles seine Zeit. Inga lacht. Über alles. „Ich bin jetzt in der hysterischen Phase!“, kichert sie neben mir auf dem Rücksitz des Autos. Na das kann ja heiter werden.

saiga footprint
Frische Saiga-Fußspuren. Vielleicht finden wir die Tiere ja doch noch.

Heute fahren wir Schritttempo. Ach was, wir holpern. Über sandige, schlammige Pisten, um Schlaglöcher herum, durch Überschwemmungen hindurch. Das ist Futter für die Kameras von Axel und Moritz. GoPro raus und ab dafür. Der Matsch spritzt und der ganze Konvoi schafft es heile ans andere Ufer. Irgendwann halten wir an. Kaum sind wir ausgestiegen, hören wir Richard rufen „Saiga footprints! Just a few days old. They were here!“ Wenige Tage alte Fußspuren, klingt vielversprechend. Die Saigas waren hier. An diesem Nachmittag fahren wir noch gute vier Stunden. Viel viel weiter als 40 oder 80 Kilometer...  Inzwischen haben wir seit Astana 1.200 Kilometer zurückgelegt. Irgendwann nochmal Pause, Inga muss was machen. Also macht sie ein Interview mit Steffen und Richard. Richard Kock ist als erster dran und sehr zuversichtlich, dass wir die Antilopen heute, spätestens morgen finden werden. Steffen nicht. Er hat währenddessen über Funk erfahren, dass die Saigas nicht mehr hier sind. Kleinere Herden vielleicht, etwa 150 Kilometer von hier. Vielleicht erreichen wir sie morgen. Wie das mit der Info von gestern Abend zusammenpasst, wonach die Tiere hier seit dem 4. Mai kalben sollen, fragt ihn Inga. „Das kann ich leider auch nicht sagen.“ Die Stimmung ist gereizt. 

camping in Kazakhstan
Sonnenuntergang auf dem schönsten Campingplatz der Welt.

Den Lagerplatz erreichen wir in der Dämmerung, es gibt Hammeleintopf, den die Köchin, die uns auf Expedition begleitet, vorgekocht und nun aufgewärmt hat. Es schmeckt köstlich! Nach dem Essen werden die Zelte aufgebaut, das mitgebrachte Schaf wird geschlachtet und Axel und Moritz drehen eine Zeitraffersequenz von alledem. Als ich gerade ins Zelt kriechen will, heißt es überraschend noch einmal zu Tisch: Abendessen. Unter dem absolut schönsten Sternenhimmel, den ich jemals in meinem Leben gesehen habe. Ohne Lichtverschmutzung ist die Milchstraße zum Greifen nah. Steffen legt den Kopf in den Nacken. „Deshalb liebe ich diesen Job.“

Here rest the saiga
"Hier ruht die Saiga" – ein sehr mulmiges Gefühl macht sich breit, als wir dieses Massengrab besuchen.

10. Mai

On the road again. Den fünften Tag in Folge. Um 6 Uhr stehen wir auf. Die Steppe am frühen Morgen ist ganz besonders. Wenn überhaupt wird sie nur von Steppe bei Sonnenuntergang übertroffen. Sie ist unendlich. Ich fühle mich gleichzeitig winzigklein und geborgen. Ein erhebendes Gefühl.

 

Am frühen Nachmittag kommen wir an einem Saiga Massengrab aus dem letzten Jahr vorbei. Wir steigen aus, klettern auf einen Sandhügel. Davor ein Schild auf Russisch: Hier ruht die Saiga. Genau hier sind vor einem Jahr tausende der Tiere innerhalb weniger Stunden verendet. Unter unseren Füßen liegen die Überreste von 5.000 toten Antilopen. Ein sehr mulmiges Gefühl. Ein paar hundert Meter weiter ein Saiga-Skelett. Inga fragt Steffen vor laufender Kamera, wie das war, im letzten Jahr, als er die Katastrophe mitansehen musste. „Wir waren verzweifelt.“ Axel und Moritz fotografieren das Grab. Die Studenten Jak und Fiorella nehmen unter der Anleitung von Professor Richard Kock Pflanzen- und Bodenproben. Was ist hier nur vorgefallen?

Rhabarber
Und wieder nur Rhabarber...

Nach einer guten Stunde geht’s weiter. Langsam. Wir hoppeln mit Schrittgeschwindigkeit durch die holperige Steppe. Tote Mücken verkleben die Scheibe, minütlich kommen mehr dazu. Ich fühle mich wie Sisyphos und kann doch nicht aufhören, ihnen nach dem schmarotzenden Leben zu trachten. Am frühen Nachmittag Pause an einem Flüsschen, dem Thorgai. Ich überlege eine Weile und entscheide mich dann für ein Bad, es ist heiß und ich habe seit 3 Tagen nicht mehr geduscht. Das Ufer ist schlammig und mein Flipflop erzeugt ein Vakuum. Ich ziehe und zerre und falle in den Fluss, als der Riemen reißt. Ist das kalt! Ist das herrlich! Ich pruste und merke wie die gefühlt zentimeterdicke Schicht aus Schweiß, Staub, Sonnencreme und Insektenspray von meinem Körper gespült wird, die Mückenstiche schwellen ab. Zurück an Land fühle ich mich wie ein neuer Mensch. Als ich zu den Autos zurückkomme, finde ich Schutzgebietschef Olan und Steffen über eine Karte gebeugt. Und ich erfahre: Genaugenommen weiß niemand, wo die Saigas gerade sind. Inga und ihr Team nehmen diese Nachricht mit großer Ruhe auf. Das macht mir doch ein bisschen Sorgen.

Die Karavane zieht weiter. Meter für Meter durch die Halbwüste. Irgendwann sagt Moritz: „Hinter diesem Hügel stehen sie. Ich weiß es.“ Oben angekommen, schauen wir in eine Ebene. Inga ruft „Da sind sie! Ganz viele! Seht ihr sie nicht!“ Axel springt aus dem Auto und reißt den Kofferraum auf. Kamera raus! Ich schaue durchs Fernglas uns sehe vertrocknete Rhabarberblätter im Wind. Wieder nix. Axel steigt mit hochrotem Kopf zurück ins Auto. Inga lacht hysterisch. Wir finden sie nicht. 

Camp in der Steppe
Nur ein paar hundert Meter Luftlinie trennen unser Camp von der Saiga-Herde. Wir haben sie gefunden!

Und dann finden wir sie. Steffen ist vorausgefahren und lässt uns warten, eine gute halbe Stunde lang. Dann ein Funkspruch: Einsteigen. Buckelpiste. Wir werden ordentlich durchgeschüttelt, es wird immer karger und sandiger, am Horizont eine Hügelkette. Etwa 20 Minuten später sehen wir schon von weitem Autos und Ranger. Sie blicken durch Ferngläser und schauen in eine Ebene hinab. Ich sehe – braune Punkte in weiter Ferne. Ich trau mich nicht mehr, auf Saigas zu hoffen. Steffen kommt an, er war näher dran und als ich schon alle Hoffnung aufgegeben habe, sagt er „Wir haben Saigas gefunden.“ Steffen schätzt die Herde auf etwa 2.000 Tiere. Die Sonne wird rot und versinkt langsam hinter den Fahrzeugen. Ich bin so erleichtert und er wirkt so ernst. Ob er sich denn gar nicht freut, frage ich ihn „In den letzten Jahren waren es Zehntausende.“

 

Unser Plan: Wir bleiben hier, bauen das Camp auf und morgen früh fahren wir ein Stückchen näher ran und laufen dann zu Fuß weiter. Inga, Axel und Moritz arbeiten. Endlich. Sie haben noch zwei Tage, dann müssen wir zurück nach Astana. Ich bin einfach nur glücklich, ich hatte wirklich nicht damit gerechnet, dass wir noch fündig werden würden, in einem Projektgebiet so groß wie Frankreich. Die Umgebung tut ihr übriges. An einem so atemberaubenden Ort war ich noch nie. Weiter weg von allem, was es gibt, kann man gar nicht sein. 


11. Mai

Zum Frühstück gibt es Nudeln, Hammelfrikadellen und Salat. Dazu eine Art Knoblauch-Tomaten-Salsa. Wir brauchen Kraft für den Tag. Die Wissenschaftler besprechen ihre Methode: Transekte werden sie laufen. In geraden Linien durch das Kalbungsgebiet der Saiga, zehn Kilometer, fünf in eine Richtung und fünf wieder zurück. Sie werden Kälber zählen, wiegen und markieren, werden ihre GPS-Daten speichern und das Geschlecht bestimmen. Anhand dieser Daten, können die Kollegen errechnen, wie viele Kälber hier dieses Jahr geboren wurden.

 

Ich habe fantastisch geschlafen auf dem schönsten Campingplatz der Welt. Die Luft ist frisch, es ist ziemlich windig und noch schlafen die Mücken. Und das Warten hat doch ein Ende gefunden: Gleich werden wir wirklich Saigas sehen.

 

Wir fahren nur ein paar Minuten und lassen dann die Autos stehen. Wir laufen an den Startpunkt des Transekts, das von Steffen vorher festgelegt wurde. Er geht mit einem GPS voran. Links und rechts neben ihm im Abstand von 10 Metern ein weiterer Läufer. Ich und das Deutsche Welle Team, schwerbepackt mit allem, was die Equipmentkiste so hergegeben hat, laufen hinterher und versuchen, möglichst nicht im Weg zu sein.

Monitoring der Saiga-Kälber
Steffen und Radick beim Monitoring. Das neugeborene Kalb wird gewogen und markiert.

Zunächst passiert nichts. Wir gehen. Plötzlich bleibt Radick stehen. Er läuft rechts neben Steffen und zeigt nach vorne. Ehe ich begriffen habe, was los ist, springt ein Saiga-Kalb auf und rennt auf streichholzdünnen Beinchen wie ein kleiner Käfer davon. Ein Saigababy fängt man, indem man sich von hinten in einem weiten Bogen an das Tierchen heranschleicht. Es liegt schlafend da und wartet auf seine Mutter, die es hier abgelegt hat, um weiter entfernt zu fressen. Dann greift man beherzt und behutsam zu und legt die Hände auf die Augen. Soweit so klar, aber wie zum Geier findet man die beigebraunen Tiere in der beigebraunen Steppe?, frage ich mich noch, als es Richard Kock, der links von Steffen läuft, gelingt, das erste Kalb des Tages zu fangen. Steffen wiegt es, knippst eine nummerierte Marke in sein Ohr und bestimmt das Geschlecht. Es ist ein Junge. Eine Studentin nimmt noch Abstriche aus Mund, Auge und Nase. All das dauert kaum zwei Minuten und der kleine Kerl lässt die Prozedur ganz ruhig über sich ergehen. Schließlich gehen alle langsam weg, dann nimmt Richard Kock die Hände von den Augen des Kälbchens und schleicht sich davon. Das Kalb bleibt ruhig liegen und wir marschieren weiter. 

Katharina und Saiga
Ich bin verliebt in Saigababys! Foto: Inga Sieg

Es ist heiß heute, die Sonne brennt vom stahlblauen Himmel, Bäume, Schatten gibt es hier nicht. Die Luft flirrt am Horizont. Als wir das erste Transekt hinter uns gebracht haben, teilt sich die große Gruppe, die kasachischen Wissenschaftler und die Ranger des Irgiz Thorgai Reservats laufen ein eigenes Transekt. Ich laufe nun links von Steffen und schon wenige Minuten später fange ich mein erstes Kälbchen. Was ich eben noch so schwierig fand, ist plötzlich ganz leicht, ich sehe gleich mehrere Saigababys auf einmal. Ich schleiche mich an das nächstgelegene heran, knie mich vorsichtig daneben, lege ihm die Hände auf die Augen und verliebe mich unsterblich. Es blinzelt unter meinen Händen! Beim Wiegen schaut das kleine Mädchen mich gelassen an. Drei Kilo bringt es auf die Waage. An diesem Tag fange ich noch viele Kälbchen, jedes ist das Schönste auf der Welt. Hitze und Moskitos? Spüre ich nicht mehr.

 

Tote Saigas finden wir heute nur zwei, beides Kälber. Richard Kock obduziert sie und stellt fest: Es gab Komplikationen und sie sind beide noch während ihrer Geburt gestorben.

 

Axel dreht wie ein Wilder, im Feld, im Camp, pausenlos. Inga schreibt ihr Skript um. Endlich was zu tun, endlich wieder Hoffnung auf ein filmisches happy end.

Interview im Morgengrauen
Interview im Morgengrauen.

12. Mai

Unser Letzter Tag im Camp, morgen müssen wir die Rückfahrt nach Astana antreten. Moritz und Axel sind noch vor Tagesanbruch aufgestanden, Moritz, um den Sonnenaufgang zu filmen, Axel, um ganz alleine im Feld so still zu sitzen wie möglich, in der Hoffnung, dass er auch erwachsene Antilopen vor die Linse bekommt. Nach dem Frühstück setzten Inga und Moritz Steffen in den Windschatten eines Tabletkas und führen ein langes Interview. Ich bin natürlich mit dabei und beim Zuhören stelle ich fest: Steffen liebt das alles hier: Kasachstan, die Steppe, die Wildnis, die Saiga, das Leben im Camp. Als Inga mit ihm fertig ist, fährt Steffen los, Axel wieder abholen. Danach wollen wir wieder ins Feld, die nächsten Transekte warten auf uns und hoffentlich auch weiterhin viele gesunde Saigas. Das Deutsche Welle Team bleibt heute im Camp, aber ich muss unbedingt nochmal mit ins Feld.

 

Als wir abends ins Lager zurückkommen, fühle ich mich zehn Kilo leichter. Nie zuvor in meinem Leben habe ich außerhalb einer Sauna so geschwitzt wie heute. Um es kurz zu machen: Erfreulich viele Kälbchen, kein Wind, Trillionen von Mücken. Und eine Höchsttemperatur von 47 Grad, wie die Wetterstation der Wissenschaftler später verrät. Mittagspause machen wir am Salzsee, es gibt Ölsardinen, Brot und Kekse. So viel, wie wir heute schwitzen, kann man gar nicht trinken und weil jeder von uns nur eine Flasche Wasser dabei hat, müssen wir knausern. Steffen hat sein langärmeliges Hemd ausgezogen und über seinen hochroten Kopf gehängt. Jeder Atemzug tut weh, die heiße Luft brennt in den Augen und jeder Schritt kostet Kraft. Und doch machen wir unsere Arbeit gewissenhaft und das ist ein gutes Gefühl. Steffen hat Wasser im Auto und die ersten Schlucke nach 10 Kilometern schmecken köstlich. Ein nasser Waschlappen und Feuchttücher ersetzen die Dusche und um halb zehn krieche ich ins Zelt. Ich habe fertig und ich schlafe so tief und fest wie selten zuvor.

Steppenselfie mit Steffen
Tschüss, Steppe! Zum Abschied ein Steppenselfie mit Steffen.


13. Mai

Inga, Axel, Moritz und ich verlassen heute das Camp. Das Deutsche Welle-Team hat zwei Tage lang durchgearbeitet und auf den letzten Drücker noch alles drehen können, was sie brauchten. Es fällt mir richtig schwer, ich möchte noch nicht wieder zurück in die Zivilisation, ich will zurück ins Kalbungsgebiet, Transekte laufen. Ich will Hammel zum Frühstück, zum Mittag-  und zum Abendessen und morgens beim Aufstehen die weite Steppe sehen. Ok, ich bin verbrannt und zerstochen, ich bin dreckig, aber trotzdem mag ich mich kaum trennen von Steffen, Professor Kock, Radick, Mukit und all den anderen Kollegen und Wissenschaftlern. Steffen bedankt sich für unseren Besuch und ich glaube er freut sich ein bisschen, dass ich nächstes Jahr wiederkommen möchte. Denn genau das will ich. 


PS: Wir brauchen zwei Tage zurück nach Astana, es sind über tausend Kilometer, die uns von der Hauptstadt trennen. Zweimal bleiben wir stecken, im Matsch und im Sand, das russische Tabletka zieht uns aus dem Dreck. Um 2 Uhr morgens erreichen wir Arqaliq. Wir schlafen im Hotel und bevor ich mich hinlege, nehme ich die erste Dusche seit 6 Tagen. Am nächsten Morgen geht es weiter, noch gute 600 Kilometer. Als wir um 8 Uhr abends im Feierabendverkehr stecken, könnte der Kontrast zur Einsamkeit der Steppe nicht größer sein. Ich kann kaum glauben, was ich erlebt habe, wieviel ich in den letzten Tagen gelernt habe, über mich selbst und darüber, was es heißt, in Kasachstan zu arbeiten. Wie engagiert und motiviert Steffen und die Kollegen von ACBK ihre Arbeit machen. Trotz widrigster Umstände, knapper Ressourcen und extremen Witterunsgbedingungen und trotz des katastrophalen Massensterbens im letzten Jahr. Sie nehmen Entfernungen in Kauf, die man sich als Mitteleuropäer einfach nicht vorstellen kann. Ich bin sehr beeindruckt und ein bisschen stolz darauf, dass ich sie, wenn auch meist nur vom Schreibtisch aus, in ihrem Tun ein klein wenig unterstützen kann. 


Deutsche Welle Dokumentation "Auf den Spuren der Saiga"

DW team
Das Team der Deutschen Welle hat einiges auf sich genommen: Moritz Polomski (Ton), Inga Sieg (Redaktion) und Axel Warnstedt (Kamera)


Reporter von Global 3000, dem Umwelt- und Globalisierungsmagazin der Deutschen Welle, haben im Mai 2016 Experten der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt in die kasachische Steppe begleitet, wo die Naturschützer unter widrigen Bedingungen versuchen, die Ursache für das Massensterben von 2015 zu finden.


Die Reportage der Deutschen Welle „Auf den Spuren der Saiga“ ist online verfügbar!

Seit dem 23. August 2016 ist außerdem eine ausführliche Web-Dokumentation verfügbar. Klicken Sie sich durch eine Fülle von Videos und Fotos und begeben Sie sich gemeinsam mit dem ZGF-Team und Wissenschaftlern auf die Suche nach den Saigas.