Bundesregierung gibt 10 Millionen Euro für den Schutz der Serengeti

Mit zusätzlichen 10 Millionen Euro will der Bund den Serengeti-Nationalpark in Tansania vor den Folgen der weltweiten Corona-Krise schützen.

13.01.2021, Dagmar Andres-Brümmer

Kurz & Knapp

  • Tansanias Nationalparkbehörde fehlen etwa 100 Mio Euro Einnahmen aus dem Tourismus
  • Verlust verursacht durch Reisebeschränkungen aufgrund der Covid19-Pandemie
  • Arbeiter im Tourismus in Tansania fehlt Einkommen
  • Steigende Gefahr von Armutsmigration im Umfeld des Serengeti Nationalparks
  • erste Anzeichen verstärkter Schlingenwilderei im Serengeti Nationalpark
  • Deutsche Bundesregierung hilft mit 10 Mio. Euro

Mit zusätzlichen 10 Millionen Euro will der Bund den Serengeti-Nationalpark in Tansania vor den Folgen der weltweiten Corona-Krise schützen. Darauf haben sich Union und SPD in der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses geeinigt und der Bundestag hat dem in seiner heutigen Sitzung zugestimmt. Die Frankfurter SPD-Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen hatte sich im Parlament für eine Erhöhung der Hilfsgelder für die Serengeti eingesetzt. Sie ist Mitglied des Bundestagsausschusses für Umwelt, Natur und nukleare Sicherheit. „Wir müssen die Basisarbeit des Parks aufrechterhalten, um bisherige Investitionen Deutschlands und der deutschen Naturschutzorganisationen nicht zu gefährden“, erklärte Nissen.

Dr. Christof Schenck, Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) begrüßt die Aufstockung der Hilfsgelder, denn der Schutz der Serengeti sei für die weltweiten Bemühungen zum Erhalt der Biodiversität von zentraler Bedeutung. „Schon jetzt legen Wilderer Drahtschlingen in der Serengeti aus, um Tiere zu erbeuten. Das könnte in der nächsten Zeit noch sehr viel mehr werden. Einige Arten können in ihren Beständen stark dezimiert werden, seltene Arten sind gar in akuter Gefahr“, warnt der ZGF-Geschäftsführer.

„Schon jetzt legen Wilderer mehr Drahtschlingen in der Serengeti aus. Seltene Arten sind in akuter Gefahr.“

Christof Schenck, ZGF-Geschäftsführer

Nationalparkbehörde fehlen Einnahmen, Tierbestand ist gefährdet

Seit gut 60 Jahren macht sich Deutschland für den Schutz der einzigartigen Tierwelt Tansanias stark. Jetzt, durch die weltweite Corona-Krise ist der Naturtourismus in Afrika massiv eingebrochen. Der Etat der tansanischen Nationalparkbehörde TANAPA und die sonst starken Einnahmen von mehr als 100 Millionen Dollar aus dem Naturtourismus haben sich mit Einführung von Reisebeschränkungen über Nacht in Luft aufgelöst. Die Überwachung des Schutzgebietes leidet.

Teufelskreis soll gestoppt werden

Der Bund möchte mit seinem Einsatz auch den gefürchteten Teufelskreis aus vermehrter Wilderei, dem Verlust der bisherigen Investitionen und der Wertigkeit der Schutzgebiete und damit einer verminderten Regenrationsfähigkeit des Tourismus stoppen. „Diese Abwärtsspirale führt zu mehr Armut in der Region und zu einem höheren Migrationsdruck“, befürchtet Nissen.

Mehr als eine Million Menschen fanden bis zum Beginn der Corona-Krise sichere Arbeitsplätze im Tourismussektor Tansanias und konnten damit laut Christof Schenck geschätzten 8 Millionen Familienmitgliedern eine Lebensgrundlage ermöglichen. Die ZGF unterstützt seit mehr als einem halben Jahrhundert die Serengeti und andere Schutzgebiete in Tansania mit Personal, Ausrüstung und Know-how und verbessert damit nicht nur die Lebensbedingungen für Menschen und Tiere sondern trägt auch dazu bei, ein großes, funktionsfähiges Ökosystem zu erhalten. Dass gerade die Unversehrtheit und Integrität von Ökosystemen unser wichtigster Schutz vor neuen zoonotischen Krankheiten und Pandemien ist, hat die Corona-Krise mehr als klar gemacht.

„Elefanten und Nashörner, Löwen und Geparden, Gnus, Zebras und Giraffen – sie alle sollen auch in der Zukunft weiter durch die Savanne streifen. Die Serengeti zu schützen, bedeutet Wildtieren und Menschen eine Zukunft zu geben“, sind Nissen und Schenck überzeugt.

Serengeti Schutzprojekte

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