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Menschenrechtspreis für Regenwaldaktivistin

Liz Chicaje Churay wurde in Lima in Peru vom deutschen Botschafter Stefan Herzberg und vom französischen Botschafter Antoine Grassin mit dem Deutsch-Französischen Menschenrechtspreis ausgezeichnet.

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Liz Chicaje Churay ierhält die Auszeichnung von dem deutschen Botschafter Stefan Herzberg und dem französischen Botschafter Antoine Grassin.

22.01.2019 Lima, Peru - Liz Chicaje Churay gehört zum indigenen Volk der Bora. Die zierliche Frau lebt im Norden Perus, in einem Regenwaldgebiet, in dem 2018 der jüngste Nationalpark des Landes entstanden ist, der Yaguas Nationalpark.

Der Park ist gut 1.000 Kilometer von der Hauptstadt Lima entfernt, 8.700 Quadratkilometer groß und extrem artenreich. „Wir, die indigenen Völker, sind die Hüter von Yaguas“, sagt Liz Chicaje Churay, „und wir brauchen den Nationalpark, um die weiten Regenwälder und die Flüsse vor den illegalen Goldsuchern, Holzfällern und allen anderen zu schützen, die ihren privaten Profit aus den natürlichen Ressourcen der Region ziehen wollen.“

Dass Yaguas im letzten Jahr zum Nationalpark wurde, ist auch der Verdienst von Liz Chicaje Churay. Als Vorsitzende von FECONA, einer der ältesten und am besten organisierten Indigenenvertretungen im peruanischen Amazonasgebiet, hatte Liz den gut einjährigen Prozess mit vorangetrieben, der Yaguas zum Nationalparkstatus verhalf. Die Mutter von fünf Kindern hatte mit ihren entschiedenen Plädoyers dazu beigetragen, 23 der 26 Gemeinden im Umfeld von Yaguas davon zu überzeugen, dass der Regenwald entlang des Flusses Yaguas die höchste internationale Schutzkategorie verdient. Für dieses Engagement wurde ihr am Dienstagabend (22. Januar 2019) in der deutschen Botschaft in Lima der „Deutsch-Französischen Preis für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit 2018“ verliehen, für den sie im Dezember anlässlich des Tages der Menschenrechte von Bundesaußenminister Heiko Maas und Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian nominiert worden war.
Liz Chicaje Churay Wir, die indigenen Völker, sind die Hüter von Yaguas und wir brauchen den Nationalpark, um die weiten Regenwälder und die Flüsse vor den illegalen Goldsuchern, Holzfällern und allen anderen zu schützen, die ihren privaten Profit aus den natürlichen Ressourcen der Region ziehen wollen.“ Liz Chicaje Churay

„Liz Chicaje hat eine große Rolle darin gespielt, dass der Yaguas Nationalpark ausgewiesen wurde und in der bilateralen Zusammenarbeit mit Peru: Umweltschutz, die Bildung von nationalen Waldschutzgebieten, der Kampf gegen illegale Ressourcennutzung und der Schutz von indigenen Gemeinden. All dies kommt bei Liz zusammen“, würdigte der deutsche Botschafter Stefan Herzberg das Engagement von Liz Chicaje.

„Dass dieser Nationalpark geschaffen wurde, bedeutet uns so viel. Nun können wir uns weiter um unsere Gebiete kümmern und darum gesunde Nahrung zu haben. Für uns bedeutet dieser Park, was für euch eine Bank bedeutet: dort vermehren sich die Tiere und das Wasser ist gesund und sauber. Wir, die Gemeinden, mussten dieses Gebiet beschützen“, sagt Liz Chicaje.

Yaguas liegt in der Region Iquitos, im Nordosten Perus. Das Gebiet gehört zum Amazonastiefland, ist sehr schwer zugänglich und extrem artenreich. Tausende unterschiedlicher Pflanzen- und Tierarten wurden bisher dort nachgewiesen. Darunter auch Rosa Flussdelfine, Riesenotter, Seekühe, Jaguare und Wollaffen. Seinen Namen hat Yaguas vom indigenen Volk der Yagua, die im Amazonasgebiet im Nordosten Perus bis nach Kolumbien beheimatet sind und auch dem großen Yaguas-Fluss seinen Namen gegeben haben. Der Yaguas entspringt im Nationalpark und mündet in den Rio Putumayo. Der Yaguas ist einer der wenigen Flüsse, die ihren Ursprung im Amazonasbecken haben.

Der Nationalpark Yaguas ist unbewohnt. Die indigenen Gemeinden, die am Unterlauf des Yaguas-Flusses und am Rio Putumayo um Yaguas herum leben, hängen von den reichen aquatischen Ressourcen dieses Ökosystems ab, vor allem dem Fisch. Von daher ist der Schutz des Gebietes für sie überlebenswichtig.

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