Eine kleine Sumpfschildkröte schwimmt in einem unscheinbaren Becken hinter den Kulissen des Frankfurter Zoos. Noch ist sie zu klein für das Leben draußen. Doch ihre Geschichte führt uns weit hinaus: in Moore, Sümpfe und Auen. In Feuchtgebiete, die zu den wichtigsten Ökosystemen der Erde gehören.

Feuchtgebiete: unterschätzte Superhelden für Klima und Biodiversität (82)
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Mehr InformationenFeuchtgebiete speichern Kohlenstoff, regulieren Wasser und sind Lebensraum für unzählige Arten. Trotzdem sind weltweit mehr als die Hälfte dieser Feuchtgebiete verschwunden. In dieser Folge von Hinter dem Zoo geht’s weiter geht es darum, warum Feuchtgebiete so wichtig sind – und wie Zoos, Naturschutzorganisationen und internationale Projekte zu ihrem Schutz beitragen.
Im Exotarium des Zoo Frankfurt wächst eine kleine europäische Sumpfschildkröte heran. Ihr Name: Emy. Noch lebt sie in menschlicher Obhut – bald soll sie ausgewildert werden.
Gemeinsam mit Dr. Johannes Köhler, Kurator im Zoo Frankfurt, schauen wir hinter die Kulissen eines sogenannten Headstarting-Projekts. Junge Schildkröten werden dabei so lange im Zoo aufgezogen, bis sie groß genug sind, um in der Natur bessere Überlebenschancen zu haben. Ein kleiner Baustein im Schutz einer heimischen Art.
Doch Emy steht für mehr. Sie steht für einen Lebensraum: Feuchtgebiete.
Feuchtgebiete (engl. Wetlands) gehören zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde. Rund vierzig Prozent aller Tier- und Pflanzenarten sind direkt auf sie angewiesen. Gleichzeitig erfüllen sie zentrale Funktionen für uns Menschen: Sie speichern große Mengen Kohlenstoff, filtern Wasser und wirken wie natürliche Hochwasserspeicher. Trotzdem verschwinden Feuchtgebiete schneller als Wälder.
Warum das so ist und was dagegen getan wird, erklärt Dr. Nora Weyer vom Alpenzoo Innsbruck. Sie stellt die europaweite Artenschutzkampagne Wetlands for Life des Europäischen Zooverbands vor. Ziel der Kampagne ist es, Bewusstsein für Feuchtgebiete zu schaffen, Projekte zu unterstützen und Menschen für ihren Schutz zu gewinnen.
Zum Schluss reisen wir in eines der größten Feuchtgebiete Europas: die Polesie.
Dort arbeitet die Zoologische Gesellschaft Frankfurt gemeinsam mit lokalen Partnern daran, Moore, Flüsse und Auen zu schützen. Eine Landschaft von über 18 Millionen Hektar – voller Wildnis, voller Leben und voller Kohlenstoff, der im Boden gespeichert ist.
Von einer kleinen Schildkröte bis zu einer ganzen Landschaft zeigt diese Folge: Feuchtgebiete sind kein Randthema des Naturschutzes. Sie gehören zu den wichtigsten Verbündeten im Kampf für Biodiversität und Klimaschutz.

Dr. Johannes Köhler ist Kurator im Frankfurter Zoo. Neben dem Nachttierhaus und den Raubtieren ist er für das Exotarium zuständig, dem Bereich für Reptilien, Amphibien und Fische.

Dr. Nora Weyer, Artenschutzkoordinatorin im Alpenzoo Innsbruck, erklärt die Bedeutung von Feuchtgebieten und stellt die EAZA-Kampagne „Wetlands for Life“ vor.

Elleni Vendras, Projektleiterin für die Polesie bei der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, berichtet aus einem der größten Feuchtgebiete Europas und erklärt, warum der Schutz von Mooren auch Klimaschutz ist.













