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Zum Tod von Karl Friedrich Sinner

Der Wildnis ist ein großer Fürsprecher verloren gegangen. Karl Friedrich Sinner ist am 18. März 2017 überraschend verstorben. Sein Leben lang setze er sich für Waldwildnis und Nationalparks ein und leistete auf seine unnachahmliche Art Überzeugungsarbeit. Karl Friedrich Sinners Tod ist ein großer Verlust für den Naturschutz in Deutschland.

Karl Friedrich Sinner Wildnis zu betreten, ist wie eine Reise in ein neues unbekanntes Land. Karl Friedrich Sinner

Als ehemaliger Nationalparkleiter Bayerischer Wald (von 1998 bis zu seinem Ruhestand 2011) berichtete er glaubhaft und leidenschaftlich von der Faszination, die von wilden Wäldern ausgeht. Er überzeugte mit Fachwissen, das über die Landesgrenzen bekannt war. Vor allem in unseren osteuropäischen Nachbarländern war Karl Friedrich Sinner ein angesehener Experte und Anwalt für Waldschutzgebiete. In Würdigung seiner Arbeit erhielt er unter anderem den Umweltpreis des tschechischen Umweltministeriums sowie die Umweltmedaille des Freistaats Bayern.

Karl Friedrich Sinner war immer aufrichtig und unerschütterlich, auch in den oftmals heißen Diskussionen, die sich um das Thema Waldwildnis entfalten. Er verschaffte sich in allen Lagern Gehör und Anerkennung und war ein Brückenbauer zwischen Naturschutz und Forst, denn er besaß ein tiefes Verständnis für die Anliegen aller Beteiligten. War er doch in seiner Karriere als Forstwirt unter anderem Leiter des Forstamts Nürnberg (1988 bis 1998) und damit zuständig für den Nürnberger Reichswald, der unter seiner Ägide in einen naturnahen Mischwald umgewandelt wurde.

Bis zuletzt war Karl Friedrich Sinner im Vorstand von EUROPARC Deutschland e. V. aktiv und beriet Nationalparkinitiativen, sehr häufig in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt. Auch im Spessart, seiner alten Heimat, trat er in der aktuellen Debatte für einen Nationalpark ein. Noch wenige Tage vor seinem Tod absolvierte er öffentliche Auftritte und war einer der Experten, die vor dem bayerischen Landtag zum 3. Nationalpark gehört wurden.
Karl Friedrich Sinner trug die Waldwildnis im Herzen. Sein sachlicher Rat und unermüdlicher Einsatz für die wilde Natur werden uns sehr fehlen. Mit seiner ansteckenden Begeisterung und menschlichen Wärme wird er in unserer Erinnerung weiterleben und viele Menschen über seinen Tod hinaus inspirieren und motivieren.