Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite optimal zu präsentieren. Durch die weitere Nutzung unserer Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

 

Geschichte der ZGF

Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt wurde 1858 von Frankfurter Bürgern zur Einrichtung eines Zoos gegründet. Bis zum ersten Weltkrieg war sie Betreibergesellschaft des Zoos, danach ging dieser in städtische Trägerschaft über und die Aktiengesellschaft Zoologische Gesellschaft Frankfurt ging 1915 in Konkurs. 1950 wurde die Zoologische Gesellschaft als Förderverein für den Frankfurter Zoo wieder neu gegründet. Durch die Tierzählungen von Bernhard und Michael Grzimek in der Serengeti entwickelte sich ab Mitte der 1950er-Jahre die Naturschutzarbeit zum zweiten Förderschwerpunkt der Gesellschaft. Die ersten Spendengelder der ZGF flossen zum Aufbau von Nationalparks nach Afrika. Von da ab hat es sich die ZGF zur Aufgabe gemacht, weltweit gefährdete Landschaften und Tiere in ihrer Ursprünglichkeit zu schützen und zu bewahren.

Historische Aktie der ZGF 1858
Aktie der Zoologischen Gesellschaft aus dem Jahr 1872.

Ein Zoo für Frankfurt

 

Zu Beginn der 50er-Jahre des 19. Jahrhunderts beschäftigte sich ein kleiner Kreis Frankfurter Bürger vor dem Hintergrund steigenden naturkundlichen Interesses mit der Idee, in Frankfurt einen Zoo zu gründen. Im Jahre 1857 war das provisorische Komitee zur Zoogründung soweit - jetzt fehlte nur noch die Genehmigung des Senats. Nachdem dieser zu dem Schluss kam, dass die Haltung von Bären, Wölfen und Wildschweinen in geeigneten Behältnissen als unbedenklich anzusehen sei, konnte im Oktober 1857 die Aktienausgabe der Gesellschaft beginnen. In den folgenden Monaten zeichneten 246 Aktionäre Aktien im Wert von insgesamt 80.000 Gulden. Mit der 1. Generalversammlung am 7. März 1858 wurde die Gründung der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt schließlich rechtskräftig.

 

Nur fünf Monate nach der offiziellen Gründung der Gesellschaft öffnete der Frankfurter Zoo seine Pforten. Er war der zweite Zoo in Deutschland. Dieser sogenannte "Probezoo" befand sich nicht am Standtort des heutigen Zoos, sondern außerhalb der Stadt auf einem 15 Morgen großen Grundstück etwas westlich des Bockenheimer Tores an der Bockenheimer Landstraße. Nachdem die ersten Betriebsjahre gezeigt hatten, dass ein Zoo in Frankfurt bestehen konnte, wurde die Suche nach einem neuen Gelände notwendig, zumal auch der Pachtvertrag für das bisherige Gelände auslief. Aus rechtlichen Gründen wurde die Gründung einer "Neuen Zoologischen Gesellschaft" erforderlich, die nach ihrer ersten Generalversammlung am 31. Oktober 1872 mit der "Zoologischen Gesellschaft von 1858" fusionierte. Die Neue Zoologische Gesellschaft nahm nun unter großem finanziellen und zeitlichen Druck den Aufbau und Umzug des Zoos auf sein heutiges Gelände in Angriff. Im Februar 1874 schließlich konnten die Tiere von der Bockenheimer Landstraße zur Pfingstweide übersiedeln.

 

Die Besucherzahlen hielten jedoch nicht, was sie versprachen und zum Jahresende 1881 hätte die Gesellschaft Konkurs anmelden müssen, wenn es nicht gelungen wäre, mithilfe der Stadt Frankfurt eine Umschuldung vorzunehmen. Doch es ging weiter bergab und nur ein neuer Vertrag mit der Stadt im April 1888 rettete die Gesellschaft. Ab jetzt führte sie den gesamten Betriebsgewinn des Zoos an die Stadt ab.

 

Bis zum ersten Weltkrieg blieb die Zoologische Gesellschaft Frankfurt Betreibergesellschaft des Frankfurter Zoos. Der Krieg beendet Diskussionen um eine erneute Standortverlegung des Zoos und führte durch den Rückgang an Einnahmen schnell zum Bankrott der Gesellschaft. Im Sommer 1915 ging der Zoo vollständig in die Trägerschaft der Stadt über, die Zoologische Gesellschaft wurde als Aktiengesellschaft aufgelöst. Trotz des formalen Endes der Gesellschaft blieb das Interesse der Aktionäre am Zoo unverändert. Viele von Ihnen blieben auch weiterhin im Sinne der Zoologischen Gesellschaft als Förderer des Zoos aktiv.

Zerstörter Zoo 1945
Alle Unterlagen der ZGF sind in der Bombennacht im März 1944 verbrannt.

Der Naturschutzgedanke entsteht

 

Eine wichtige Wende im Denken der Tiergärtner kam 1923. Zum ersten Mal erkannte man, dass Tiergärten durch Zusammenarbeit auch den in freier Wildbahn bedrohten Tieren helfen können. Schon während der Kriegsjahre hatten deutsche Zoodirektoren befürchtet, dass der Wisent (das deutsche Wildrind) zum Aussterben verurteilt sei. Der Direktor des Frankfurter Zoos, Dr. Kurt Priemel, hatte bereits einiges an Material über die Tiere zusammengetragen und wurde nun zum Präsidenten der neu gegründeten "Internationalen Gesellschaft zur Erhaltung des Wisents" gewählt. Im Jahr 1923 schrieb Priemel: "Alle Arbeit für den großen und herrlichen Gedanken des Naturschutzes muss Stückwerk bleiben, wenn sie nicht auf dem Boden der Internationalität gedeiht. Naturschutz ist heute nicht nur eine unabweisbare Forderung unserer Zeit, sondern er ist auch eine Wissenschaft geworden, die sich zur allgemeinen Anerkennung durchgerungen hat." Eine Aussage, die auch heute noch hoch aktuell ist.

 

Durch die Zerstörung des Gesellschaftshauses in der Bombennacht vom 18. März 1944 wurden fast alle Unterlagen des Zoos und der Zoologischen Gesellschaft vernichtet.

Fest am Weiher im Frankfurter Zoo 1946
Fest im noch zerstörten Zoo Frankfurt 1946.

Die Ära Bernhard Grzimek

 

Am 1. Mai 1945 wurde ein Veterinär aus dem oberschlesischen Neisse zum Direktor des Frankfurter Zoos ernannt: Prof. Dr. Bernhard Grzimek. In den ersten Jahren als Direktor war er damit beschäftigt, den am Boden liegenden Zoo wieder aufzubauen. Viele der notwendigen Baumaßnahmen waren nur mithilfe von Spenden möglich. Es war also naheliegend, dem Kreis von Freunden des Zoos, der sich nach dem Krieg wieder regelmäßig zusammenfand, eine Form zu geben. Am 15. Februar 1950 wurde daher die "Gesellschaft der Freunde und Förderer des Zoologischen Gartens e.V." gegründet, die mit Sammlungen und einer Lotterie Geld und Spenden für den Zoo eintreiben konnte. Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der - juristisch nicht mehr existenten - Zoologischen Gesellschaft jedoch beschlossen die Freunde und Förderer des Zoos, ihre junge Gesellschaft umzubenennen und ihr den traditionellen Namen der ursprünglichen Gesellschaft zu geben. Seit 1958 heißt sie daher wieder "Zoologische Gesellschaft Frankfurt", wenig später "Zoologische Gesellschaft Frankfurt von 1858" - oder kurz ZGF.

 

 

FZS History - Grzimek Bernhard and Michael
Bernhard Grzimek und sein Sohn Michael in Afrika, 1958.

Der Krieg war erst wenige Jahre vorüber, als Grzimek zusammen mit seinem Sohn Michael nach Afrika reiste, um Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, zu filmen und fotografieren. Diese Reisen der beiden Grzimeks und ihre Erkenntnis, dass Wildtierbestände ohne weltweiten Schutz nicht erhalten bleiben werden, begründen den neuen Arbeitsschwerpunkt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt: den Naturschutz.

 

Nach dem Tod von Michael Grzimek durch ein tragisches Flugzeugunglück in Ostafrika richtete die Zoologische Gesellschaft 1960 den Michael-Grzimek-Gedächtnis-Fond ein. Er war der Vorläufer des 1961 aufgelegten Sonderkontos "Hilfe für die bedrohte Tierwelt". In seinen Fernsehsendungen bat Prof. Bernhard Grzimek um Spenden auf dieses Konto und bildete damit den Grundstock für die weltweite Naturschutzarbeit der ZGF. Zu Beginn half die Gesellschaft hauptsächlich beim Aufbau von Naturschutz-Einrichtungen in Ostafrika. Doch bald kamen auch andere Regionen der Erde hinzu: Galapagos, Südamerika, Asien, aber auch Projekte im heimischen Hessen. Grzimeks Bekanntheit und seine Fernsehserie "Ein Platz für Tiere" bringen der ZGF bis heute viele Spenden, vor allem aber zahlreiche Erbschaften ein.

FZS History - South Sudan
ZGF Projekt im Südsudan in den 1980er-Jahren.

Die Präsidentschaft von Dr. Richard Faust

 

Besonders in den Jahren der Präsidentschaft von Dr. Richard Faust vermehrte sich das Vermögen der Gesellschaft kontinuierlich, so dass die Zahl der geförderten Projekte stetig anstieg. Im Jahr 2001, kurz nach Fausts Tod, war die ZGF in rund 70 Projekten aktiv und förderte mit einem Jahresbudget von rund 4 Millionen Euro Naturschutzprojekte in 25 Ländern.

 

Am 30. März 2001 wurde ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Gesellschaft gesetzt: Die Stiftung Hilfe für die bedrohte Tierwelt, die Richard Faust vorangetrieben hatte, wurde rechtskräftig. Rund 33 Millionen Euro aus dem Vermögen der ZGF wurden in der Stiftung als Kapital festgelegt und damit die finanzielle Sicherung der Projekte der ZGF auf alle Zeiten festgeschrieben.