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Der IPBES-Bericht ist ein Weckruf für die Menschheit

Die Dimension der Krise und der Verlust der Artenvielfalt sind gewaltig. Ganze Ökosysteme sind in Gefahr und mit ihnen die Ökosystemleistungen, auf die wir angewiesen sind und die wir Menschen zum Leben brauchen.

Am heutigen Montag (6. Mai 2019) hat der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) den umfassendsten Bericht zum Zustand unseres Planeten vorgelegt. Die Aussagen der Wissenschaftler sind klar, deutlich und ein Weckruf für die Menschen, dass sie ihre eigenen Lebensgrundlagen massiv zerstören:

 

  • Der gefährliche Niedergang der Natur ist beispiellos in der Geschichte der Menschheit – und das Artensterben nimmt stetig zu.

  • 1 Million Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht – mehr als jemals zuvor.

  • Es sind transformative Veränderungen auf allen Ebenen (lokal bis global) notwendig, um die Natur wiederherzustellen und zu schützen.

IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) ist eine unabhängige, zwischenstaatliche Einrichtung, vergleichbar mit dem Weltklimarat IPCC. Für den aktuellen Bericht haben 145 Experten aus 50 Ländern drei Jahre lang Tausende von Quellen ausgewertet. Detaillierte Informationen zu dem Report finden Sie auf ipbes.net.

Dr. Christof Schenck, ZGF-Geschäftsführer, zum IPBES-Report:

„Der IPBES-Bericht ist ein Weckruf für die Menschheit. Die Dimension der ökologischen Krise und der Verlust der Artenvielfalt sind gewaltig. Ganze Ökosysteme sind in Gefahr und mit ihnen deren Leistung, auf die wir angewiesen sind, etwa sauberes Wasser, Kohlendioxidspeicherung, Nahrung, Bestäuber. Aber Arten dienen uns auch als Trickkiste für technische Innovationen und sind eine unschätzbare Quelle für medizinische Wirkstoffe. 

Wir müssen Klimaschutz und Biodiversitätsschutz endlich zusammen angehen. Wir sollten die Schutzgebietsfläche auf 30 Prozent der Land- und Meeresfläche erhöhen. Die wirtschaftlich starken Länder müssen wesentlich mehr Finanzmittel für die artenreichen Länder der Tropenzone bereitstellen.

Deutschland kommt bei der jetzt laufenden Entwicklung des nächsten Zehnjahresprogramms der Vereinten Nationen zum Schutz der biologischen Vielfalt eine Schlüsselrolle zu, gerade auch durch die EU-Ratspräsidentschaft im nächsten Jahr. Es ist spät, was die Rettung der Erde angeht, aber noch nicht zu spät."
Christof Schenck, ZGF-Geschäftsführer Es ist spät, was die Rettung der Erde angeht, aber noch nicht zu spät. Christof Schenck, ZGF-Geschäftsführer

Kommentar von Michael Brombacher, ZGF-Referatsleiter Europa:

„Schutzgebiete sind das Rückgrat bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt und sie gewährleisten sogenannte Ökosystemleistungen, die für unser aller Überleben notwendig sind. Die meisten Schutzgebiete sind jedoch nicht nachhaltig finanziert.

Zurzeit wird von drei international tätigen NGOs, darunter die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF), ein neues Finanzierungsinstrument unter dem Namen Legacy Landscapes entwickelt. Nach diesem Konzept werden weltweit herausragende Schutzgebiete nach den Kriterien Biodiversität, Größe und Ursprünglichkeit ausgewählt; diese sollen jeweils über ein Stiftungsmodell auf Ewigkeit sicher finanziert werden. Wir appellieren an Deutschland und die EU, das Legacy Landscapes-Konzept maßgeblich zu unterstützen.“
Michael Brombacher, ZGF-Referatsleiter Europa Schutzgebiete sind das Rückgrat bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt und gewährleisten sogenannte Ökosystemleistungen, die für unser aller Überleben notwendig sind. Michael Brombacher, ZGF-Referatsleiter Europa

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