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Bei seinem Besuch in den ukrainischen Karpaten sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider zehn Millionen Euro für den Naturschutz zu. Die Mittel sollen dazu beitragen, wertvolle Naturgebiete zu schützen und die langjährige deutsch-ukrainische Zusammenarbeit im Naturschutz fortzuführen.

Mehr als ein Jahrzehnt Zusammenarbeit in den ukrainischen Karpaten

Begleitet von einer Delegation mit Vertreterinnen und Vertretern der deutschen Green-Tech-Branche besuchte Carsten Schneider den Skolivski-Beskydy-Nationalpark in der Region Lwiw. Vor Ort informierte er sich darüber, wie die ukrainischen Schutzgebiete ihre Arbeit fortsetzen und welchen Herausforderungen ihre Teams während des Krieges gegenüberstehen.

Der Besuch bot zugleich Gelegenheit, die langjährige Zusammenarbeit zwischen Naturschützerinnen und Naturschützern in der Ukraine und Deutschland hervorzuheben.

Michael Brombacher, Leiter des FZS-Europareferats, und Vasyl Pryndak, Direktor des Skolivski-Beskydy-Nationalparks, zeigten den Gästen konkrete Ergebnisse aus mehr als zehn Jahren Partnerschaft und Unterstützung für mehr als zwölf Nationalparks und Schutzgebiete in den ukrainischen Karpaten.

Diese langfristige Unterstützung umfasste unter anderem Fahrzeuge und Uniformen für Rangerinnen und Ranger, umfangreiche Umweltbildungsprogramme für Kinder, operative Unterstützung für Schutzgebiete sowie Kamerafallen und weitere Technologien zur Überwachung der biologischen Vielfalt.

Seit Beginn der groß angelegten russischen Invasion im Jahr 2022 wurde diese Unterstützung erheblich ausgeweitet. Dies wäre ohne die kontinuierliche Unterstützung der Bundesregierung nicht möglich gewesen, darunter auch Fördermittel des Bundesumweltministeriums im Rahmen seiner Internationalen Klimaschutzinitiative.

Während seines Besuchs im Skolivski-Beskydy-Nationalpark erfährt Bundesumweltminister Carsten Schneider, wie Rangerinnen und Ranger Kamerafallen und digitale Technologien einsetzen, um Wildtiere und die biologische Vielfalt im Schutzgebiet zu überwachen.
Members of the visiting delegation listen to an explanation while standing in a forest in Skolivski Beskydy National Park.
Während des Besuchs im Skolivski-Beskydy-Nationalpark erfährt die Delegation mehr über die Wälder und die Naturschutzarbeit in den ukrainischen Karpaten.

Deutschland stellt zehn Millionen Euro für den Naturschutz bereit

Während seines Besuchs kündigte Carsten Schneider zusätzliche finanzielle Unterstützung für den Schutz des ukrainischen Naturerbes an. Das Bundesumweltministerium stellt über die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) zehn Millionen Euro bereit, um einen Naturschutzfonds für die Schutzgebiete der Ukraine einzurichten.

Der Fonds soll dazu beitragen, dass die Schutzgebiete während des Krieges arbeitsfähig bleiben, und gleichzeitig ihren langfristigen Wiederaufbau und ihre weitere Entwicklung unterstützen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Schutz der alten und ursprünglichen Buchenwälder der ukrainischen Karpaten. Sie sind Teil des UNESCO-Weltnaturerbes „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“. In der Ukraine liegen 15 Waldgebiete, die zu dieser grenzüberschreitenden Welterbestätte gehören.

Die Förderung kann Maßnahmen umfassen, die vom Management und Schutz dieser Wälder über naturverträglichen Tourismus und den Wiederaufbau von Infrastruktur bis hin zu einem modernen Schutzgebietsmanagement sowie Fortbildungen für Parkpersonal und Rangerinnen und Ranger reichen.

„Die Ukraine ist ein fantastisches Land mit einem enormen Naturreichtum. Wir unterstützen die Ukraine nicht nur in ihrem Kampf für die Freiheit, sondern auch dabei, dafür zu sorgen, dass sie nach dem Krieg eine Zukunft hat. Und ein untrennbarer Bestandteil dieser Zukunft ist dieser Naturreichtum, der in Europa einzigartig ist“, sagte Carsten Schneider.

Die Ankündigung setzt ein wichtiges Zeichen: Der Schutz von Natur und biologischer Vielfalt bleibt auch während des Krieges eine Investition in die Zukunft der Ukraine.

Die ukrainischen Karpaten beherbergen ausgedehnte alte Wälder und sogar Urwälder sowie eine außergewöhnliche biologische Vielfalt. Starke und gut ausgestattete Schutzgebiete sind entscheidend dafür, dieses Naturerbe für zukünftige Generationen zu erhalten.

„Die Ukraine ist ein fantastisches Land mit einem enormen Naturreichtum. Wir unterstützen die Ukraine nicht nur in ihrem Kampf für die Freiheit, sondern auch dabei, dafür zu sorgen, dass sie nach dem Krieg eine Zukunft hat. Und ein untrennbarer Bestandteil dieser Zukunft ist dieser Naturreichtum, der in Europa einzigartig ist.“

Carsten SchneiderBundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
The visiting delegation gathers on a forest trail during a tour of Skolivski Beskydy National Park in the Ukrainian Carpathians.
Die Delegation erkundet den Skolivski-Beskydy-Nationalpark und informiert sich bei einem Besuch im Gelände über die Wälder, die biologische Vielfalt und die Naturschutzarbeit des Parks in den ukrainischen Karpaten.

Naturschutz und regionale Entwicklung miteinander verbinden

Bei dem Besuch ging es auch um die wirtschaftliche Bedeutung gut funktionierender Schutzgebiete. Nationalparks können einen nachhaltigen Tourismus fördern, Chancen für lokale Unternehmen schaffen und zur Entwicklung der umliegenden Gemeinden beitragen.

„Naturschutz und eine positive wirtschaftliche Entwicklung müssen hier Hand in Hand gehen“, betonte Schneider.

Regionen wie die ukrainischen Karpaten zeigen, warum Schutzgebiete nicht isoliert betrachtet werden können. Ihr langfristiger Erfolg hängt auch von Perspektiven für die Menschen vor Ort und davon ab, dass die Gemeinden von gesunden und intakten Naturlandschaften profitieren können.

„Die Karpaten sind eine wahrhaft europäische Landschaft“, ergänzte Schneider.

The delegation views ranger, monitoring, and environmental education equipment during a presentation at Skolivski Beskydy National Park.
Die Delegation informiert sich im Skolivski-Beskydy-Nationalpark über die Ausrüstung für die Naturschutzarbeit. Dazu gehören Ferngläser, Feldausrüstung, Erste-Hilfe-Sets, Monitoringgeräte und Materialien für die Umweltbildung.

Eine Partnerschaft, die auch in schwierigen Zeiten fortbesteht

Auch Ulf Zimmermann, Leiter des Müritz-Nationalparks, eines der größten Nationalparks Deutschlands, nahm an dem Besuch teil. Seine Verbindung zum Skolivski-Beskydy-Nationalpark reicht bis in die ersten Monate des Krieges zurück.

Im Frühjahr 2022 brachte Zimmermann persönlich humanitäre Hilfe für Binnenvertriebene, die im Skolivski-Beskydy-Nationalpark Zuflucht gefunden hatten.

Der aktuelle Besuch knüpft an diese Zusammenarbeit an. Er zeigt zugleich, wie langfristige Partnerschaften zwischen Schutzgebieten, staatlichen Institutionen und Naturschutzorganisationen dazu beitragen können, dass die ukrainischen Schutzgebiete auch unter außergewöhnlich schwierigen Bedingungen arbeitsfähig bleiben.

Für uns bei der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt ist diese langfristige Zusammenarbeit ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Wir unterstützen unsere Partner in der Ukraine dabei, Schutzgebiete zu stärken, die biologische Vielfalt zu erhalten und die notwendigen Voraussetzungen dafür zu schaffen, die einzigartige Natur der ukrainischen Karpaten sowie die Plossia-Auenlandschaft langfristig zu schützen.

Ulf Zimmermann of Müritz National Park speaks alongside German Environment Minister Carsten Schneider and Michael Brombacher of FZS during the visit to Skolivski Beskydy National Park.
Ulf Zimmermann, Leiter des Müritz-Nationalparks, spricht während des Besuchs im Skolivski-Beskydy-Nationalpark. Neben ihm stehen Bundesumweltminister Carsten Schneider und Michael Brombacher von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt.