Der Gonarezhou-Nationalpark im südöstlichen Lowveld Simbabwes ist außergewöhnlich: über 5.000 km² spektakuläre Landschaft. Die unverwechselbaren, rot-schimmernden Chilojo-Cliffs, breite mäandernde Flüsse und ausgedehnte Waldgebieten machen das Gebiet aus. Berühmt für seinen einzigartigen Wildnischarakter wächst auch der Ruf des Nationalpark als Reiseziel für erstklassige Wildtierbeobachtungen.

Der Name des Parks bedeutet in der lokalen Sprache soviel wie „Ort der Elefanten“. Kein Wunder, denn etwa 11.000 Elefanten leben in Gonarezhou. Der Park ist ein Teil des „Great Limpopo Transfrontier Parks“, einem der größten Schutzgebiete in Afrika, das sich über drei Länder erstreckt.

Seit 2016 führt der Gonarezhou Conservation Trust (GCT) den Nationalpark. Diese Kooperation der staatlichen Parkbehörde mit der ZGF hat sich bewährt und der Gonarezhou-Nationalpark ist auf einem erfolgreichen Weg. Der GCT wird gemeinsam von der simbabwischen Nationalparkbehörde ZPWMA (Zimbabwe Parks and Wildlife Management Authority) und der ZGF getragen. Für einen Zeitraum von 20 Jahren ist der Trust für das Management des Gonarezhou-Nationalparks im südöstlichen Lowveld Simbabwes zuständig. Seit seiner Gründung hat der Gonarezhou Conservation Trust große Fortschritte gemacht, sowohl im Naturschutz als auch bei der langfristigen und nachhaltigen Finanzierung des Parks.

Es gibt einerseits eine solide Basis an Spendern und Gebern. Anderseits konnte das touristische Angebot ausgebaut werden und damit die Einnahmen des Parks aus dem Tourismus erhöht werden. Im Zentrum der Arbeit des GCT aber steht die Zusammenarbeit mit den Dörfern und Gemeinden außerhalb der Parkgrenzen. In der Nähe eines so bedeutenden Schutzgebiets wie Gonarezhou zu leben, hat Vorteile, bringt aber auch Belastungen mit sich.

Quick Facts

Das tun wir in Gonarezhou

Mpfhuka - die gemeinsame Reise mit den lokalen Gemeinden

Mit den Gemeinden vor Ort ist unsere „Mpfhuka”, was in der lokalen Sprache Shangaan so viel wie Reise heißt, auf dem Weg zu einer festen Partnerschaft. Durch unseren Einsatz und unser offenes Ohr für die Schwierigkeiten der Dörfer im Zusammenhang mit dem Nationalpark haben wir viel Vertrauen gewonnen.

Die Mpfhuka-Treffen dienen der Diskussion und Lösung von Problemen. Dadurch ist unser Verhältnis zu den Dörfern so gut wie noch nie. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den Dörfern ansässig sind, kümmern sich um Mensch-Wildtier-Konflikte in fünf Gebieten, die an den Park grenzen: Sie erfassen dort die Schäden und beraten die Menschen, wie man in Zukunft zum Beispiel durch Wildtiere zerstörte Ernten vermeiden kann. Vor allem Hyänen greifen oft das Nutzvieh an, manchmal sind es auch Löwen oder Wildhunde. Meistens erfolgen die Angriffe bei unbewachten Herden und schon ein einfacher Dornenzaun könnte Vorfälle dieser Art verhindern.

All das trägt dazu bei, dass beispielsweise die Wilderei von Elefanten oder die Jagd nach Bushmeat (Wildfleisch) in Gonarezhou so niedrig ist wie noch nie.

Ranger - gut ausgebildet und hoch motiviert

Im Zentrum des Erfolgs von Gonarezhou steht seine gut ausgebildete und motivierte Rangertruppe. Jeder Ranger besucht zweimal jährlich für zehn Tage das Chipinda Pools Trainingscenter, wo die praktischen Grundlagen aufgefrischt werden, aber auch theoretisches Wissen vermittelt wird, etwa in Vorträgen aus den Bereichen Tourismus und Ökologie.

Etwa 180 Ranger arbeiten zurzeit im Gonarezhou-Nationalpark. Sie sind Angestellte des Gonarezhou Conservation Trust, das heißt, der Trust zahlt ihre Gehälter, sorgt für die Ausrüstung, ist verantwortlich für ihre Ausbildung und regelmäßiges Training. Sprich, alles was nötig ist, damit die Ranger ihre Aufgaben im Park zuverlässig ausführen können, läuft über GCT.

Der Trust selbst ist mittlerweile ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Derzeit stammen 75 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des GCT aus den Dörfern und Gemeinden im Umkreis des Parks.

Wissen und Vertrauen schaffen

Begeisterung für Natur und Tiere in der jungen Generation zu schaffen, ist ein zentraler Baustein für einen langfristig erfolgreichen Naturschutz. Daher ist Umweltbildung ein wichtiges Element in unserem Programm. In den Schulen rund um den Nationalpark übernimmt der African Wildlife Conservation Fund als Partner des GCT diese Aufgabe.

Der Trust selbst betreut die Veranstaltungen, bei denen Schulkinder, Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner die Möglichkeit haben, in Gonarezhou auf Safari zu gehen und ein erstklassiges Naturerlebnis zu haben. So begeistern wir die Menschen für Naturschutz, zeigen ihnen, wie wir arbeiten und schaffen Verständnis für das Schutzgebiet. Vor Ort lassen sich dann auch Fragen und Probleme im Gespräch klären.

Nachhaltiger Tourismus in purer Natur

Ein nachhaltiger Tourismus schafft eine gute finanzielle Basis für einen Nationalpark. Der Gonarezhou Conservation Trust als verantwortlicher Träger ist auch für alle Belange der Tourismusentwicklung im Gonarezhou-Nationalpark zuständig, ebenso für das Besuchsmanagement. Ziel des GCT ist es, die zwei großen Stärken des Parks – Naturschutz und Wildnis – zu nutzen, um den Tourismus, vor allem den nationalen Tourismus, anzukurbeln, sodass der Park mehr Einnahmen erzielen kann und in der Lage ist, sich selbst nachhaltig zu finanzieren.

Der Trust hat verschiedene Unterkünfte für Besucherinnen und Besucher im Angebot: traditionelle Safari-Camps, Zeltcamps und Hütten, wie beispielsweise das Mananga Camp, das mit der traditionellen Shangaan-Bautechnik errichtet wurde. Die freistehenden Hütten und auch die zentrale Küche sind komfortabel ausgestattet. Abenteurer können auf einer einfachen Plattform eine Nacht im Freien verbringen. Wer sich nicht traut, nur unter den Sternen und dem Moskitonetz zu schlafen, der kann einen vollausgestatteten Trailer mieten.

Monitoring - Wie ändern sich die Tierbestände?

Wenn sich die Aktivitäten der Menschen nicht spürbar auf die Wildtierpopulationen und Lebensräume auswirken, dann ist dies ein sicheres und gutes Zeichen dafür, dass der Naturschutz funktioniert. Um zu überprüfen, ob Gonarezhou diesbezüglich auf dem richtigen Weg ist, führt der Trust alle zwei Jahre eine große Tierzählung aus der Luft durch und erfasst die großen Säugetiere des Parks. Gemeinsam mit anderen Partnern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern werden regelmäßig Studien zu den Beständen der verschiedenen Raubtiere durchgeführt, beispielsweise mithilfe von Kamerafallen und Fußspurenanalysen.

Artenschutz - Hilfe für gefährdete Spezies

Der Gonarezhou Conservation Trust konzentriert sich weniger auf den Schutz einzelner Tierarten als vielmehr auf den Schutz ganzer Ökosysteme und Landschaften. Dennoch versuchen wir, Arten zurückzubringen, die hier einst vorkamen, die aber lokal ausgestorben sind. So begann im Sommer 2021 die Wiederansiedlung von 30 Spitzmaulnashörnern in Gonarezhou, eine Art, die in den frühen 1990er-Jahren verschwunden war, nachdem auch das letzte Nashorn der Wilderei zum Opfer gefallen war.

Der Trust ist außerdem Partner eines Projekts, bei dem konfiszierte Schuppentiere im Park freigelassen werden. Wir nutzen die Gelegenheit, um die Lebensgewohnheiten dieser gefährdeten Säugetiere zu untersuchen, und damit auf zukünftige Wiederansiedlungen gut vorbereitet zu sein.

Partner

Erfolgreicher Naturschutz ist immer Teamarbeit. In allen Projekten arbeiten wir mit den nationalen Behörden, den zuständigen Schutzgebietsverwaltungen, nationalen Naturschutzorganisationen, Geberorganisationen und mit den örtlichen Gemeinden.

  • Zimbabwe Parks and Wildlife Management Authority
  • SAT-Wild
  • Tikki Hywood Foundation
  • African Wildlife Conservation Foundation
  • Malipati Development Trust
  • Jamana Community Conservancy
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„Moderner Naturschutz braucht innovative Ideen. Denn einfache Lösungen für die komplexen und wachsenden Bedrohungen unserer Natur gibt es nicht.“

Projektleiter Hugo van der Westhuizen

Kontakt

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Bernhard-Grzimek-Allee 1
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