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Anti-Wilderei-Flugzeug nimmt Dienst im tansanischen Selous auf

Gemeinsame Pressemitteilung des Tansanischen Ministeriums für Natürliche Ressourcen und Tourismus, der Tanzania Wildlife Management Authority, der Deutschen Botschaft in Tansania und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt.

31. März 2016 – Am heutigen Donnerstag hat der deutsche Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller, ein Husky-Flugzeug an Prof. Jumanne Maghembe, den tansanischen Minister für Natürliche Ressourcen und Tourismus übergeben. Die Maschine wird von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) und der tansanischen Wildlife Management Authority (TAWA) für die Überwachung des Schutzgebietes Selous und zum Kampf gegen die Wilderei dort eingesetzt.

 

„Die Wilderei bedroht die Biodiversität in den verbliebenen Wildnisgebieten Afrikas und sie untergräbt die innere Sicherheit von Staaten und die Lebensgrundlagen der Menschen“, sagte Entwicklungsminister Müller bei der Übergabe des Flugzeugs am Matambwe Airstrip im Selous. „Die Übergabe dieses Flugzeugs ist ein weiterer Eckstein unserer langfristig angelegten Unterstützung des Selous-Schutzgebietes und der umliegenden Gemeinden.”

 

„In einem großen Gebiet wie dem Selous, einem der größten unbesiedelten Schutzgebiete Afrikas, ist Luft-Überwachung entscheidend“, sagte der tansanische Minister für Natürliche Ressourcen und Tourismus Jumanne Maghembe. Er dankte der Bundesregierung für die Unterstützung im Kampf gegen die Wilderei. „Dieses Flugzeug wird von unserer Wildtierbehörde auch zu Bestandserhebungen und Lebensraumuntersuchungen im Selous als einem der tansanischen Biodiversitäts-Hotspots von globaler Bedeutung eingesetzt werden“, fügte Maghembe hinzu.

 

Die beiden Minister besuchten den Rufiji-Fluss im Selous um die Herausforderungen für den Schutz des Gebietes vor Ort zu diskutieren. Im Gespräch mit Vertretern der Privatwirtschaft erörterten sie zudem Wege den Naturschutz mit nachhaltigem Tourismus zu verbinden.

 

Der deutsche Botschafter Egon Kochanke betonte: „Das Selous-Schutzgebiet ist nicht nur eines der größten in Afrika, sondern auch das Herzstück der neuen Wildtierbehörde TAWA.“

 

Das Gebiet ist stark von Wilderei betroffen: Zwischen den Jahren 2009 und 2014 wurde die Population von Elefanten von damals 45.000 Tieren auf 15.000 dezimiert. Heute wird der Gesamtbestand Tansanias auf 45.000 Elefanten geschätzt, das sind rund 60 % weniger als noch 2009.

 

„Die Wilderei ist eine ernste Bedrohung der Biodiversität“, sagte Christof Schenck, Geschäftsführer der ZGF, „nicht nur, weil Elefanten oder Nashörner lokal ausgerottet werden können, sondern weil ihr Verschwinden die Ökosysteme als Ganzes schädigt. Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt trägt dazu bei, diese Entwicklung im Selous zu stoppen“, sagte Schenck.

 

1982 ist der Selous als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt worden. Heute gilt er als „gefährdet“. Nach UNESCO-Standard darf es in diesen Gebieten keinen Abbau von Bodenschätzen und großflächige Landschaftsveränderungen geben. „Jetzt geht es darum, das Gebiet besser zu schützen und Tierbestände wiederaufzubauen, damit der Selous wieder als sicheres Welterbe gilt“, sagte Schenck.

Das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat Mittel für den Erwerb zweier Husky-Flugzeuge zur Verfügung gestellt, die in Tansania gegen die Wilderei und für die Überwachung von Tierbeständen und Lebensräumen eingesetzt werden sollen. Die für den Einsatz im Selous bestimmte Maschine wird von der ZGF in enger Zusammenarbeit mit TAWA eingesetzt.

 

Mit Unterstützung aus der Luft können Wilderercamps und illegale Aktivitäten entdeckt werden und der Pilot kann diese Informationen an die Ranger am Boden übermitteln. Husky-Flugzeuge eignen sich besonders gut für den Antiwilderei-Einsatz, da sie sehr langsam und tief geflogen werden können. Die zweite Maschine ist bereits im Serengeti-Nationalpark im Einsatz.

 

Seit 2012 hat die deutsche Bundesregierung Mittel in Höhe von 100 Mio. Euro für Naturschutz und ländliche Entwicklung in Tansania zur Verfügung gestellt, einschließlich von 18 Mio. Euro für das Selous-Schutzgebiet. Das Selous-Projekt wird unterstützt von der ZGF, KfW und der GIZ in Zusammenarbeit mit dem tansanischen Ministerium für natürliche Ressourcen und Tourismus und der Wildtierbehörde TAWA. Das Selous-Schutzprojekt der ZGF wurde Anfang der 1980er Jahre gestartet.

 

Hinweise für Redaktionen:

 

Der Selous ist eines von Afrikas größten Schutzgebieten. Fototourismus und Jagd sind in Teilen des Gebietes zugelassen. Der Selous erstreckt sich über rund 50.000 km2, eine größere Fläche als die Schweiz, und ist als gefährdetes UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt.

 

Der Selous ist ein Miombo-Baumsavannengebiet mit großer Artenvielfalt. Er ist Lebensraum großer Populationen von Afrikanischen Wildhunden, Löwen, Flusspferden und Büffeln. Außerdem finden sich hier substanzielle Huftier-Populationen, darunter Rappenantilopen, Lichtenstein-Antilopen, Große Kudus, Elenantilopen und Njassa-Gnus. Ferner gibt es eine große Anzahl an Nilkrokodilen und über 430 Vogelarten.

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