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Peru schafft einen riesigen neuen Nationalpark

Der heute veröffentlichte Beschluss der peruanischen Regierung, das Regenwaldgebiet Yaguas zum Nationalpark zu machen, ist ein Meilenstein für den Naturschutz in Peru, für die Erhaltung der Biodiversität, für den Klimaschutz – und für die indigenen Bewohner des Yaguas-Beckens.

Frankfurt, 11. Januar 2018 - Heute veröffentlichten Perus Umweltministerin Elsa Galarza Contreras und Präsident Pedro Pablo Kuczynski Godard im „El Peruano“ den gestrigen Beschluss, dass Yaguas zum 15. Nationalpark des Landes wird. „Dies ist ein grandioser Schritt für den Schutz der Natur in Peru“, beglückwünscht Dr. Christof Schenck, Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF), die Ministerin.

Die ZGF hat die peruanische Naturschutzbehörde SERNANP seit 2015 finanziell und logistisch dabei unterstützt, den Schutz von Yaguas zu verbessern und den Prozess voranzutreiben, aus dem bisher als „Zona Reservada“ geschützten Gebiet einen Nationalpark zu machen. Die jetzt beschlossene Ausweisung von Yaguas als Nationalpark ist ein Erfolg für alle, die sich dafür eingesetzt haben, vor allem aber für die Natur in Yaguas.

 

„Der Yaguas Nationalpark ist ein herausragender Beitrag zum Schutz von Klima und biologischer Vielfalt. Es war für uns überaus spannend, bei der Geburt dabei zu sein und wir werden dem neusten Baby der Großschutzgebiete in Peru weiter beistehen“, sagt Christof Schenck.

Yaguas – unbewohnt und gigantisch groß

Das Regenwaldgebiet der „Zona Reservada Yaguas“ ist 8.700 Quadratkilometer groß – das ist viermal so groß wie die Fläche aller Nationalparks auf dem deutschen Festland zusammengenommen. Für den Klimaschutz ist die Erhaltung einer derart riesigen Primärwaldfläche von großer Bedeutung.

 

Yaguas liegt in der Region Iquitos, im Nordosten Perus. Das Gebiet gehört zum Amazonastiefland, ist sehr schwer zugänglich und extrem artenreich, tausende von unterschiedlichen Pflanzen- und Tierarten wurden bisher dort nachgewiesen. Darunter auch Rosa Flussdelfine, Riesenotter, Seekühe, Jaguare und Wollaffen. Seinen Namen hat Yaguas vom Yaguas-Fluss, der hier entspringt und in den Rio Putumayo mündet. Der Yaguas ist einer der wenigen Flüsse, die ihren Ursprung im Amazonasbecken haben.

 

Die Zona Reservada Yaguas ist unbewohnt. Die indigenen Gemeinden, die am Unterlauf des Yaguas Flusses und am Rio Putumayo um Yaguas herum leben, hängen jedoch von den reichen aquatischen Ressourcen dieses Ökosystems, vor allem dem Fisch, ab. Von daher ist der Schutz des Gebietes für sie überlebenswichtig.

 

„Der Nationalpark geht auch auf den Wunsch der indigenen Anrainergemeinden zurück. Sie wissen, dass der Park ihre Lebensgrundlagen sichert. Lokales Engagement für Nationalparks würden wir uns auch verstärkt in Deutschland wünschen“, sagt Christof Schenck.

Starker Rückhalt aus den indigenen Gemeinden

Dem jetzigen Beschluss ist ein gut einjähriger Prozess vorangegangen, in dem 23 Gemeinden aus dem Umfeld „Zona Reservada Yaguas“ dafür plädierten, Yaguas zu einem Nationalpark zu machen. Die Gemeinden Ampiyacu, Medio und Bajo Putumayo hatten den peruanischen Staat 2017 sogar dazu aufgefordert, Yaguas zum Nationalpark zu erklären, um damit der Bedrohung des Gebietes durch illegalen Holzeinschlag und illegales Goldwaschen Einhalt zu gebieten.

In einem Kommuniqué an die Öffentlichkeit hatten Verbände der indigenen Gruppen in Yaguas und die Vertreter der 23 Gemeinden im Juli 2017 die Notwendigkeit angemahnt, Yaguas zu schützen, "weil wir dies als heiligen Ort, als Kinderstube für Tiere und Pflanzen betrachten, und weil wir ein Yaguas ohne illegale Aktivitäten wollen.“ Das Umweltministerium (MINAM) leitete einen partizipativen und demokratischen Konsultationsprozess ein, in den alle betroffenen Gemeinden eingebunden waren.

 

Der Yaguas Nationalpark wird der 15. Nationalpark Perus sein und eins von insgesamt 76 vom Staat geschützten Naturgebieten. Die staatliche Naturschutzbehörde SERNANP und das Umweltministerium (MINAM) sind für den Park und seine Ausweisung verantwortlich. Unterstützung technischer und logistischer Natur erhielten sie in diesem Verfahren von einer ganzen Reihe an Institutionen, maßgeblich dem Instituto del Bien Común (IBC), dem Chicago Field Museum und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt.