Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite optimal zu präsentieren. Durch die weitere Nutzung unserer Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

 

Großartiger Erfolg für den Naturschutz: Peruanische Regierung lehnt Straßenbauprojekt angrenzend an Manú Nationalpark ab

Die peruanische Regierung hat Pläne für den Bau einer Straße im Regierungsbezirk Madre de Dios im Südosten Perus abgelehnt. Diese hätte durch eine der artenreichsten Regionen der Erde geführt. In dieser Gegend gibt es noch riesige ursprüngliche Waldgebiete, verteilt auf mehrere Nationalparks und Reservate.

20. Dezember 2015, Cusco, Peru. Der Verlauf der geplanten Straße hätte erheblichen Einfluss auf die biologische Vielfalt gehabt und hätte eines der bedeutendsten Schutzgebiete Perus, den Manú Nationalpark, ebenso gefährdet wie die Amarakaeri Communal Reserve. Bereits am 4. Dezember haben sich der peruanische Präsident Ollanta Humala und Pedro Cateriano, Präsident des Ministerrats, gegen diese Initiative ausgesprochen.

 

Die geplante Straße hätte die Pufferzonen der Schutzgebiete durchschnitten und daher laut Regierung ein großes Risiko dargestellt – sowohl für die Umwelt als auch in sozio-ökonomischer Hinsicht. Der Bau der Straße hätte die Wahrscheinlichkeit von Abholzung deutlich erhöht und so auch die Mashco-Piro, eine indigene Gruppe in freiwilliger Isolation, gefährdet. Ein Grund für die Ablehnung war zudem die Vorgehensweise der Initiatoren des Straßenprojekts, denn die Zustimmung der Nationalen Schutzgebietsbehörde SERNANP sei nicht eingeholt worden.

 

Mit der strikten Ablehnung folgt Perus Regierung den Protesten lokaler Naturschutzorganisationen, die sich konsequent gegen die Straße eingesetzt und die negativen Auswirkungen des Straßenbaus auf die Umwelt klar herausgestellt hatten.

 

„Wir sind sehr glücklich über diese Entscheidung“, betont Hauke Hoops, ZGF-Programmleiter in Peru. „Gemeinsam mit 19 anderen Organisationen ist die ZGF in Peru Teil eines Naturschutznetzwerks. Dieses Netzwerk hat der Naturschutzbehörde SERNANP Rückendeckung gegeben, denn SERNANP hat sich gegen die Straße ausgesprochen, für die es kein legales Planungsverfahren und keine Verträglichkeitsprüfung gegeben hatte. Ein gemeinsamer Brief an den Präsidenten hat letztendlich die Entscheidung der Regierung befördert, das Straßenprojekt abzulehnen“, sagt Hoops. 

Gallerie: Vielfalt im Manú Nationalpark

Der Südosten Perus, wo die Ausläufer der Anden mit dem Amazonasbecken zusammentreffen, ist eines der artenreichsten Gebiete der Erde. Der Manú Nationalpark hält den Rekord für die meisten Vogel-, Reptilien- und Amphibienarten, das nahegelegene Tambopata National Reserve ist Rekordhalter für Schmetterlings- und Libellenarten. Beide Gebiete beherbergen bedeutende Populationen gefährdeter Arten. Daneben sind sie Heimat der letzten Gruppen von Indigenen, die keinen Kontakt zur modernen Gesellschaft haben und stattdessen ein traditionelles nomadisches Leben führen.

 

Die ZGF ist seit 1969 in Peru tätig und unterstützte über Jahrzehnte hinweg verschiedene Projekte zum Schutz bedrohter Arten. 1990 begann im Manú Nationalpark eine Studie zur Ökologie der Riesenotter, die sich inzwischen zu einem vollumfänglichen Parkschutzprogramm entwickelt hat. Seit 2005 wächst die Anzahl der Schutzgebiete Perus kontinuierlich. Heute stehen mehr als sechs Millionen Hektar unter Schutz. Die ZGF ist unter anderem in den Nationalparks Manú und Alto Purús sowie der Madre de Dios Territorial Reserve tätig. Wir arbeiten eng mit der peruanischen Schutzgebietsbehörde SERNANP zusammen und unterstützen sie bei ihrer Aufgabe, diese großartigen Gebiete zu schützen. 

Weiteres aus dem Peru-Programm