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Mehr InformationenWir reden über Sicherheit, wir reden über Energie, wir reden über Wettbewerbsfähigkeit und dadurch fällt der Biodiversitätsverlust ein bisschen hinten runter, weil es immer als separates Thema gesehen wird und nicht auch als Grund für solche anderen Krisen.
Warum Biodiversität Wirtschaft, Politik und Gesellschaft betrifft
Die Biodiversitätskrise zählt zu den größten Herausforderungen unserer Zeit – und doch steht sie selten im Mittelpunkt gesellschaftlicher Debatten. Dabei sind eine stabile Wirtschaft, Ernährungssicherheit und gesellschaftliche Resilienz eng mit einer intakten Natur verbunden.
In dieser Folge von Hinter dem Zoo gehts weiter spricht Felix Gaschick, Geschäftsführer des Frankfurt Conservation Center (FCC), über einen neuen Ansatz im Naturschutz. Das Frankfurt Conservation Center bringt Akteurinnen und Akteure aus Naturschutz, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Finanzwelt zusammen, um gemeinsame Lösungen für die Biodiversitätskrise zu entwickeln.
Wir sprechen darüber, weshalb Biodiversität weit mehr als ein Umweltthema ist und welche Rolle das Frankfurt Conservation Center dabei spielen kann, Naturschutz stärker in gesellschaftliche und wirtschaftliche Entscheidungen einzubinden.
Eine Folge über die Zukunft des Naturschutzes, neue Allianzen und die Frage, wie das Frankfurt Conservation Center Menschen dabei helfen kann, den Schutz der Natur wirksamer zu gestalten.

Im Interview - Felix Gaschick
Felix Gaschick ist Geschäftsführer des Frankfurt Conservation Center (FCC) und arbeitet seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Naturschutz und internationaler Zusammenarbeit. Der studierte Forstwissenschaftler bringt Erfahrungen aus Projekten in Asien und der internationalen Entwicklungszusammenarbeit mit und setzt sich für neue Partnerschaften zum Schutz der biologischen Vielfalt ein.
Transkript der Folge
Disclaimer: Dieses Transkript wurde automatisch erstellt und nur leicht nachbearbeitet. Trotz sorgfältiger Prüfung kann es Rechtschreib-, Grammatik- oder Zeichensetzungsfehler enthalten. Auch Namen, Fachbegriffe oder Ortsbezeichnungen können im Einzelfall ungenau wiedergegeben sein. Für den vollständigen Zusammenhang empfehlen wir die Audiofolge.
Folge: Naturschutz weiter denken: Das Frankfurt Conservation Center (85)
Dauer: 00:23:38
Veröffentlichungsdatum: 05.06.2026
Sprecher, Redaktion: Marco Dinter, Nils Elbert
Gast: Felix Gaschick
Audioproduktion: Jeldrik Schröer
Intro, Outro, Jingles: Kai Bender, Taylor Stein
Intro: Felix Gaschick
00:01-00:46
Generell erleben wir gerade einen Moment, wo der Biodiversitätsverlust drastisch zunimmt, insgesamt aber an Bedeutung in Diskussionen verliert. Es gibt natürlich gerade viele Krisen auf der Welt. Wir reden über Sicherheit, wir reden über Energie, wir reden über Wettbewerbsfähigkeit und dadurch fällt Biodiversität ein bisschen hinten runter, weil es immer als separates Thema gesehen wird und nicht unter anderem auch als Grund für solche anderen Krisen. Und wenn wir da nicht aufpassen, dann haben wir bald ein sehr großes Problem, was dann weitere Fluchtursachen und so weiter mit sich bringen wird, die lösbar sind jetzt noch.
Marco Dinter
00:57-02:28
Wenn man an Naturschutz denkt, denkt man wahrscheinlich an Regenwald, Ranger, Nationalparks, vielleicht irgendwo in Afrika oder Südamerika. Aber wahrscheinlich nicht an Bankenhochhäuser, Vorstandsetagen oder daran, eine E-Mail an den Bundesumweltminister zu schreiben. Genau da landet man aber ziemlich schnell, wenn man mit Felix Gaschik spricht. Denn der sagt, die Krise der Natur ist längst kein Nischenthema mehr. Sie steckt in unserer Wirtschaft, in Lieferketten, in der Landwirtschaft und irgendwann auf den Konten von Banken. Und deshalb entsteht gerade mitten in Frankfurt ein Ort, der genau diese Welten zusammenbringen will. Das Frankfurt Conservation Center. Klingt erstmal ziemlich ambitioniert, so viele Welten zu vereinen. Wie das gelingt, das klären wir in dieser Folge. Die spannendere Frage ist aber eigentlich, was passiert, wenn Naturschutz plötzlich nicht mehr nur Sache von Naturschützenden ist? Die Zoo und die ZGF, die kennt ihr Hörerinnen und Hörer ja schon, aber das, worüber wir heute sprechen wollen, das noch nicht. Und zwar das Frankfurt Conservation Center. Und da habe ich mir den Mann eingeladen, der besser weiß als alle anderen, was damit passieren soll, nämlich Felix Gaschik, den Geschäftsführer. Hallo Felix. Hallo. Felix, jetzt lass uns mal direkt ins kalte Wasser springen. Wir haben es ja eben auch schon ein bisschen angedeutet. Das Frankfurt Conservation Center, das FCC, was steckt denn da eigentlich dahinter? Was ist die Idee?
Felix Gaschick
02:30-02:50
Die Idee ist, eine Plattform zu schaffen, wo Wissenschaftler, Naturschutzpraktiker, Vertreter aus der Finanzwelt, aus Politik und so weiter zusammenkommen. um dort gemeinsam den Schutz der Natur weiterzuentwickeln und anzupassen an die heutigen Probleme, die die Welt so mit sich bringt.
Marco Dinter
02:50-03:23
Die ZGF macht ja jetzt schon seit über 60 Jahren Naturschutz und auch andere Organisationen sind natürlich schon sehr lange im Geschäft. Und diese Organisationen entwickeln sich über die Jahrzehnte ja permanent weiter. Ganz viele arbeiten auch schon in Netzwerken zusammen. Außerdem ändern sich Technologien, Forschungsstände, Kommunikation. Was ist denn jetzt heute trotzdem anders als noch vielleicht vor 10, 20 Jahren, dass man sagt, okay, es reicht nicht mehr, wenn Organisationen einfach nur besser werden. Sie müssen plötzlich noch ganz anders arbeiten.
Felix Gaschick
03:24-04:03
Was die Welt mittlerweile mit sich bringt, sind Probleme, ich sage mal, die über die Grenzen von Naturschutzgebieten hinausgehen. Oder andersrum, die über diese Grenzen in die Naturschutzgebiete hineinwirken. Und da muss angesetzt werden. Naturschutz muss quasi über Grenzen springen. Das sind Organisationsgrenzen, das sind Grenzen von Naturschutzgebieten, das sind auch Grenzen von Ländern. Wir müssen international zusammenarbeiten. Und das kann keine einzelne Organisation als solche leisten. Da müssen die verschiedenen Kompetenzen zusammengeführt werden. Und das will das FCC leisten.
Marco Dinter
04:03-04:08
Dann machen wir es doch mal ganz konkret. Welche Organisationen kommen denn im FCC alles zusammen?
Felix Gaschick
04:09-04:39
Da sind natürlich zunächst die drei Gründungsorganisationen zu nennen. Zum einen die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt und die Goethe-Universität Frankfurt, die schon 2020 die Idee des Frankfurt Conservation Centers aus der Taufe gehoben haben und die GGMBH gegründet haben. Und das hat dann noch weitere Organisationen animiert, dazuzukommen. Insgesamt sind es elf Organisationen. Die will ich jetzt nicht alle aufzählen.
Marco Dinter
04:39-04:41
Aber der Zoo ist dabei, das ist mir wichtig.
Felix Gaschick
04:41-05:04
Der Zoo ist dabei, das ist richtig. Der kommt immer alphabetisch zuletzt. Aber dann reden wir auch zum Beispiel über Bio Frankfurt. Das ist ja auch ein Netzwerk. Das Institut für sozial-ökologische Forschung. Und vielleicht noch dazu zu sagen, dass es auch internationale Organisationen animiert hat, dabei zu sein. Zum Beispiel Conservation International ist eine große amerikanische Organisation, die auch im FCC vertreten ist.
Marco Dinter
05:05-05:19
Lass uns mal darüber sprechen, was das FCC jetzt so besonders macht. Ihr vereint also Forschung, Lehre und angewandten Naturschutz. Warum ist genau diese Kombination jetzt so wichtig aus so vielen verschiedenen Partnern?
Felix Gaschick
05:19-06:27
Ja, ich denke mal, die Diversität der Partner ist schon ein interessanter Aspekt. Wir haben ja zum Beispiel auch das ISO dabei, das Institut für sozial-ökologische Forschung, was ganz andere Sachen abdeckt, wie jetzt die zoologische Gesellschaft. Wir haben die KfW-Stiftung dabei und Traffic, die sich dann mehr mit Wildhandel, also Wildtieren und Pflanzen beschäftigt. Und diese Breite braucht es halt, um, ich sag mal, die Dimension der Probleme, die über den Rückgang der Natur auf die Menschheit zukommen, möglichst gut angehen zu können. Und das macht das FCC relativ einzigartig, weil wir halt nicht nur in Anführungsstrichen die Naturschutz-NGOs sind, die alle sehr gute Arbeit machen, Aber weil wir dezidiert und bewusst auch andere Player in diesem Gebiet und auch gebietsfremde in der Zukunft noch einbringen wollen. Also das ist, denke ich, was das FCC besonders macht und was mich auch sehr daran gereizt hat, diese Tätigkeit aufzunehmen.
Marco Dinter
06:28-06:37
Was hat denn jetzt Biodiversität mit zum Beispiel Flüchtlingsströmen zu tun oder mit Wirtschaft, wo wir sicher noch drüber sprechen werden? Du hast schon Banken erwähnt.
Felix Gaschick
06:37-08:01
Ja, ein einfaches Beispiel. Ich weiß noch, als ich früher Fahrrad gefahren bin durch Felder, da hatte ich immer ganz viele Insekten im Gesicht. Heute ist das weniger der Fall. Das ist vielleicht weniger nervig, aber eigentlich auch ziemlich besorgniserregend, weil diese Insekten haben eine andere Funktion als uns zu nerven. Die bestäuben zum Beispiel die Pflanzen. Und das ist einfach wichtig für Pflanzenvermehrung. Und die Grundlage unseres Nahrungssystems sind Pflanzen. Das wird dann über Fleisch oft indirekt zu uns genommen, aber generell ist die Grundlage Pflanzen. Und wenn wir da die Vermehrung nicht mehr hinbekommen, beziehungsweise die Insekten dafür nicht mehr da sind, haben wir ein Ernährungsproblem. Das ist jetzt erstmal nicht direkt sichtbar, aber da läuft es halt gerade darauf hin, wo nur noch bestimmte Arten damit zurechtkommen. Und wenn wir von immer weniger Arten abhängig werden, steigert sich das Risiko, dass das irgendwann kollabiert. Deswegen brauchen wir ein großes Menü an Arten sozusagen, das aufrechterhalten sollte, das dann mit den verschiedenen Situationen, die die Welt noch so mit sich bringen wird, klarkommt. Da reden wir über veränderte Temperaturen, veränderte Niederschläge, veränderte Insektenvielfalt und so weiter. Da brauchen wir einfach einen großen Pool, aus dem die Menschheit schöpfen kann, um sich selbst ein gutes Leben zu sichern auf diesem Planeten.
Marco Dinter
08:02-08:09
Also geht es tatsächlich nicht um die Natur an sich oder um ihrer selbst willen, sondern vielmehr um uns Menschen, auch beim FCC.
Felix Gaschick
08:10-08:23
Genau, ja, darum geht es. Also das treibt mich auch an, die Natur zu schützen. Ich bin gerne in der Natur und bewundere in der Natur, aber insgesamt der Antrieb ist schon die Sicherung der Menschheit, des menschlichen Wohlbefindens.
Marco Dinter
08:24-08:41
Du bist jetzt Geschäftsführer für das Frankfurt Conservation Center. Seit wann eigentlich? Ich habe im September angefangen. Im September 2025, das heißt jetzt ein halbes Jahr, etwas mehr. Was hast du denn für einen Hintergrund?
Felix Gaschick
08:41-09:24
Ich bin von Haus aus Förster, also ganz klassisch. Ich wollte auch ursprünglich mal so dieser Revierförster sein mit Hund und so weiter. Bin dann über diverse Zufälle in der internationalen Zusammenarbeit gelandet. Viel in Asien vor allem gearbeitet. Und zuletzt im USAID-Kontext, also amerikanische Entwicklungszusammenarbeit, die ja dann im Februar letzten Jahres eingestampft wurde. Und dann hat mich die Aufgabe hier gereizt. Da ging es darum, was aufzubauen und nicht was abzubauen. Und das hat mich dann nach Frankfurt gezogen. Ich bin auch gar nicht aus Frankfurt, sondern bin jetzt zum ersten Mal hier und mag es sehr.
Marco Dinter
09:25-09:35
Wie muss ich mir denn da jetzt gerade deinen Arbeitsalltag vorstellen? Was machst du, um diese ganzen Organisationen und verschiedenen Player sozusagen zusammenzubekommen?
Felix Gaschick
09:37-10:16
Ja, das ist so ein bisschen wie so ein Startup, wo man nicht so das 1A-Kochrezept hat für was kommt jetzt wo rein und wer kommt jetzt mit wem zusammen. Man muss viel netzwerken, man muss viel ausprobieren, man muss die Player vor allen Dingen mitnehmen. Dafür haben wir Strukturen, die geschaffen wurden, zum Beispiel ein Council, das sich ungefähr alle zwei Monate trifft, wo alle Organisationen vertreten sind, um das gemeinsame Vorgehen abzustimmen. Generell ist es, viele Brände auf einmal löschen sozusagen. Und das macht es natürlich auch spannend, weil man vor Herausforderungen steht, von denen man gestern noch gar nichts wusste.
Marco Dinter
10:17-10:37
Jetzt sind da irgendwie ganz viele internationale Organisationen aus aller Herren Länder quasi dabei, aber eben auch aus Frankfurt ganz viel. Warum haben die jetzt an irgendeinem Punkt gesagt, wir müssen mal was zusammen machen? Was funktioniert im klassischen Naturschutz heute vielleicht einfach nicht mehr so gut, wie es früher funktioniert hat, als die ZGF zum Beispiel angefangen hat, Naturschutz zu machen?
Felix Gaschick
10:38-11:40
Ja, generell erleben wir gerade einen Moment, wo der Biodiversitätsverlust drastisch zunimmt. Das ist auf der einen Seite. Auf der anderen Seite Biodiversität insgesamt aber an Bedeutung in Diskussionen verliert. Es gibt natürlich gerade viele Krisen auf der Welt. Wir reden über Sicherheit, wir reden über Energie, wir reden über Wettbewerbsfähigkeit und dadurch fällt Biodiversität ein bisschen hinten runter, weil es immer als separates Thema gesehen wird und nicht unter anderem auch als Grund für solche anderen Krisen. Und wenn wir da nicht aufpassen, dann haben wir bald ein sehr großes Problem, was dann weitere Fluchtursachen und so weiter mit sich bringen wird, die lösbar sind jetzt noch. Und daher braucht man jetzt sowas wie ein FCC, wo einfach die klugen Köpfe zusammenkommen und diese Lösungen anbieten, um halt andere Krisen auch zu minimieren.
Marco Dinter
11:41-11:48
Was passiert denn, wenn wir Naturschutz nicht stärker vorantreiben? Also was hat das für einen Einfluss auf die Bankenbranche zum Beispiel?
Felix Gaschick
11:49-13:02
Ja, dann kann man mal Beispiele nehmen, wie wenn jetzt Ernteausfälle sind, weil bestimmte Arten mit den Gegebenheiten, die sich durch den Klimawandel zum Beispiel verändern, nicht mehr zurechtkommen. Wenn man dann nicht auf Arten aus einem größeren Genpool zurückgreifen kann und diese dann resilienter sind gegen diese neuen Gegebenheiten, die wir auch noch gar nicht wissen und daher planen können. Deswegen ist es gut, eine breite Art von Arten zu haben. Wenn da die Ernteausfälle da sind und dann die Kredite dementsprechend nicht mehr zurückgezahlt werden können, dann hat die Finanzwelt damit ein Problem. Das ist jetzt ein relativ einfaches Beispiel, das kann man jetzt noch weiterführen. Wir haben letztens eine interessante Debatte gehabt, wie viele Wildpflanzen sind zum Beispiel in alltäglichen Produkten. Da reden wir von Schuhcreme. Das wissen halt viele nicht, wusste ich auch nicht, dass halt doch viele Produkte aus der Natur in unserem alltäglichen Leben da sind, von denen wir auch ernähren und zehren, die, wenn sie nicht mehr da sind, große Probleme darstellen. Und da sind natürlich Banken dann immer hinten dran, die wirtschaftliches Handeln finanzieren und vorantreiben.
Marco Dinter
13:03-13:08
Und wo ist da jetzt quasi eine Lücke im System, die ihr dann füllt mit dem FCC?
Felix Gaschick
13:10-13:57
Die Lücke ist, dass wir bewusst auf diese Akteure zugehen und genau diesen Sachverhalt, den ich ja gerade geschildert habe, nochmal versuchen klar zu machen und dann gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Und nicht dieses, wir sind die Naturschützer, wir sind die Guten und ihr seid die Bösen, sondern wir haben alle ein gleiches Problem. Wir sind die Menschheit und wir hängen von Natur ab und wir müssen das jetzt zusammen lösen. und da kommen ja dann auch noch ganz andere Blickwinkel rein, die uns auch oft fehlen. Da kommen dann Sprachen rein, die wir auch gar nicht sprechen. Wenn wir als Naturschützer über Biodiversität sprechen, dann sind da oft Begriffe drin, die ein Banker vielleicht nicht versteht, aber andersrum ist es ja genauso und da diese Übersetzung zu leisten als FCC, das macht die Arbeit auch sehr spannend.
Marco Dinter
13:59-14:05
Kannst du mir ein Beispiel geben, was jetzt schon läuft zum Beispiel. Was sind dann Aktionen, die das FCC macht? Ich habe zum Beispiel von
Felix Gaschick
14:06-15:17
einer Fördermöglichkeit gehört. Genau, wir haben letztens einen kleinen Fund aufgesetzt, der heißt der Collaborative Conservation Fund. Da steckt schon im Namen die Zusammenarbeit drin. Da ging es darum oder da geht es darum, dass gemeinsame Initiativen entwickelt werden, die genau diese Problematiken bearbeiten, von denen ich gerade gesprochen habe, in einer gemeinsamen Herangehensweise. Und dieser Pfand soll nicht die Umsetzung des Ganzen finanzieren, sondern die Entwicklung dahin. Da sind wir als FCC dann als Moderator quasi in der Lage zu sagen, wir müssen das gemeinsam entwickeln, was eine Organisation für sich selbst nicht entwickeln kann. Dann brauchen wir das FCC nicht. Aber wenn es darum geht, die Naturschützer und die Wissenschaft zusammenzubringen und aus verschiedenen Organisationen Leute zusammenzubringen, das moderieren zu können, dafür ist dieser Fund da, um dann zum Beispiel gemeinsame Workshops zu finanzieren, um eine Lösung zu erarbeiten, die dann als Initiative von einem größeren Geber finanziert werden kann. Was sind da so für Projekte eingereicht worden?
Marco Dinter
15:17-15:28
Also da kann man sich drauf bewerben, so habe ich es jetzt verstanden. Dann kann man Geld bekommen für seine Arbeit. Kannst du uns Beispiele nennen, was da zum Beispiel jetzt so für Bewerbungen einging?
Felix Gaschick
15:29-18:24
Genau, wir hatten insgesamt fünf Bewerbungen in die erste Runde, die von Senckenberg finanziert wurde. Und da konnten wir zwei von auswählen. Wir hätten gerne alle fünf ausgewählt, weil die Themen sehr breit und sehr interessant waren. Da ging es von zum Beispiel einmal zum Hinterleuchten Gold, wie dieses Asset, dieser Wert auf der einen Seite. auf der anderen Seite eine unheimliche ökologische Konsequenz hat, die halt nicht eingepreist ist, aber das vielleicht sollte. Und wie ein steigender Goldpreis auf der einen Seite, ein unheimlicher Wertzuwachs auf der einen Seite, eine unheimliche Zerstörung auf der anderen Seite bewirkt. Das ist ein Thema, das für das FCC relevant ist als Themenblock. Was ein Beispiel ist, ein anderes war, auch wieder Finanzwelt. wie kann man denn das Thema Natur mehr in die Köpfe von Bank-Executives oder Vorstände von größeren Betrieben einbringen und da einen Kurs aufzusetzen, zusammen mit dem House of Finance und der Frankfurt Business School. Andere Themen haben dann solche Sachen behandelt wie, wo ist denn Biodiversität in unseren alltäglichen Begriffen. Da gab es auch mehr klassische Forschungsprojekte, Forschungsprojekte, die sich mal mit Feuchtgebieten beschäftigen. Gebiete, die oft über den Tellerrand fallen. Wenn wir an Natur denken, da kommt meistens immer der Wald in den Sinn. Oder vielleicht ein Korallenriff, was schön bunt ist. Aber dann gibt es natürlich auch noch viele andere Ökosysteme, die wichtige Leistungen für die Menschheit bringen, die oft ein bisschen hin und runter fallen. Feuchtige Gebiete gehören ein bisschen dazu. Das sind so Themen, die eingereicht wurden. Darfst du schon sagen, wer die Funds bekommen hat? Wir haben die Auswahl gemacht. Es war nicht einfach. Wir hätten, wie gesagt, gerne alle finanziert. Und da arbeiten wir auch drauf hin, weil dieser Fund soll halt auch wieder gefüllt werden. Zwei, die herausstanden, nicht sehr weit, aber dann schon vom Konzept her am weitesten entwickelt waren, war dieser Kurs, den ich gerade benannt hatte, der ja auch für Frankfurt sehr viel Sinn macht. Also Frankfurt ist ein Finanzplatz, zusammen mit dem House of Finance da bei Diversity reinzubringen, steht im FCC sehr gut. Das ist eine Sache. Und das andere ist die Feuchtgebietthematiken. Da geht es auch viel um Konflikte, Nutzungskonflikte und so weiter. Und ja, die Welt ist voller Konflikte. Und wenn man das im kleinen Bereich schon bearbeiten kann und auch da Lösungen entwickeln kann, sieht man wieder, wie Naturschutz auch in andere Bereiche sehr reingeht. Diese beiden Themen sind die ersten und ich hoffe, dass die anderen drei und zusätzliche dann auch noch finanziert werden können.
Marco Dinter
18:25-18:40
Also mal ganz konkret, wie sah jetzt heute dein Tag aus? Das Highlight ist natürlich, dass du bei mir im Podcaststudio sitzt, aber womit hast du dich heute schon so beschäftigt? Ich versuche mal so ein bisschen greifbar zu machen, was du als Geschäftsführer des FCCs quasi jetzt aktuell tust.
Felix Gaschick
18:42-19:28
Derzeit bereiten wir ja auch unsere Auftaktveranstaltung vor am 10. Juni. Da haben wir heute zusammengesetzt, nochmal um das Programm zu besprechen, um nochmal die Key Messages zu besprechen. Und man merkt schon, ich rede viel Englisch. Das ist so diesem internationalen Flair des FCCs geschuldet. Dann habe ich noch mit drei anderen Partnerorganisationen eine Initiative diskutiert, die wir mit einer großen Drogeriekette jetzt aufziehen wollen, um da nochmal in die Abstimmung zu gehen. Dann habe ich auch noch administrative Sachen gemacht und so weiter. Also das muss man immer dazwischen machen. Ja, ich überlege gerade, was das Erste war. Das weiß ich gar nicht mehr, als ich reingekommen bin. Achso, ich habe eine E-Mail an den Bundesumweltminister geschickt.
Marco Dinter
19:29-20:00
Na siehste, also das ist doch mal wirklich eine bunte Tüte, die du da so beantwortest oder bearbeitest jeden Tag. Wenn du jetzt eine E-Mail an den Bundesumweltminister schreibst oder zu einem Bankvorstand gehst oder ähnliches, was verstehen viele Leute am Anfang falsch, wenn du über das FCC sprichst? Gibt es da was, wo du merkst, das ist so der Knackpunkt, das müssen wir irgendwie rüberbringen? Ja, falsch würde ich nicht unbedingt sagen, vielleicht unvollständig.
Felix Gaschick
20:01-20:48
Weil gerade im Frankfurter Kontext wurde natürlich über das FCC gerade auch in den letzten Monaten viel berichtet. Und zwar im Hinblick auf das zubauende Gebäude am Zoo. Das ist ein wichtiges Element. Mir geht es auch sehr darum zu besprechen, was so dahinter steht. Weil ein Gebäude an sich entwickelt keine Lösungen. Da drin werden die Lösungen entwickelt und darum geht es beim FCC. und diese Vervollständigung leiste ich gerne, um da nochmal klar zu machen, es geht um diese gemeinsame Lösungsentwicklung, um diese interdisziplinäre und transdisziplinäre Herangehensweise, also Zusammenarbeit im weitesten Sinne. Und das ist das FCC. Dass es dann in einem tollen Gebäude ist, ist natürlich super.
Marco Dinter
20:48-21:06
Wenn wir jetzt in fünf Jahren noch einen Update-Podcast machen, wir beide setzen uns hier hin, fünf Jahre älter und weiser, als wir es aktuell sind und wir sprechen darüber, wie das FCC läuft. Woran würdest du dann festmachen, dass es funktioniert, was wir da jetzt aufbauen?
Felix Gaschick
21:07-21:39
Natürlich, dass es die gemeinsamen Initiativen gibt, wo man dann sagt, ach, das Projekt, das ist ein FCC-Projekt, dass man nach Frankfurt schaut, wenn man über integrierten Naturschutz spricht. Also darum geht es ja auch beim FCC, diesen Standort, der unheimlich viel Kompetenz im Naturschutzbereich, in der Forschung, in der Umsetzung hat, aber dafür nicht bekannt ist, dass er das dann ist, dass man quasi die Frankfurter Herangehensweise an das Problem versteht.
Marco Dinter
21:40-21:46
Und dass wenn in der Tagesschau quasi was zum Thema Biodiversität ist, dann hoffen wir doch eigentlich auch, dass die bei dir anrufen, oder?
Felix Gaschick
21:47-22:37
Genau, ja. Und das ist ja dann die kompetenten Leute in den Organisationen, die beim FCC sind, weiterleiten kann. Weil beim FCC geht es ja nicht darum, dass wir hier eine große Organisation aufbauen, die auch noch eine Naturschutzorganisation ist. Also das ist vielleicht auch nochmal ganz wichtig zu unterstreichen. Es geht wirklich darum, diese Moderatorenrolle einzunehmen, die die Organisation gezielt zusammenbringt, die Expertise aus den Organisationen gezielt zusammenbringt, um an Lösungen von den verschiedensten Problemen zu arbeiten. Ich hoffe, ich bin in fünf Jahren auch noch dabei. Dann können die Leute mich gerne ansprechen. Das sollte bekannt sein. Das wäre für mich wirklich Erfolg, dass wenn man integrierten Naturschutz angehen will, wenn es da einen Lösungsbedarf gibt in dem Bereich, dann geht man ans FCC.
Marco Dinter
22:39-23:28
Dann wünsche ich dabei viel Erfolg und auch beim Launch-Event, der jetzt in ein paar Tagen ist, wenn ihr diesen Podcast hört. Und bin gespannt, wie sich das FCC in den nächsten Jahren entwickelt. Vielen Dank, Felix. Ich danke auch. Beim FCC geht es nicht darum, einfach Bekanntes größer zu machen, sondern darum, neue Verbindungen entstehen zu lassen. Zwischen Forschung, Naturschutz, Politik und Wirtschaft. Es geht darum, Raum zu schaffen. Für neue Ideen, für Innovationen und für Lösungen, die helfen können, Natur langfristig zu erhalten. Dafür wünschen wir allen Partnerinnen und Partnern viel Erfolg und gute Projekte. Mein Name ist Marco Dinter und das war die heutige Folge von Hinter dem Zoo geht’s weiter.


