
Biodiversität umfasst die Vielfalt von Ökosystemen, Arten und Genen. Sie ist die Grundlage für einen lebenswerten Planeten und das Wohlergehen der Menschen.
Sie sorgt für saubere Luft, Nahrung und Wasser und hilft, die Folgen des Klimawandels abzumildern.
Bei der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) erleben wir jeden Tag, wie intakte Ökosysteme die Lebensgrundlagen von Menschen sichern und Wildtieren einen Lebensraum bieten, das Klima stabilisieren und Natur und Gesellschaft widerstandsfähiger machen.
Geht Biodiversität verloren, geraten diese lebenswichtigen Systeme aus dem Gleichgewicht. Die Folgen sind weltweit spürbar. Besonders hart treffen sie jedoch Menschen, deren Lebensgrundlagen unmittelbar von der Natur abhängen.
Naturschutz ist eine Investition in unsere Zukunft.
Biodiversität ist wichtig für Mensch, Natur und Wirtschaft
Biodiversität ist die Grundlage für widerstandsfähige Gesellschaften, eine starke Wirtschaft und ein lebenswertes Klima.
Intakte Ökosysteme speichern Kohlenstoff, regulieren den Wasserhaushalt, bestäuben Nutzpflanzen, verringern das Risiko von Naturkatastrophen und helfen uns, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen.
Für indigene Völker und lokale Gemeinschaften (IPLCs) sind Biodiversität, Kultur, Identität und traditionelles Wissen untrennbar miteinander verbunden. Der Schutz der Natur bewahrt zugleich ihre Lebensgrundlagen, ihre Rechte und ihr kulturelles Erbe. Diese Gemeinschaften pflegen und schützen viele dieser Landschaften seit Generationen.
Die Natur ist zugleich ein Motor der Weltwirtschaft. Nach Angaben des Weltwirtschaftsforums (World Economic Forum) hängt mehr als die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung in mittlerem oder hohem Maße von der Natur und ihren Leistungen ab. Ob Landwirtschaft, Fischerei, Forstwirtschaft oder Tourismus – intakte Ökosysteme sichern Wertschöpfung, Arbeitsplätze und langfristigen Wohlstand.
Biodiversität umfasst die gesamte Vielfalt des Lebens auf der Erde – von der genetischen Vielfalt innerhalb von Arten über die Artenvielfalt bis hin zu den Ökosystemen, in denen sie leben.
Doch Biodiversität ist weit mehr als die Summe ihrer Bestandteile. Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen stehen in vielfältigen Wechselbeziehungen. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass Pflanzen bestäubt, Wasser gereinigt, Nährstoffe im Boden recycelt und Krankheiten eingedämmt werden.
In artenreichen Ökosystemen ergänzen sich viele Arten in ihren Funktionen. Fällt eine Art aus, können andere ihre Funktion teilweise übernehmen. Das macht Ökosysteme widerstandsfähiger gegenüber Umweltveränderungen wie Dürren oder den Folgen des Klimawandels.
Geht Biodiversität verloren, geraten diese ökologischen Netzwerke aus dem Gleichgewicht. Ökosysteme werden anfälliger und verlieren ihre Fähigkeit, auf Veränderungen zu reagieren.
Biodiversität zu schützen bedeutet deshalb, die natürlichen Lebensgrundlagen für Mensch und Natur zu erhalten.
Warum Biodiversität für den Klimaschutz entscheidend ist
Die Zerstörung von Ökosystemen beschleunigt den Klimawandel. Gehen Wälder verloren, schwindet ihre Fähigkeit, Kohlendioxid zu speichern. Geschädigte Böden setzen gespeicherten Kohlenstoff frei, und tauende Permafrostböden geben zusätzliche Treibhausgase in die Atmosphäre ab.
Biodiversität ist nicht nur Opfer der Klimakrise – sie ist auch Teil der Lösung.
Gut geschützte und wirksam gemanagte Schutzgebiete speichern Kohlenstoff, bremsen die Zerstörung natürlicher Lebensräume und stärken die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen. Sie sind deshalb ein unverzichtbarer Bestandteil jeder langfristigen Klimastrategie.
Eine globale Krise - die wir noch lösen können
Der Weltbiodiversitätsrat IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) warnt, dass rund eine Million Arten vom Aussterben bedroht sind. Besonders betroffen sind tropische Regionen – viele davon gehören zu den Landschaften, in denen die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) seit Jahrzehnten Naturschutz betreibt.
Trotz der dramatischen Entwicklung gibt es Grund zur Zuversicht. Mit dem globalen 30×30-Ziel hat sich die Staatengemeinschaft verpflichtet, bis zum Jahr 2030 30 Prozent der Land- und Meeresflächen unter Schutz zu stellen. Die ZGF trägt dazu bei, dieses Ziel zu erreichen, indem sie sich auf Schutzgebiete und großflächige Wildnislandschaften konzentriert, in denen Naturschutz eine besonders große Wirkung entfalten kann.
Jedes wirksam geschützte Gebiet trägt dazu bei, den Verlust der Biodiversität zu verlangsamen und wertvolle Lebensräume für die Zukunft zu bewahren.
Wissenschaftliche Studien zum Zustand unseres Planeten
- Rund eine Million Arten sind weltweit vom Aussterben bedroht. (IPBES, 2019)
- Die Bestände beobachteter Wildtierpopulationen sind seit 1970 im Durchschnitt um 69 Prozent zurückgegangen. (WWF/ZSL Living Planet Report)
- Mehr als die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung hängt von intakten Ökosystemen ab. (World Economic Forum, 2020)
- Bis zu 40 Prozent der Landflächen sind in einem schlechten ökologischen Zustand – mit Folgen für rund die Hälfte der Weltbevölkerung. (UNCCD Global Land Outlook, 2022)
- Mehrere planetare Belastungsgrenzen wurden bereits überschritten und gefährden die Stabilität der Erdsysteme. (Stockholm Resilience Centre, 2023)
Biodiversität zu schützen bedeutet, unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren.
Seit Jahrzehnten schützt die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) Wildnis und biologische Vielfalt. Dabei setzen wir auf wissenschaftlich fundierten Naturschutz, langfristiges Engagement und enge Partnerschaften mit lokalen Fachkräften und Gemeinschaften. Wir konzentrieren uns auf große, artenreiche Wildnislandschaften, weil wir dort den größten Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten können.
Verantwortung bedeutet für uns, langfristig vor Ort zu sein. Wir stärken lokale Kompetenzen und überprüfen regelmäßig, welche Wirkung unsere Arbeit erzielt.