An Land gibt es bereits deutliche Fortschritte. Rund 20 Prozent der Landflächen und Binnengewässer stehen heute unter Schutz. Werden bereits bestehende Verpflichtungen umgesetzt, könnte dieser Anteil bis 2030 auf 27 Prozent steigen. Beim Meeresschutz allerdings ist der Handlungsbedarf größer: bislang gelten lediglich 3,5 Prozent der Meere als wirksam geschützt. Selbst in ausgewiesenen Schutzgebieten sind naturzerstörende Aktivitäten häufig weiterhin erlaubt.
Eine zentrale Herausforderung ist die Finanzierung. Für die Umsetzung des 30×30-Ziels werden laut Campaign for Nature jährlich 100 bis 180 Milliarden US-Dollar benötigt. Aktuell stehen dafür nur rund 24 Milliarden zur Verfügung.
Deutschland und Stiftungen stellen Mittel bereit
Ein wichtiges Signal kam gestern Abend (23. September 2026) aus New York: Bundesumweltminister Carsten Schneider kündigte beim Leaders Event zum 30×30 Ziel an, dass Deutschland 100 Millionen US-Dollar in den Legacy Landscapes Fund (LLF) einzahlen wird. Der LLF ist eine unabhängige internationale Stiftung nach deutschem Recht, gegründet vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der KfW Entwicklungsbank.
„Intakte Natur fungiert als Puffer gegen die Auswirkungen der Klimakrise. Um diese Schutzgebiete langfristig abzusichern, wird Deutschland 100 Millionen US Dollar in den Legacy Landscapes Fund einzahlen. Mit uns dabei sind die Wyss Foundation und die Rob Walton Foundation – in Summe 300 Millionen US Dollar“, sagte Umweltminister Schneider in seiner Rede gestern. Sowohl die Wyss Foundation wie die Rob Walton Foundation steuern jeweils 100 Millionen US-Dollar zu LLF bei.
Intakte Natur fungiert als Puffer gegen die Auswirkungen der Klimakrise. Um diese Schutzgebiete langfristig abzusichern, wird Deutschland 100 Millionen US Dollar in den Legacy Landscapes Fund einzahlen.
„Wir begrüßen ausdrücklich den Beitrag Deutschlands für Schutzgebiete in Subsahara-Afrika“, betont Christof Schenck, Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt. „Zusammen mit den dadurch mobilisierten zusätzlichen 200 Millionen US-Dollar der Rob Walton Foundation und der Wyss Foundation können mindestens zehn große Schutzgebiete von herausragender Bedeutung für den Biodiversitäts- und Klimaschutz dauerhaft mit einer Basisfinanzierung ausgestattet werden.“
Mit Blick auf die kommende Biodiversitätskonferenz COP17 in Armenien ist die Botschaft klar: Beim weltweiten Schutz der Natur ist viel in Bewegung – jetzt kommt es darauf an, bestehende Zusagen tatsächlich umzusetzen, Finanzierungslücken zu schließen und wirksamen Schutz langfristig abzusichern.