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Neues Schutzgebiet in Tansania verknüpft Waldlebensräume

In der Region Katavi wächst das „Tongwe West Local Authority Forest Reserve“ auf eine Fläche von 3650 Quadratkilometern und schützt zukünftig Wald- und Baumsavanne.

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Nkondwe Wasserfall im Tongwe West Local Authority Forest Reserve in West-Tanzania. Photo: Magnus Mosha/FZS

Daressalaam, 19. August 2016 – Die Regierung des west-tansanischen Distrikts Mpanda in der Region Katavi hat den Grenzverlauf des neu vorgeschlagenen Schutzgebiets „Tongwe West Local Authority Forest Reserve“ beschlossen. Der Schutz dieses Gebietes soll Einnahmen aus seiner nachhaltigen Nutzung sichern sowie artenreichen Wald und ein wichtiges Wassereinzugsgebiet erhalten.

„Wir haben nicht oft die Gelegenheit, ein so großes und intaktes Stück Wald und Baumsavanne unter Schutz stellen zu können. Wir beglückwünschen die Mpanda-Distriktregierung dazu, den Wert des Tongwe-Waldes erkannt und die zukunftsorientierte Entscheidung getroffen zu haben, seine natürlichen Ressourcen zu schützen“, sagt Kathryn Doody, Community Conservation Advisor der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) in Mahale.

 

Gemeinsam mit dem Critical Ecosystem Partnership Fund (CEPF) und weiteren Partnern wie dem Jane-Goodall-Institut hat die ZGF die Distrikt-Regierung bei der Identifizierung, Planung, und Einrichtung der Tongwe West Forest Reserve unterstützt.

 

Die vorgesehenen Grenzen umfassen eine Fläche von 3.650 Quadratkilometern. Das neue Schutzgebiet grenzt an bestehende nationale und kommunale Waldschutzgebiete. „Es ist bemerkenswert, dass das Schutzgebiet vollständig außerhalb der Grenzen von kommunalem Land liegt“, sagt Magnus Mosha, der ZGF-Projektleiter in Mahale.

 

Die Tongwe West Forest Reserve schützt lebenswichtige Wassereinzugsgebiete, stellt die Wasserversorgung der umliegenden Dörfer sicher und gewährleistet, dass auch weiterhin sauberes Wasser in den Tanganjikasee fließen wird.

 

Nachhaltige Forstwirtschaft wird voraussichtlich in Teilen des Gebietes zugelassen und streng überwacht werden. Daraus sollen dringend benötigte Einnahmen für das Management des Schutzgebietes, die umliegenden Gemeinden und die Regierung generiert werden.

 

Die markante Landschaft mit dem Nkondwe Wasserfall und den Magorofani-Felsen könnte in Zukunft auch als Reiseziel Bedeutung gewinnen. Der Ausbau des Straßennetzes in West-Tansania schreitet voran, sodass das Gebiet zunehmend besser erreichbar ist.

 

Das Wald- und Miombo-Baumsavannengebiet verbindet bislang getrennte Schutzgebiete. Diese Verknüpfung erlaubt es verschiedenen Tierarten ungehindert im Ökosystem zu wandern, das den Katavi- und Mahale-Nationalpark umfasst.

 

Der Schutz soll auch den Schimpansen im Gebiet zugutekommen. Der Tongwe-Walde ist Lebensraum eines bedeutenden Teils der tansanischen Population, die bislang außerhalb von Schutzgebieten lebte. Für die Erhaltung der bedrohten Menschenaffen ist das ein wichtiger Schritt.

 

Die Entwicklung der Schimpansenpopulation im Gebiet wird erforscht, für viele andere Arten ist der Wissensstand jedoch noch gering. Es ist bekannt, dass Kolobusaffen, Elefanten, Büffel, Pferdeantilopen und weitere große Säuger dort vorkommen. Von der lokalen Bevölkerung wissen wir, dass das Gebiet Wanderrouten der Elefanten zwischen anderen Schutzgebieten im größeren Ökosystem abdeckt. Wie sie den Tongwe-Wald nutzen und sich dort bewegen, muss jedoch noch untersucht werden.

 

Das Management des Schutzgebietes wird in der Verantwortung der neuen Tanganjika-Distriktregierung und zehn umliegender Dörfer liegen. Ein neu gegründetes Forest Management Council wird den Schutzstatus überwachen.

 

„Dem Schutz eines Gebietes zuzustimmen, ist nur der erste Schritt. Bis zur Erhaltung des Tongwe-Waldes ist es ein weiter Weg“, sagt Josephina Rupia, Naturschutzbeauftragte der Mpanda-Distriktregierung. CEPF und die ZGF werden zur Entwicklung eines Managementplanes beitragen, der das Wissen der tansanischen Behörden und der umliegenden Dorfgemeinden im Forest Management Council bündeln wird.

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