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Teamwork für den Park

Eine gute Partnerschaft ist in allen Projekten die Basis für unsere Arbeit. Denn die ZGF versteht sich als Organisation, die Schutzgebiete dort unterstützt, wo ihnen die Mittel oder das Knowhow für einen effektiven Parkschutz fehlen.

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Hugo van der Westhuizen fliegt über den Gonarezhou Nationalpark. (Photo: Natasha Anderson)

Gonarezhou, Simbabwe Juni 2015 von Hugo van der Westhuizen 

 

Als kleiner Junge habe ich davon geträumt, Ranger zu werden, im Busch zu arbeiten und die wilden Tiere Afrikas zu retten. Ich hatte ja keine Ahnung davon, wie kompliziert Naturschutzarbeit sein kann und dass ich eines Tages, wenn ich meinen Traum wahr gemacht haben würde, die meiste Zeit mit Menschen statt Tieren zu tun haben würde. Die menschliche Bevölkerung wächst rasant, illegaler Handel mit Wildtieren boomt und der Druck auf die natürlichen Ressourcen wächst unaufhörlich – das sollte jedem einzelnen von uns Sorgen bereiten.

 

Manchmal kann man schon mutlos werden und glauben, unsere Arbeit sei vergebens. Besonders wenn man Artikel liest mit der Überschrift: „Mosambik verliert in fünf Jahren 48 % seiner Elefanten“. Wenn man dann noch in einem Nationalpark arbeitet, der eine 110 Kilometer lange Grenze mit eben diesem Land teilt, dann ist die Frage nicht mehr, ob uns die Wilderei-Krise treffen wird, sondern wann.

 

Das persönliche Engagement ist entscheidend

Was mich bei alledem trotzdem motiviert, ist die tägliche Zusammenarbeit mit engagierten Menschen. Ich werde oft gefragt, welche Faktoren darüber entscheiden, ob wir erfolgreich sind oder nicht. Die Antwort ist einfach: Es sind die Leidenschaft der Menschen, die wir unterstützen und die unter schwierigen Umständen die letzten Wildnisgebiete und deren Flora und Fauna schützen. Wir können Unmengen an Geld ausgeben und mit den besten Absichten an die Sache herangehen – aber wenn die Menschen, die vor Ort den größten Teil der Arbeit leisten, nicht hinter dieser Arbeit stehen, dann verschwenden wir unsere Zeit, unser Geld und unsere Träume. Ich habe das große Glück, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die für ihre Mission, die Natur zu schützen, ihr Leben geben würden. Manche von ihnen sind auch tatsächlich dabei umgekommen. Diese Menschen sind unschätzbar wertvoll.

 

An der Spitze des nördlichen Sektors von Gonarezhou gibt es so einen Kollegen: Gebietsmanager Evious Mpofu. Seit unserem ersten Tag im Projekt arbeite ich mit Evious zusammen, wir sprechen uns permanent ab und tauschen Ideen aus. Unsere gute Beziehung ist ausschlaggebend dafür, dass wir mit unserer Arbeit Erfolg haben. Ohne seinen Rat, seine Unterstützung und Leidenschaft wäre Gonarezhou heute ein anderer Ort und die Schlagkraft der ZGF wäre viel geringer.

 

Ich habe ihm ein paar Minuten seiner Zeit gestohlen, um mich mit ihm zu unterhalten und ihm einige Fragen zu stellen.

Interview mit Gebietsmanager Evious Mpofu

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Gebietsmanager Evious Mpofu und ZGF Projektleiter Hugo van der Westhuizen. (Foto: Elsabe van der Westhuizen)

Wie lange arbeitest du schon für den Nationalpark?

 

Seit 20 Jahren. Eigentlich wollte ich Lehrer werden, aber ich bin fasziniert von Wildtieren und hab meine Pläne geändert. Es gab auch schon einige Lehrer in meiner Familie und darum wollte ich dann etwas anderes machen.


Was bedeuten der Gonarezhou Nationalpark und der Naturschutz den Menschen in Simbabwe?

 

Tiere und Nationalparks bedeuten ihnen sehr viel aber in den Gebieten außerhalb des Parks gibt es kaum noch Wildtiere oder natürliche Ressourcen. Der Grund dafür ist, dass jeder alle Ressourcen auf Kosten der anderen nutzen will. In den Nationalparks ist die biologische Vielfalt geschützt. Das ist besonders wichtig für zukünftige Generationen. 

 

Was bereitet dir im Moment die größten Sorgen für Gonarezhou?

 

Die kommerzielle Wilderei.

 

Ist das eine neue Herausforderung?


Wilderei wird es immer geben, wo arme Menschen an einer Parkgrenze leben. Das müssen wir wohl akzeptieren, auch im Hinblick auf das große Bevölkerungswachstum. Aber kommerzielle Elefanten-Wilderei im großen Stil ist ein neuer und sehr beunruhigender Trend. 

 

Der benachbarte Krüger Nationalpark verliert in alarmierender Geschwindigkeit Nashörner und die Nashorn-Wilderer kommen vor allem aus Mosambik. Gonarezhou teilt eine Grenze mit Mosambik. Bereitet dir das Sorgen?


Es bereitet mir sogar große Sorgen. Und darum tun wir auch was wir können, um dieser Bedrohung entgegenzutreten. Der Krüger Nationalpark investiert erheblich in seine Antiwilderei-Arbeit und ab einem bestimmten Zeitpunkt wird sich dort die Wilderei hoffentlich nicht mehr lohnen, weil das Risiko für die Wilderer zu hoch geworden ist. Oder weil es einfach zu wenige Tiere gibt, die man noch wildern könnte und der Aufwand zu groß wird. Gonarezhou wird das nächste Ziel sein. Schon jetzt sehen wir einen Aufwärtstrend bei der Elefantenwilderei.

Als ausländische Organisation ist die ZGF Gast in diesem Land. Ist schwierig, eine fremde Organisation im Park zu haben?

 

Im Naturschutz geht es vor allem um Teamwork. Und Partnerschaften sind der beste Weg, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Besonders was die technische und finanzielle Unterstützung angeht, profitieren von der Zusammenarbeit mit der ZGF. Aber auch der Erfahrungsaustausch ist sehr wertvoll. Unsere Arbeit ist kompliziert, aber wenn man die Probleme teilt, wird es einfacher. Die ZGF kam zu einer Zeit ins Land, als wir uns großen Herausforderungen gegenübersahen und dringend Hilfe brauchten. Das hat unser Verhältnis geprägt.

 

Du bist seit 2007 in Gonarezhou, ebenso lange wie die ZGF. Was hat die ZGF deiner Meinung nach für Gonarezhou bewirken können?

Die ZGF hat in Gonarezhou vieles verändert. Meist investieren ausländische NGOs nicht in Nationalparks in Simbabwe, aber Gonarezhou hatte Glück! Das erste, wobei uns die ZGF unterstützt hat, war die Planung. Wir haben jetzt einen General Management Plan für Gonarezhou. Ich glaube es ist der einzige ministerial genehmigte General Management Plan im ganzen Land. Der Plan ist unsere Bibel und er deckt alle wichtigen Aspekte ab: nachhaltigen Tourismus, Parkverwaltung, Infrastruktur Biodiversitätsschutz und kooperatives Management. Als nächstes hat uns die ZGF dabei geholfen, die Unterkünfte der Angestellten zu renovieren, bei der Beschaffung und Instandhaltung von Ausrüstung und Infrastruktur und beim Training – um nur einiges zu nennen. Inzwischen kümmert die dich ZGF auch um den Personalmangel, stellt Mitarbeiter ein und unterstützt die Gemeinden.

 

Wie siehst du die Zukunft von Gonarezhou?

 

Positiv. Weil es Strategien und konkrete Pläne gibt, damit der Park besser funktioniert. Im Moment diskutieren wir gerade ob eine Treuhandstiftung aufgebaut werden kann – für einen nachhaltigen Nationalpark und einer sicheren Zukunft für Gonarezhou.

 

Magst du deine Arbeit?

 

Ich liebe meine Arbeit, aber ehe die ZGF ins Land kam, war es echt schwer, etwas zu erreichen. Aber dank eurer Unterstützung ist meine Arbeit viel einfacher geworden und ich erreiche meine Ziele. Ich denke, wir sind fast am Ziel (lacht), aber ich habe den Ehrgeiz, Gonarezhou zum sichersten Schutzgebiet von Simbabwe und von ganz Afrika zu machen.

 

Vielen Dank für alles, was du für Gonarezhou tust und für deine Offenheit. Als ausländische NGO können wir nur so gut sein, wie die Menschen vor Ort. Du hast gezeigt, dass wir gemeinsam eine ganze Menge erreichen können. 

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