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Die Wissenschaft nennt fünf direkte Ursachen für den weltweiten Verlust der biologischen Vielfalt. Diese Ursachen wirken nicht unabhängig voneinander. Sie beeinflussen sich gegenseitig, beschleunigen den Rückgang von Arten und erschweren die Erholung von Ökosystemen.

Die fünf Hauptursachen für den Verlust der biologischen Vielfalt sind:

 

  • Veränderungen der Land- und Meeresnutzung
  • Direkte Ausbeutung von wildlebenden Tier- und Pflanzenarten
  • Klimawandel
  • Umweltverschmutzung
  • Invasive gebietsfremde Arten

 

Der Verlust der biologischen Vielfalt ist überwiegend menschengemacht. Wie wir Land und Meere nutzen, natürliche Ressourcen gewinnen und dem Klimawandel begegnen, bestimmt maßgeblich, wie stark Ökosysteme unter Druck geraten. Globale Nachfrage, soziale Ungleichheiten und historisch gewachsene Machtverhältnisse bei der Nutzung natürlicher Ressourcen verstärken diesen Druck zusätzlich.

Wer diese Ursachen versteht, kann wirksame Strategien entwickeln, um die biologische Vielfalt langfristig zu erhalten.

Zerstörung von Lebensräumen: Die häufigste Ursache für den Verlust der biologischen Vielfalt

Veränderungen der Land- und Meeresnutzung sind weltweit die wichtigste Ursache für den Verlust der biologischen Vielfalt. Wälder werden für Landwirtschaft und Holzeinschlag gerodet, Feuchtgebiete trockengelegt und Graslandschaften in großflächige Monokulturen umgewandelt. Dadurch verschwinden wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Neue Straßen und andere Infrastruktur erschließen bislang abgeschiedene Naturräume. Häufig folgen darauf Siedlungen, der Abbau natürlicher Ressourcen und eine zunehmende Zerschneidung von Lebensräumen. Tiere und Pflanzen verlieren den Raum, ihre Nahrungsquellen und Wanderkorridore, die sie zum Überleben brauchen. Viele Bestände schrumpfen so stark, dass sie sich nicht mehr erholen können.

Übernutzung wildlebender Tier- und Pflanzenarten

Die Übernutzung wildlebender Tier- und Pflanzenarten gehört zu den unmittelbarsten Ursachen des Biodiversitätsverlusts. Übermäßige Jagd, Überfischung und nicht nachhaltiger Holzeinschlag entnehmen der Natur mehr, als sich Bestände auf natürliche Weise erneuern können.

Der illegale Handel mit Wildtieren und Wildpflanzen verschärft diesen Druck zusätzlich. Angetrieben von der internationalen Nachfrage bedroht er einige der seltensten Arten der Welt und reicht oft bis in gut geschützte Gebiete. Verschwinden Schlüsselarten oder Spitzenprädatoren, gerät das ökologische Gleichgewicht aus dem Takt. Nahrungsnetze werden gestört und ganze Ökosysteme verlieren an Stabilität. Dadurch werden sie anfälliger für weitere Veränderungen und können im schlimmsten Fall zusammenbrechen.

Klimawandel: Er verstärkt den Verlust der biologischen Vielfalt

Der Klimawandel verstärkt den Verlust der biologischen Vielfalt weltweit. Steigende Temperaturen, veränderte Niederschlagsmuster und immer häufigere Extremwetterereignisse verändern Lebensräume und stören die natürlichen Lebenszyklen vieler Tier- und Pflanzenarten.

Viele Arten müssen sich schneller an neue Bedingungen anpassen oder in andere Gebiete ausweichen, als es die natürliche Evolution der Art zulassen würde. Besonders empfindlich reagieren tropische Wälder, Hochgebirge und Graslandschaften. Selbst dort, wo Lebensräume noch intakt sind, kann der Klimawandel Ökosysteme an ihre Belastungsgrenzen bringen und das Risiko des Artensterbens erhöhen.

Deshalb ist es entscheidend, große, miteinander verbundene Naturräume zu erhalten. Sie stärken sowohl die biologische Vielfalt als auch die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen gegenüber dem Klimawandel.

Umweltverschmutzung: Eine wachsende Belastung für Ökosysteme

Umweltverschmutzung belastet Ökosysteme an Land, in Binnengewässern und in den Meeren. Düngemittel und Pestizide aus der Landwirtschaft, Industriechemikalien, Abfälle und Luftschadstoffe verschmutzen Böden und Gewässer. Sie schädigen Tiere und Pflanzen direkt und beeinträchtigen wichtige ökologische Prozesse.

Viele Schadstoffe bleiben über lange Zeit in der Umwelt, oft unbemerkt. Pestizide können Insektenpopulationen stark dezimieren, was dramatisch ist, denn sie sind für die Bestäubung vieler Pflanzen unverzichtbar. Kunststoffe, Schwermetalle und Öl reichern sich über Jahrzehnte in Nahrungsketten an. Sind Ökosysteme erst einmal belastet, dauert ihre Erholung oft sehr lange – wenn sie überhaupt gelingt.

Invasive gebietsfremde Arten: Eine wachsende Bedrohung für heimische Arten

Invasive gebietsfremde Arten gehören zu den wichtigsten, aber oft unterschätzten Ursachen für den Verlust der biologischen Vielfalt. Durch den weltweiten Handel, den Reiseverkehr und Eingriffe in natürliche Lebensräume gelangen immer mehr Arten außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets.

Dort können sie heimische Arten verdrängen, sie als Beute nutzen oder neue Krankheiten übertragen. Weltweit waren invasive gebietsfremde Arten an der Mehrzahl der dokumentierten Artenaussterben beteiligt. Sie verursachen erhebliche ökologische und wirtschaftliche Schäden, die jedes Jahr Kosten in Milliardenhöhe verursachen. Vorbeugung, ein frühzeitiges Erkennen neuer Vorkommen und die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme sind deutlich wirksamer als eine langfristige Bekämpfung.

Wie wir die biologische Vielfalt schützen

Die Ursachen des Biodiversitätsverlusts greifen ineinander und lassen sich nur gemeinsam wirksam angehen. Deshalb lässt sich die biologische Vielfalt nicht mit einzelnen Maßnahmen oder kurzfristigen Projekten schützen. Erfolgreicher Naturschutz braucht einen ganzheitlichen Ansatz, der Lebensräume dauerhaft erhält und Ökosysteme stärkt.

Genau hier setzt unsere Arbeit an. Gemeinsam mit unseren Partnern schützen wir große, ökologisch bedeutende Landschaften langfristig. So schaffen wir die Grundlage dafür, dass Natur auch für kommende Generationen erhalten bleibt.