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Alte Buchen und neue Wildnis

Buchenwald-Schutzprojekt Hohe Schrecke in Nordthüringen

Hohe Schrecke
Die Hohe Schrecke in Nordthüringen.

In der Hohen Schrecke wächst ein Wald, wie er ohne das Wirken des Menschen in weiten Teilen unserer Breiten vorkäme. Das rund 7.300 Hektar große, unzerschnittene Waldgebiet liegt in Nordthüringen an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt. Es ist Teil eines Waldbandes, das sich über Kyffhäuser und Hainleite bis hin zum Nationalpark Hainich erstreckt und das Thüringer Becken nach Norden hin begrenzt. Eine jahrhundertelange sehr extensive Nutzung sowie eine knapp 50-jährige Ausweisung als militärisches Sperrgebiet haben dazu geführt, dass sich im Waldgebiet Hohe Schrecke zum Teil sehr alte und sehr naturnahe Waldbestände erhalten konnten.

Besonders wichtig dabei sind das Alter der Bäume und die Artenzusammensetzung. In den bewirtschaften Wäldern Deutschlands, die mehr als 97 Prozent der Waldfläche ausmachen, finden sich in der Regel unnatürlich hohe Anteile von Nadelbäumen, vor allem von Fichten. Die Bäume werden hier schon im Jugendstadium, also in einem Alter bis ca. 100 Jahren geerntet. Lange Zerfallsphasen mit hohem Totholzanteil und idealen Lebensbedingungen für Pilze, Insekten, Vögel und Säugetiere gibt es dort nicht. Bei der Hohen Schrecke handelt es sich dagegen um eines der ältesten Waldgebiete Deutschlands mit teils uralten Buchen und relativ hohem Totholzanteil. Im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen konnten in der Hohen Schrecke sogar 13 Urwald-Reliktarten (Stand: 2015), d. h. Arten, die es nur in echten Urwäldern gibt, nachgewiesen werden.

 

Der Wert des Waldes soll für die kommenden Generationen bewahrt werden. Deshalb führt unser Projektpartner, die Naturstiftung David, seit 2009 das Naturschutzgroßprojekt „Hohe Schrecke“ durch, das von Beginn an von uns unterstützt wurde. Übergreifendes Ziel ist eine enge Verzahnung von großflächig ungenutzten und besonders naturnah genutzten Waldbereichen. Bis zum Ende der zweiten, zehn Jahre dauernden Projektphase soll in der Hohen Schrecke auf mindestens 25 Prozent der Waldfläche (2.000 Hektar) des sogenannten Kerngebietes ein Biotopverbund aus repräsentativen, nutzungsfreien Waldflächen (Wildnisflächen) etabliert werden.

WAS MACHEN WIR KONKRET?

-       Ausweitung der Wildnisbereiche, möglichst durch Flächenkauf

-       Sicherung von Flächen durch die Ausweisung als Naturschutzgebiet

-       Konzeption von Naturerlebniswegen für die Besucherlenkung

-       Diskussionsveranstaltungen zum Thema Wildtiermanagement in der Region