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Schutzprojekt Nsumbu-Tanganjika

Am sambischen Ufer des Tanganjika-Sees liegt Nsumbu: ein Rückzugsgebiet für Wildtiere, ein einzigartiges Ökosystem und das jüngste Projekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt in Afrika.

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Am Ufer des Tanganjika-Sees in Nsumbu stehen noch die undurchdringlichen Sumbu-Itigi-Wälder. Foto: Craig Zytkow/ZGF
Das Nsumbu-Ökosystem liegt im Nordosten Sambias zwischen den Großen Seen Tanganjika und Mweru-Wantipa. Der Nsumbu-Nationalpark deckt etwa 2000 Quadratkilometer davon ab, darunter etwa 80 Kilometer unberührten Ufers des Tanganjika-Sees. Er ist einer von nur drei Nationalparks entlang des gesamten Seeufers und mit seinen gefährdeten Sumbu-Itigi-Wäldern, Fischgründen und Elefanten wahrscheinlich der wichtigste.

Der Nationalpark ist eine vielfältige Landschaft mit drei Haupttypen von Landlebensräumen: Miombo-Wälder, Überschwemmungsgebieten und Sumbu-Itigi-Wald. Die höheren Lagen im Süden sind durch Miombo-Wälder gekennzeichnet. Hier mäandert der Lufubu-Fluss und überflutet regelmäßig große Flächen, die dadurch extrem produktive Wiesen und Feuchtgebiete enthalten. Die Überschwemmungsgebiete und Wälder nördlich des Flusses bieten die größte Vielfalt und Dichte von Säugetieren, vor allem Antilopen. In tieferen Lagen weichen die offenen Wälder den endemischen Sumbu-Itigi-Beständen, die außerhalb des Nationalparks durch Landwirtschaft fast vollständig verschwunden sind.
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Der „Ilangi” ist eine Buntbarsch-Variante, die nur im Nsumbu-Nationalpark vorkommt. Foto: Evert van Ammelrooy
Mit etwa 250 Arten ist die Vielfalt der Buntbarsche im Tanganjika-See weltberühmt. Etwa die Hälfte aller Arten kommt auch im Nsumbu-Nationalpark vor, fünf Prozent gelten als endemisch. Die produktiven flachen Gewässer sind wichtige Laichgründe für fast alle Fischarten des Sees, darunter auch die Arten, die Proteinquelle für etwa eine Million Menschen in der Region sind.

Was wir tun

Das Schutzprojekt Nsumbu-Tanganjika das jüngste Engagement der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt in Afrika. Wir knüpfen an die Arbeit von Craig Zytkow an, der die Organisation „Conservation Lake Tanganyika“ gegründet hat. Die ZGF wird sich auf das Schutzgebietsmanagement mit Schwerpunkt Elefantenschutz konzentrieren sowie auf die Einbeziehung der Menschen im Gebiet und die Kapazitätsentwicklung für den Naturschutz.

Beteiligung und Einbeziehung der Dorfgemeinschaften

Die Region am Tanganjika-See wird von den Tabwa- und Lungu-Bevölkerungsgruppen bewohnt. Die traditionelle Fischerei und Jagd im Gebiet war wegen der geringen Bevölkerungsdichte und mangels Vermarktungsmöglichkeiten nachhaltig. Aber in jüngerer Vergangenheit wurden natürliche Ressourcen übernutzt und das Bevölkerungswachstum verschärft diese Probleme.

Die Menschen im Gebiet für den Schutz von Nsumbu zu gewinnen und sie dabei zu unterstützen, ist die einzige Möglichkeit Nsumbu zu bewahren. Die Dorfgemeinschaften müssen vom Schutz der natürlichen Ressourcen profitieren. Wir planen die Dorfgemeinschaften in den Wildschutzgebieten um den Nationalpark herum zu unterstützen:

  • Demokratische Wahl eines Dorfrates und Stärkung solcher Institutionen
  • Bildung eines Fischereiausschusses, der sich mit der Landesregierung über Fangmethoden, Genehmigungsverfahren und Managementinitiativen verständigt
  • Schulung und laufende Unterstützung von Bauern in nachhaltigen Anbaumethoden
  • Erstellen von Landnutzungsplänen für Dorfland und Wildschutzgebiete
  • Entwicklung Naturschutz-kompatibler Erwerbsmöglichkeiten
  • Bildung zu Bevölkerungswachstums-, Gesundheits- und Umweltverbindungen

Parkmanagement und Parkschutz

Der Nsumbu-Nationalpark wird von der sambischen Behörde für Nationalparks und Wildtiere verwaltet. Wir unterstützen den leitenden Park-Ranger strategisch in Anti-Wilderei- und anderen Management-Maßnahmen:

  • Bau von Parkinfrastruktur
  • Bereitstellung und Wartung von Fahrzeugen
  • Beschäftigung von mindestens zehn Community-Scouts und Bereitstellung von Uniformen und Feldausrüstung für alle Scouts
  • Betreiben einer Einsatzleitungszentrale und Bereitstellen von Ausrüstung für die Patrouillenplanung
  • Förderung der neu gegründeten Ermittlungsdienste
  • Untersuchung der Löwenpopulation Nsumbus

Elefantenschutz

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Die Nsumbu-Elefanten legen ihre Scheu langsam ab und können immer häufiger beobachtet werden. Foto: Craig Zytkow/ZGF
Als Teil eines Verbreitungsgebietes, das vom Tanganjika-See bis in das Hinterland des Kongos reichte war Nsumbu einst Heimat tausender Elefanten. Heute ist der Nsumbu-Nationalpark das Rückzugsgebiet einer isolierten Population von etwa 150 verbliebenen Elefanten.

Exakte Zählungen sind in den dichten Itigi-Wäldern von Nsumbu schwierig, aber sie haben in Zeiten schwerer Wilderei als Versteck wahrscheinlich das Überleben der Tiere gesichert. Sämtliche Parkschutzmaßnahmen zielen darauf ab, die Population weiter zu bewahren. Heute können Elefanten im Gebiet bei Tageslicht und bisweilen beim Schwimmen im Tanganjika-See beobachtet werden. Ein großer Anteil von Jungtieren zeugt davon, dass sich die Tiere wieder vermehren und sie werden heute wieder in Teilen von Nsumbu gesehen, in denen sie Jahrzehnte fehlten.

Elefantenschutz bedeutet regelmäßig große Gebiete zu patrouillieren, was auch verbesserten Schutz für alle anderen Arten bedeutet. Für uns ist die Existenz der Elefanten an den Ufern eines der ältesten Seen der Erde entscheidend für seinen Schutz und ein Symbol dafür, was im Naturschutz möglich ist.