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Schutz artenreicher Regionen

Heute wissen wir besser als je zuvor, wo und wie wir die Vielfalt unseres Planeten schützen können.

Man kann es als glückliche Fügung betrachten, dass die Biodiversität auf der Erde sehr ungleich verteilt ist. Es gibt die tropischen Regenwälder und Korallenriffe mit den höchsten Artendichten, artenarme Wüsten und Eisregionen sowie Gebiete mit besonders vielen endemischen Arten, Arten, die nur in einer eng begrenzten Region vorkommen. Man braucht also keine große Käseglocke und muss nicht die ganze Welt unter Naturschutz stellen. Für die Landflächen gilt die Faustregel: Gut 10 Prozent unter strengem Schutz und ein nachhaltiger Umgang mit den bewirtschafteten Flächen erhalten einen Großteil der Biodiversität.

 

Allerdings müssen die Gebiete sorgfältig ausgewählt werden und sich auf die Zentren der Biodiversität und der endemischen Arten konzentrieren. Zudem gilt es, besonders gefährdete Gebiete vorrangig zu schützen und auch ausreichend große Wildnisgebiete mit natürlichen Abläufen einzubeziehen.

 

Klimatologen haben heutzutage konkrete Vorstellungen davon, wie sich Szenarien bei unterschiedlichen Treibhausgaskonzentrationen entwickeln und wie Maßnahmen gegen den Klimawandel aussehen müssen. Ebenso wissen Biologen, welche Regionen und Arten besonders gefährdet sind und was zu ihrem Schutz getan werden muss. Und noch etwas haben diese beiden großen Aufgaben der Menschheit gemeinsam: Die Kosten für die Vorsorge liegen deutlich unter dem, was auf uns zukommt, wenn die jetzigen negativen Entwicklungen anhalten. 

Prof. Bernhard Grzimek Naturschutz ist Menschenschutz. Prof. Bernhard Grzimek

Naturschutz ist Menschenschutz, das propagierte schon Bernhard Grzimek und warb damit um Verständnis für die Erhaltung von Wäldern, Mooren und bedrohten Arten. Längst treten Naturschützer nicht mehr nur mit Fernglas und Gummistiefeln auf, sondern nutzen Laptop und Beamer. Zusammen mit den Gemeinden werden Landnutzungspläne erarbeitet, die Nutzung und Schutz für alle Seiten sinnvoll vereinen. Mit alternativen Einkommensmöglichkeiten und Kleinkrediten sucht man Auswege aus dem Teufelskreis von Übernutzung und weiterer Armut.

 

Viel stärker als in den Industrieländern sind die Menschen in der Tropenzone auf intakte Wälder, saubere Seen und ausreichend Wasser führende Flüsse angewiesen. Für sie ist das Prinzip der Nachhaltigkeit langfristig überlebenswichtig, wenn dem auch oft akute Bedürfnisse entgegenstehen.

 

Schutzgebiete sind Puffer, Regulatoren und Refugien, und artenreiche Kulturlandschaften minimieren Risiken. Die Erde hat in Jahrmillionen Massensterben, Eis- und Warmzeiten, Kometeneinschläge und Vulkanausbrüche mit drastischen Klimaänderungen erlebt. Die Natur wird weiterexistieren. Mit oder ohne Klimawandel und Artenschwund. Die vom Menschen verursachten fundamentalen globalen Veränderungen betreffen vor allem eine Art: den Menschen selbst. 

Sunset behind tree

Unsere Projektregionen

Riesige, unberührte Landschaften, in denen natürliche Prozesse unbeeinflusst vom Menschen ablaufen, das ist Wildnis. Der Schutz von Wildnisgebieten ist der Schwerpunkt unserer Arbeit - im tropischen Regenwald Perus genauso wie in den Savannen Afrikas.

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Neue Herausforderungen

Noch nie war Naturschutz so komplex, und noch nie war er so bitter nötig. Von Haustieren übertragene Krankheiten fordern heute unter den Wildtieren mehr Opfer als die Schlingen und Kugeln der Wilderer. Invasive Arten gefährden ganze Ökosysteme. Der Ressourcenhunger und der Energiebedarf bestimmen den Umgang mit der Natur. Gleichzeitig wird immer deutlicher, dass Hunger, Krieg, Krankheiten, Klimawandel und Schwund an Arten und Lebensräumen eng miteinander verbunden sind und gemeinsam angegangen werden müssen. Die Erhaltung der biologischen Vielfalt gehört somit zu den ganz großen Aufgaben der Menschheit.

 

Im Grunde wissen wir, was zu tun ist. Wir kennen die Zentren der biologischen Vielfalt und wissen, wo es besonders viele endemische Arten auf kleinem Raum gibt. Wir wissen, dass wir nutzungsfreie Nationalparks brauchen, um Biodiversität zu erhalten und das zu sichern, was die Ökosysteme an Wasser- und Klimaregulation leisten. Wir kennen eine Reihe von Maßnahmen, durch die sich die Bedürfnisse der Menschen sinnvoll mit den Notwendigkeiten des Naturschutzes verbinden lassen.

 

Die Mitarbeiter der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt wissen, dass sie die Welt nicht retten können. Sie werden sich auf die Juwelen konzentrieren, auf große, artenreiche Wildnisgebiete. Damit sollen repräsentative Systeme der Savannen, Feuchtgebiete, Wälder und Bergregionen erhalten werden. Jetzt gibt es dafür noch ein knappes Zeitfenster von wenigen Jahrzehnten. Haben sich die Nationalparks und Weltnaturerbe-Gebiete im öffentlichen Bewusstsein erst einmal etabliert, dann stehen die Chancen gut, dass sie wie Bauwerke, Kunstgegenstände oder andere kulturelle Leistungen über Jahrhunderte geschätzt und geschützt werden.

 

Naturschutzpioniere wie Bernhard Grzimek, George Schaller und Jane Goodall haben entscheidende Grundlagen gelegt, Hunderte haben ihr Erbe angetreten und sind an vorderster Front im Einsatz für die Natur, im Einsatz für uns alle. 

Hummingbird, Peru, Manu Nationalpark (Rob Williams)

Biodiversität - Die Vielfalt des Lebens

Biodiversität beschreibt das Leben auf der Erde schlechthin. Dazu gehört die Vielfalt der Gene, der Arten und der Ökosysteme.

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