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Waldbrände bedrohen Tierwelt in Indonesien

Seit Monaten wüten verheerende Waldbrände in Indonesien, die wertvollen Lebensraum vernichten. Auch unser Projektgebiet auf Sumatra ist betroffen.

Bukit Tigapuluh Forest Fires (Photo: Peter Pratje)
Beißender Rauch bedeckt weite Landstriche in Indonesien.

Das ZGF-Büro in Indonesien liegt bei Jambi. Diese Region leidet wie viele andere Regionen unter der starken Rauchentwicklung. Der Flughafen ist seit drei Monaten gesperrt, weil die Sicht unter 1.000 Metern liegt. Morgens sind die Fahrzeuge und alles, was im Freien steht, mit einer feinen Ruß- und Ascheschicht überzogen. Der Rauch ist beißend, an schlechteren Tagen sitzen unsere Kollegen mit Schutzmasken im Büro (die allerdings herzlich wenig helfen). Alle leiden an Rachen-und Augenreizungen. 

 

Starke Rauchentwicklung durch Schwelbrände ist in Sumatra ein jahreszeitbedingtes Phänomen. Am Ende der Trockenzeit im Juli/August werden von den Kleinbauern traditionell die vorbereiteten Rodungsflächen abgebrannt, was zu starker Rauchbildung führt.

 

Normalerweise setzt im Oktober Regen ein und löscht die Brände der Bauern. In El Nino Jahren (mit extrem langer Trockenzeit wie dieses Jahr), kommt es durch den monatelang fehlenden Regen zur Akkumulierung von Rußpartikeln. 

Bukit Tigapuluh Nationalpark von schweren Bränden (noch) verschont

Peter Pratje
ZGF Programm Direktor Peter Pratje im Bukit Tigapuluh Nationalpark.

Bisher sind der Bukit Tigapuluh Nationalpark und der Naturwald nicht von den Bränden betroffen. Medienberichte, die behaupten, dass es auch innerhalb der Parkgrenzen großflächige Brände gebe, konnten durch unser Team vor Ort bisher nicht bestätigt werden. 

 

Insgesamt gibt es aber auch in der Region Bukit viele Schwelbrände in den gerodeten Flächen. Der Naturwald ist jedoch nur am Rande (in den Rodungszonen) betroffen. Durch die extrem lange Trockenphase hat sich dort eine dicke, trockene Laubschicht am Boden gebildet, die einen potenziellen Brandherd darstellt, der zumindest zu punktuellen Bränden führen kann. Sollte die Trockenheit wie erwartet bis zum Jahresende anhalten, kann es auch hier zu Flächenbränden kommen.

 

Seit August ist die ZGF zusammen mit dem WWF und weiteren Partnern Konzessionär von zwei großen Waldblöcken angrenzend an den Nationalpark. In diesen gibt es Brandstellen, zum Glück aber noch nicht viele. Im Block II dieser "Ecosystem Conservation Concession", also der Naturschutzkonzessionen am Rande des Parks, befinden sich diverse Brandherde,  so genannte "hot spots“. In Block I wurden mindestens 200 Hektar, die vor Monaten vorbereitet wurden (Bodenvegetation entfernt), abgebrannt, um Felder anzulegen. Das heißt, die ortsansässigen Bauern haben Wald gerodet zu dem Zeitpunkt als wir die Konzession noch nicht hatten. Seit August unterstützen wir den Aufbau von Rangereinheiten, diese sind jedoch noch nicht einsatzbereit. Erst in einigen Wochen können wir aktiv mit der Brandbekämpfung beginnen.  

Sind die ausgewilderten Orang-Utans in Gefahr?

Derzeit besteht keine akute Gefahr für die Orang-Utans in unserem Projektgebiet, allerdings leiden die Tiere an der Rauchbildung genauso wie wir Menschen. Ähnlich ist es auch für alle anderen Wildtiere im Bukit Tigapuluh Nationalpark bzw. in den Waldflächen (Elefanten, Tiger etc.). 

Sind unsere Stationen betroffen?

Bisher zum Glück nicht, beide Stationen liegen noch ausreichend tief im Wald. Der Rauch ist allerdings ein reelles Problem für unser im Freien arbeitendes Team. Die Orang-Utans in der Auswilderungstation erhalten Honig und immunstimmulierende Substanzen und die „Dschungelschule“ bleibt, ähnlich wie die normalen Schulen in der Region, geschlossen, damit die Orang-Utans sich nicht unnötig anstrengen.

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