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Junge Mitarbeitende der ZGF gestalten mit wissenschaftlicher Expertise, modernen Technologien und frischen Perspektiven den Naturschutz von morgen. Im dritten und letzten Teil unserer Serie erklärt Shanyal Uqaili, wie Satellitenbilder, künstliche Intelligenz und Geodaten helfen, Landschaften besser zu verstehen und Schutzmaßnahmen gezielt zu planen.

Shanyal Uqaili, Data Engineer and Spatial Analyst, HQ Frankfurt, Germany. © Andrii Ivanov

Shanyal Uqaili (32) ist Dateningenieur und spezialisiert auf räumliche Analysen. Er hat in Karatschi in Pakistan Ingenieurwissenschaften studiert und anschließend an der Universität Bonn zwei Masterstudiengänge absolviert – in Bildverarbeitung und Fotogrammetrie sowie in Geoinformationssystemen und Datensicherheit. Für die ZGF arbeitet er als Teil des zentralen Teams Monitoring, Evaluation and Learning (MEL) in Frankfurt an digitalen Werkzeugen und räumlichen Analysen für den Naturschutz in den Projektgebieten weltweit.

SATELLITEN, SOFTWARE, SCHUTZGEBIETE

Welche Werkzeuge nutzt du heute im Naturschutz, die früheren Generationen noch nicht zur Verfügung standen?

Aufklärung aus der Luft – ob mit Zettel und Stift oder mit Fotokamera im Flugzeug – gibt es schon lange und sie hat in den großen Projektgebieten der ZGF Tradition. Heute können wir gezielt Satelliten lenken, die uns Aufnahmen mit einer Auflösung von bis zu einem halben Meter für eine gewünschte Zeit liefern. Für große Landschaften entstehen so enorme Datenmengen. Für die Auswertung am Computer setzen wir daher auf maschinelles Lernen, um die Bilder zu analysieren – etwa um zu erkennen, wo offenes Gelände, geschlossene Baumkronen oder Flüsse sind. Besonders spannend wird es, wenn wir diese Daten mit Klimadaten und Ergebnissen aus unserem Monitoring verknüpfen, etwa den Wanderrouten von Tieren durch Sender oder Artennachweisen durch Kamerafallen, Akustik- oder eDNA-Sensoren.

Shanyal Uqaili arbeitet an zwei Bildschirmen mit Satellitenkarten und Geodaten zur Analyse von Schutzgebieten.
Mithilfe von Satellitenaufnahmen und der Kartierungssoftware ArcGIS macht der ZGF-Dateningenieur Shanyal Uqaili ZGF-Projektgebiete am Computer sichtbar.
© Andrii Ivanov / ZGF

Wie trägt das dazu bei, Ökosysteme und Biodiversität besser zu schützen?

Die digitale Fernerkundung ist ein Gamechanger für den Naturschutz. Selbst über ausgedehnte Gebiete wie das peruanische Amazonasgebiet erhalten wir so einen umfassenden Überblick. Durch den Vergleich von Aufnahmen aus unterschiedlichen Zeitpunkten können wir erkennen, wo sich etwas verändert – sei es durch natürliche Prozesse wie saisonale Überschwemmungen oder durch menschliche Eingriffe wie Rodungen, Straßenbau, Tourismus oder Goldabbau. Diese Informationen helfen uns, unsere Daten aus dem Feld besser einzuordnen. Auf dieser Basis können wir Schutzmaßnahmen gezielter planen und priorisieren. Gerade in sehr großen Gebieten ist das entscheidend.

Was ist für dich aktuell die größte Herausforderung?

Eine der größten Herausforderungen ist es, aus der Fülle technischer Entwicklungen die richtigen auszuwählen. Die Möglichkeiten sind heute enorm, aber nicht jede Anwendung bringt uns im Naturschutz wirklich weiter. Viele sind teuer, aufwendig und weniger nützlich, als sie zunächst erscheinen. Deshalb ist es wichtig, neue Technologien gezielt zu testen und mit Erfahrungen aus dem Feld abzugleichen – das tun wir derzeit mit neuen Analysemethoden in verschiedenen afrikanischen Landschaften. Am Ende zählt, dass Technologien einen echten Beitrag zum Schutz von Landschaften und Arten leisten.

Shanyal Uqaili arbeitet an mehreren Bildschirmen mit Satellitenkarten und Geodaten zur Analyse und Überwachung von Schutzgebieten.
Shanyal Uqaili analysiert an seinem Arbeitsplatz Satellitenbilder und Geodaten auf zwei Monitoren. Mit digitalen Karten und räumlichen Analysen unterstützt er die Planung und Überwachung von Schutzgebieten im Naturschutz. © Daniel Rosengren / ZGF

Was treibt dich an – und was soll von deiner Arbeit in 20 Jahren bleiben?

Ich bin in Pakistan in der Nähe des zweitgrößten Mangrovengebiets der Erde aufgewachsen. Dort habe ich mit eigenen Augen gesehen, wie stark Menschen ein einzigartiges Ökosystem ausbeuten können, wenn übergeordnete Schutzmaßnahmen fehlen. Das hat meinen Blick auf die Natur und unsere Verantwortung dafür geprägt. Heute motiviert es mich, mein Wissen als Dateningenieur dafür einzusetzen, die Natur zu bewahren. Ich möchte dazu beitragen, dass die Landschaften, die ich heute auf meinem Bildschirm analysiere, auch in 20 Jahren noch existieren – ganz gleich, mit welchen Technologien wir sie dann analysieren.