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Elefanten im Sinkflug

Neuer Report bestätigt den rasanten Rückgang Afrikanischer Elefanten.

Frankfurt, 01. September 2016 Zwischen 2007 und 2014 ist der afrikaweite Bestand an Elefanten um 30 Prozent zurückgegangen. Das hat der „Great Elephant Census“, dessen Ergebnisse gestern (31.8.2016) veröffentlicht wurden, aufgedeckt. Insgesamt 352.271 Elefanten wurden in den 18 Ländern, die der Zensus abdeckte, noch gezählt. Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) hatte im Rahmen des „Great Elephant Census“ Zählungen in Tansania und Simbabwe durchgeführt.

„Der Trend ist nicht überraschend“, sagt ZGF-Geschäftsführer Dr. Christof Schenck. „Denn die Wilderei ist ungebrochen auf sehr hohem Niveau, wie die Zahlen des Reports jetzt bestätigen. Um etwa acht Prozent nimmt der Elefantenbestand jedes Jahr ab. Ursache dafür ist vor allem die Wilderei.“

Dr. Christof Schenck, ZGF Geschäftsführer Um etwa acht Prozent nimmt der Elefantenbestand jedes Jahr ab. Ursache dafür ist vor allem die Wilderei. Dr. Christof Schenck, ZGF Geschäftsführer

Der „Great Elephant Census“ ist die erste afrikaweite Bestandsaufnahme von Elefanten, bei der innerhalb kurzer Zeit (2014 und 2015) und mit wissenschaftlich etablierten und standardisierten Methoden per Flugzeug gezählt wurde. Daher liefern die Zahlen erstmals eine zuverlässige Einschätzung der Situation der Afrikanischen Elefanten und eine bessere Grundlage für alle Maßnahmen zum Schutz der Tiere in den Verbreitungsländern. Christof Schenck betont: „Die ZGF wird insbesondere Tansania im Kampf gegen die Elefantenwilderei weiterhin intensiv unterstützen. Bereits nächste Woche werden wir 21 neue Geländefahrzeuge an die tansanischen Schutzgebiete Serengeti und Selous übergeben, damit die Rangereinheiten schneller und effektiver als bisher gegen Elfenbeinschmuggler und Wilderer vorgehen können.“ 

Elefanten zählen ist ein Knochenjob

Drei anstrengende Wochen hatte unser Team in der Serengeti (Tansania) im Mai/Juni 2014 zu bewältigen als dort im Rahmen des „Great Elephant Census“ alle Elefanten im gesamten Serengeti-Ökosystem gezählt wurden. Der Serengeti Nationalpark ist das Herzstück eines der letzten, relativ unberührten Wildnis-Ökosysteme der Welt. Die letzte vollständige Elefantenzählung fand 2009 statt.

 

Die Zählung vor zwei Jahren war Teil des „Great Elephant Census“, der von der Paul G. Allen Family Foundation finanziert und organisiert wurde. Neben zahlreichen NGOs, wie der IUCN African Elephant Specialist Group, Elephants without Borders, dem WWF, der Wildlife Conservation Society, dem African Parks Network, Save the Elephants und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, waren vor allem die Naturschutz- und Nationalparkbehördender jeweiligen Länder an den Zählungen beteiligt.

 

Drei Flugzeuge waren beim Zensus 2014 in der Serengeti im Einsatz. Neben einem Piloten waren jeweils drei Zähler, ausgerüstet mit hochauflösenden Digitalkameras, an Bord. Insgesamt waren die Flugzeuge mehr als 230 Stunden in der Luft und haben eine Strecke zurückgelegt, die einer Erdumrundung entlang des Äquators entspricht.

 

Das ehrgeizige Projekt ist der größte panafrikanische Zensus seit den 1970er-Jahren und liefert nun neue Erkenntnisse, wie viele Elefanten es noch gibt, wo sie sich aufhalten und wohin sie wandern.

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