Schutzgebiete gehören zu den wirksamsten Instrumenten, um die biologische Vielfalt zu erhalten. Doch allein reichen sie nicht aus.
Wildtiere kennen keine Schutzgebietsgrenzen. Flüsse durchqueren ganze Landschaften. Und viele Menschen sind auf natürliche Ressourcen angewiesen – innerhalb und außerhalb von Schutzgebieten.
Wer biologische Vielfalt erhalten will, muss über Schutzgebiete hinausdenken.
Deshalb stärken wir bei der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt Schutzgebiete und arbeiten zugleich mit den Menschen, Institutionen und Partnern zusammen, die dazu beitragen, die umliegenden Landschaften nachhaltig zu bewirtschaften, zu erhalten und miteinander zu vernetzen.
Ein Schutzgebiet ist ein klar abgegrenztes Gebiet an Land oder im Meer, das dem langfristigen Schutz von Natur, Wildtieren und Ökosystemen dient. Die meisten Schutzgebiete werden von Regierungen ausgewiesen und auf Grundlage nationaler Gesetze oder international anerkannter Naturschutzstandards verwaltet.
Doch gesetzlicher Schutz allein reicht nicht aus. Schutzgebiete können ihre Wirkung nur entfalten, wenn sie gut gemanagt werden, die Menschen vor Ort einbezogen sind und die umliegenden Landschaften als zusammenhängende Lebensräume erhalten bleiben.
Deshalb arbeitet die Zoologische Gesellschaft Frankfurt mit Regierungen, Schutzgebietsverwaltungen, indigenen Gemeinschaften und lokalen Gemeinschaften sowie weiteren Partnern zusammen, um diese Voraussetzungen für den langfristigen Erhalt der biologischen Vielfalt zu schaffen.
Schutzgebiete als Teil vernetzter Landschaften
Schutzgebiete entfalten ihre größte Wirkung, wenn sie Teil vernetzter Landschaften sind.
Viele der größten Bedrohungen für die biologische Vielfalt entstehen außerhalb von Schutzgebieten. Dazu zählen Abholzung, illegaler Bergbau, die nicht nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen und der Ausbau von Infrastruktur. Ihre Auswirkungen reichen weit über die Grenzen einzelner Schutzgebiete hinaus. Sie gefährden Wildtiere, Ökosysteme und die Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort.
Deshalb endet unsere Arbeit nicht an den Grenzen eines Schutzgebiets. Gemeinsam mit unseren Partnern stärken wir die Verbindung zwischen Lebensräumen, fördern eine nachhaltige Landnutzung und unterstützen lokale Gemeinschaften. So bleiben Lebensräume miteinander verbunden – eine wichtige Voraussetzung für den langfristigen Erhalt der biologischen Vielfalt und das Zusammenleben von Mensch und Natur.
Wie wir arbeiten
Naturschutz ist komplex. Jede Landschaft bringt eigene ökologische, politische und gesellschaftliche Herausforderungen mit sich. Deshalb hören wir zuerst zu und lernen die Gegebenheiten vor Ort kennen. Gemeinsam mit staatlichen Partnern, Schutzgebietsverwaltungen, indigenen Gemeinschaften und lokalen Gemeinschaften entwickeln wir ein gemeinsames Verständnis der Herausforderungen, legen Naturschutzprioritäten fest und konzentrieren unsere Unterstützung dort, wo sie langfristig die größte Wirkung entfalten kann.
Als gemeinnützige Organisation bringen wir Wissen, fachliche Expertise und langfristiges Engagement ein, um Natur und Menschen gleichermaßen zu unterstützen.
Unsere Arbeit umfasst unter anderem:
- Managementpläne für Schutzgebiete entwickeln und weiterentwickeln
- Biodiversität und Bedrohungen mithilfe von Daten und modernen Technologien erfassen und überwachen
- Rangerinnen und Ranger sowie Schutzgebietsverwaltungen unterstützen und ihre Kapazitäten stärken
- Naturschutzverträgliche Einkommensmöglichkeiten fördern
- Eine nachhaltige Landnutzung in den Landschaften rund um Schutzgebiete unterstützen
- Umweltbildung stärken
Naturschutz gelingt nur gemeinsam
Langfristiger Naturschutz gelingt, wenn die Menschen, die mit der Natur leben, ihre Zukunft mitgestalten.
Deshalb setzen wir auf langfristige Partnerschaften mit indigenen Gemeinschaften und lokalen Gemeinschaften, Schutzgebietsverwaltungen, staatlichen Stellen und weiteren Partnern vor Ort. Gemeinsam stärken wir nachhaltige Einkommensmöglichkeiten, verbessern den Zugang zu Bildung und Beschäftigung, fördern Frauen und junge Menschen und schaffen die Grundlage für eine vertrauensvolle, langfristige Zusammenarbeit.
Naturschutz ist eine globale Aufgabe
2022 hat sich die Staatengemeinschaft im Kunming-Montreal darauf verständigt, bis 2030 dreißig Prozent der Land- und Meeresflächen der Erde unter Schutz zu stellen. Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt trägt mit ihrer Arbeit dazu bei, dieses Ziel zu erreichen.
Unsere Arbeit stärkt Schutzgebiete und zeigt: Wirksamer Naturschutz endet nicht an ihren Grenzen. Entscheidend sind zusammenhängende Landschaften, in denen Lebensräume miteinander verbunden bleiben. So können Schutzgebiete ihre ökologische Funktion langfristig erfüllen.
Unsere Wirkung
Heute arbeiten wir gemeinsam mit unseren langfristigen Partnern daran, einige der bedeutendsten Wildnisgebiete der Erde zu schützen.
- Seit Jahrzehnten im Einsatz für den Naturschutz – in Deutschland, Tansania, Sambia, Simbabwe, Peru und vielen weiteren Ländern
- In den Landschaften, in denen wir arbeiten, stehen rund 400.000 Quadratkilometer unter Schutz – das entspricht etwa der Fläche Deutschlands und der Schweiz zusammen
- 14 Länder mit eigenen Projektbüros und registrierten Schwesterorganisationen
- Rund 1.000 Mitarbeitende weltweit, die meisten von ihnen in unseren Programmländern
(Quelle: Geschäftsbericht 2025.)
Fragen und Antworten
Antworten auf häufige Fragen zu unserer Arbeit in Schutzgebieten und den Landschaften, mit denen sie verbunden sind.
Schutzgebiete wirken am besten, wenn sie Teil vernetzter Landschaften sind. Wildtiere kennen keine Schutzgebietsgrenzen, Flüsse verbinden Lebensräume und viele Bedrohungen für die biologische Vielfalt entstehen außerhalb geschützter Gebiete.
Deshalb endet unsere Arbeit nicht an den Grenzen von Schutzgebieten. Wir arbeiten mit den Menschen und Institutionen zusammen, die diese Landschaften prägen – zum Nutzen von Natur und Menschen.
Die ZGF unterstützt Schutzgebiete dabei, ihre wichtige Rolle für den Erhalt der biologischen Vielfalt langfristig zu erfüllen. Gemeinsam mit unseren Partnern stärken wir das Management von Schutzgebieten, unterstützen Rangerinnen und Ranger sowie Schutzgebietsverwaltungen, fördern wissenschaftliches Monitoring und arbeiten eng mit lokalen Gemeinschaften zusammen.
Dabei orientieren wir uns an international anerkannten Standards und Zielen, darunter den Kategorien der Weltnaturschutzunion (IUCN) und dem Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework.
Schutzgebiete bewahren Lebensräume und Arten, sichern wichtige Wasser- und Nahrungsressourcen und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Ein wirksames Schutzgebietsmanagement trägt dazu bei, Abholzung, illegale Ressourcennutzung und den Verlust der biologischen Vielfalt einzudämmen.
Nein. Schutzgebiete werden von den zuständigen staatlichen Stellen ausgewiesen. Die Entscheidung darüber liegt bei den zuständigen Behörden.
Wir unterstützen Regierungen und Partner mit wissenschaftlicher Beratung, technischer Expertise und unserer langjährigen Erfahrung vor Ort.
Die ZGF hat keine hoheitlichen Befugnisse und setzt keine Gesetze durch. Dafür sind die zuständigen staatlichen Behörden verantwortlich.
Einige der Schutzgebiete, in denen wir heute arbeiten, wurden während der Kolonialzeit eingerichtet – zu einer Zeit, in der Beteiligung, Gleichberechtigung und die freie Zustimmung lokaler Gemeinschaften den Naturschutz noch nicht prägten.
Deshalb unterstützen wir unabhängige Forschung und bauen ein öffentlich zugängliches Archiv unserer Organisationsgeschichte auf. Beides hilft uns, unsere Vergangenheit kritisch aufzuarbeiten und die daraus gewonnenen Erkenntnisse für einen gerechteren und wirksameren Naturschutz zu nutzen.
Unsere heutige Arbeit basiert auf international anerkannten Grundsätzen. Dazu gehören die Achtung der Menschenrechte, das Prinzip der freien, vorherigen und informierten Zustimmung (Free, Prior and Informed Consent, FPIC) sowie internationale Naturschutzstandards.
Die ZGF unterstützt Staaten dabei, das globale Ziel zu erreichen, bis 2030 dreißig Prozent der Land- und Meeresflächen wirksam zu schützen. Das tun wir, indem wir Schutzgebiete langfristig begleiten, ihre Vernetzung fördern und unsere Erfahrung aus der Naturschutzarbeit in internationale Initiativen einbringen.
Wirksamer Naturschutz gelingt nur gemeinsam mit den Menschen, die in und mit der Natur leben. Deshalb arbeiten wir partnerschaftlich mit indigenen und lokalen Gemeinschaften zusammen und achten ihre Rechte, ihr Wissen und ihre Erfahrungen.
Gemeinsam entwickeln wir Lösungen für den Schutz der biologischen Vielfalt und unterstützen Programme, die nachhaltige Lebensgrundlagen, Umweltbildung, die Beteiligung junger Menschen sowie die Gleichstellung der Geschlechter fördern.
Indigene und lokale Gemeinschaften sind unverzichtbare Partner für den langfristigen Schutz der biologischen Vielfalt.
Mit Ihrer Unterstützung ermöglichen Sie langfristigen Naturschutz. Ihre Spende hilft unter anderem dabei, Rangerinnen und Ranger auszubilden und auszustatten sowie Schutzgebiete und ihre Umgebung dauerhaft zu erhalten. Auch indem Sie unsere Arbeit weiterempfehlen, tragen Sie dazu bei, mehr Menschen für den Schutz der biologischen Vielfalt zu gewinnen.