Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt e. V. (ZGF) stellt heute im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung im Zoogesellschaftshaus ihren Jahresbericht „Mission Wildnis 2025“ vor. Demnach engagiert sich die ZGF heute weltweit für streng geschützte Gebiete von insgesamt rund 400.000 Quadratkilometern – eine Fläche größer als Deutschland und die Schweiz zusammen. 2025 weiterte die ZGF ihre Naturschutzarbeit geografisch weiter aus, unter anderem mit einem neuen Länderprogramm in Äquatorialguinea und weiteren Projektgebieten in Brasilien.
Insgesamt ist die Fläche der Schutzgebiete im ZGF-Programm seit 2020 um rund 137.000 Quadratkilometer gewachsen, eine Fläche etwa so groß wie Griechenland. In Anlehnung an das globale 30×30-Ziel hatte sich die internationale Naturschutzorganisation mit Hauptsitz in Frankfurt vorgenommen, ihren Einsatz bis 2030 zu steigern und unter anderem dazu beizutragen, mehr Schutzgebiete auszuweisen.
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Den Jahresbericht „Mission Wildnis 2025“ mit Zahlen und Hintergründen finden Sie auch unter hier: http://zgf.de/missionwildnis25.
„Wie unsere Geschäftszahlen zeigen, konnten wir 2025 trotz herausfordernder finanzieller und politischer Rahmenbedingungen unser Engagement im Naturschutz steigern und so einen Beitrag zum globalen Biodiversitätsschutz leisten – ganz im Sinne des 30×30-Ziels“, sagt Dr. Christof Schenck, Geschäftsführer der ZGF, mit Blick auf das Treffen der internationalen Vertragsstaaten der Konvention zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt (CBD) im Herbst in Yerevan. Die Länder hatten sich darauf geeinigt, bis 2030 insgesamt 30 Prozent der weltweiten Landes- und Meeresfläche wirksam zu schützen.
„Doch bereits heute zeichnet sich ab, dass das 30×30-Ziel in den verbleibenden vier Jahren nicht erreicht wird. Umso dringlicher ist es, die Anstrengungen jetzt deutlich zu verstärken. Für uns bleibt der Weg klar: Wir müssen noch mehr große, artenreiche Wildnisgebiete dauerhaft sichern und erhalten.“

„Bereits heute zeichnet sich ab, dass das 30×30-Ziel in den verbleibenden vier Jahren nicht erreicht wird. Umso dringlicher ist es, die Anstrengungen jetzt deutlich zu verstärken.
Mission Wildnis 2025: Mehr Raum für die biologische Vielfalt
Neben dem neuen Länderprogramm in Äquatorialguinea und den Vorbereitungen für ein langfristiges Engagement in Angola verzeichnet die ZGF 2025 auch in anderen Projektgebieten Erfolge. Im Gonarezhou-Nationalpark in Simbabwe zum Beispiel hat die ZGF gemeinsam mit ihren Partnern 30 Breitmaulnashörner erfolgreich wiederangesiedelt, um dort nach fast 100 Jahren wieder eine stabile Population aufzubauen. In dem Schutzgebiet wurden bereits die ersten Kälber geboren – sowohl bei den Breitmaulnashörner als auch bei den vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashörnern.
Die ZGF intensivierte zudem ihre Arbeit im Amazonasgebiet: Mit einem verstärkten Team in Brasilien unterstützt sie dort nun auch das Management der großen Nationalparks Pico da Neblina und Serra do Divisor – und damit den langfristigen Schutz großer Gebiete in einer der artenreichsten Regionen der Erde. In den ukrainischen Karpaten fördert die ZGF auch während des anhaltenden Krieges zahlreiche Schutzgebiete und übernimmt beispielsweise Betriebskosten der Parkverwaltungen für Benzin, Strom und Heizungen. Gleichzeitig entwickelte sie gemeinsam mit ihren Partnern Umweltbildungsprogramme, mit denen 2025 mehr als 1.200 Kinder eine Auszeit vom Kriegsgeschehen in der Natur erleben konnten.
47 Millionen Euro für den weltweiten Naturschutz
Der Jahresbericht „Mission Wildnis 2025“ gibt einen Überblick über die weltweite Naturschutzarbeit der ZGF und ihre Entwicklung im vergangenen Jahr – etwa über die zahlreichen Projekte zum Schutz herausragender Lebensräume und Wildtiere in den Schwerpunktregionen in Afrika, Europa, Zentralasien, Südamerika und Südostasien sowie die Entwicklung der Geschäftszahlen. 2025 investierte die ZGF demnach rund 47 Millionen Euro in ihr Naturschutzprogramm – und steigerte ihren Einsatz damit um rund zwei Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.
„Die Erhaltung großer, intakter Naturlandschaften gehört zu den entscheidenden Zukunftsfragen unserer Zeit. Sie sichert Artenvielfalt, Wasserressourcen, Klimastabilität und damit die natürlichen Grundlagen jeder gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung“, sagt Klaus Becker, Präsident der ZGF. „Naturschutz entfaltet seine Wirkung nicht in Legislaturperioden, sondern in Generationen. Er verlangt Beharrlichkeit, Glaubwürdigkeit und die Bereitschaft, auch unter schwierigen Rahmenbedingungen an langfristigen Zielen festzuhalten.“

„Naturschutz entfaltet seine Wirkung nicht in Legislaturperioden, sondern in Generationen. Er verlangt Beharrlichkeit, Glaubwürdigkeit und die Bereitschaft, auch unter schwierigen Rahmenbedingungen an langfristigen Zielen festzuhalten.“
Mit 28 Projekten und Programmen war die ZGF 2025 in 18 Ländern aktiv und beschäftigte weltweit rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die meisten von ihnen sind nationale Angestellte, die bei den jeweiligen ZGF-Länderorganisationen beschäftigt sind oder in Joint Ventures mit den Nationalparks unter Vertrag stehen. Die ZGF ist in vielen Projektländern mit Regionalbüros oder als gemeinnützige nationale Organisation vertreten. Zum Jahresende zählte der Verein 3.430 Mitglieder.


