Einkaufshilfe für ältere Menschen in Rumänien während der Corona-Krise

Wer über 65 Jahre alt ist, darf in Rumänien derzeit das Haus nicht mehr verlassen. So soll die Ansteckung mit dem Corona-Virus verhindert werden. Rund um die Projektgebiete im Făgăraș-Gebirge hilft deshalb die ZGF-Partnerorganisation Fundatia Conservation Carpathia (FCC) nun, diejenigen zu versorgen, die auf sich alleine gestellt sind.

Von Corinna Van Cayzeele

7. April 2020

Seit dem 31. März 2020 gelten die neuen Maßnahmen, die ein verzweifelter Versuch der rumänischen Regierung sind, die COVID-19-Pandemie im Land irgendwie einzudämmen. Bereits zu diesem Zeitpunkt waren die Intensivstationen der Krankenhäuser fast vollständig belegt, obwohl die offiziellen Zahlen der Infizierten in Rumänien mit ca. 2.000 bekannten Fällen noch weit unter denen anderer Länder lagen (Stand 07. April 12 Uhr: 4057, Quelle: Worldometers). 

Food for Elders Romania
Hilfe für Ältere in Rumänien ©FCC

Um zu vermeiden, dass sich viele ältere Menschen anstecken, bei denen die Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufes besonders hoch ist, dürfen über 65-Jährige nun ihre Häuser gar nicht mehr verlassen, auch nicht zum Einkaufen.


„Viele der Alten in den Dörfern haben niemand mehr, der sich um sie kümmert. Die Kinder sind in die Städte gezogen und jetzt kann niemand mehr den Alten helfen. Viele haben auch keine oder eine minimale Rente, d.h. sie können jetzt auch nicht jemanden bezahlen, der für sie einkaufen geht“, beschreibt Christoph Promberger, Direktor der Stiftung Fundatia Conservation Carpathia, die Situation. 


Angesichts dieser Notlage startete die ZGF-Partnerorganisation FundatiaConservation Carpathia (FCC) das „Food For Elders“ Programm. Seit dieser Woche versorgt sie dadurch in ihrem Projektgebiet in den Kreisen Argeș und Dâmbovița 500 ältere Menschen, die sonst auf sich alleine gestellt wären, mit Essen und Hygieneartikeln.

Kleinbauern, Ranger, LKW-Fahrer: Alle helfen mit

Food for Elders Romania
Verteilung von Lebensmitteln an bedürftige ältere Menschen ©FCC

Bei 500 Menschen kommen einige Tonnen Lebensmittel zusammen. Es ist eine logistische Herausforderung, diese während der aktuellen Krise zu beschaffen und sicher an die Betroffenen in zehn ländlichen Gemeinden zu liefern. 

 

So viel wie möglich wird lokal aus nachhaltiger, traditioneller Landwirtschaft bezogen, um gerade in dieser Zeit die Wirtschaft vor Ort zu stützten. Kleinproduzenten liefern Käse, Eier, Brot, Aufstriche, Honig und saisonales Obst und Gemüse. Der Rest, der nötig ist, um den Bedarf der älteren Menschen zu decken, wie Öl, Reis, Polenta, Tee, Toilettenpapier und Seife, wird per LKW vom Großhandel im LKW nach Rucar transportiert.


Koordiniert wird das Ganze von einer Gruppe von FCC-Mitarbeitern aus dem Homeoffice. Eine zweite Gruppe stellt die Essenspakete zusammen und verpackt sie in Papiertüten. Und schließlich liefern die Ranger der lokalen Schutzgebiete die Waren an die Betroffenen aus. Dabei tragen sie Schutzmasken, wie man auf dem Bild rechts sehen kann, um das Infektionsrisiko für die Senioren zu minimieren.

Die Essenslieferungen sollen so lange regelmäßig stattfinden, wie die Notlage anhält und die Betroffenen durch die totale Ausgangssperre eingeschränkt sind. Finanziert wird die Hilfsaktion durch Spenden. 

 

Wenn Sie mehr über das Food For Elders Programm lesen möchten, finden Sie hier weitere Informationen.

Eine Naturschutzorganisation als Essenslieferant

Lime stone rocks in the Carpathian Mountains, Romania. © Daniel Rosengren
Auch in Zukunft steht der Schutz der rumänischen Karpaten im Vordergrund der Arbeit von FCC und ZGF.

Eigentlich kümmert sich die rumänische Naturschutzorganisation Fundatia Conservation Carpathia, die seit vielen Jahren eine Partnerorganisation der ZGF ist, vor allem um die Erhaltung der bedrohten Buchen und Fichtenurwälder im Făgăraș-Gebirge. Nach der Privatisierung staatlicher Waldflächen werden diese nämlich in großem Maße Holzunternehmen überlassen und für kurzfristige Gewinne gerodet. Dem versucht FCC auch mit der Unterstützung der ZGF entgegenzuwirken, indem zum einen Wälder gekauft und damit dauerhaft gesichert werden. Zum anderen soll ein großer Nationalpark in der Region entstehen. Auf Flächen, die mit großen Kahlschlägen gerodet wurden, pflanzt FCC die für diese Standort typischen Baumarten nach, vor allem um ein Abrutschen der Hänge in die Täler zu verhindern. An diesen wichtigen Aufgaben für die Natur und für die Bevölkerung in der Region wird FCC  weiterhin arbeiten.