In der Hohen Schrecke in Nordthüringen birgt ein fast vergessener Wald wertvolle Naturschätze: alte Baumriesen, Wildkatzen, Fledermäuse und Käfer, die es sonst nur noch in Urwäldern gibt (sogenannte Urwald-Reliktarten). Wir unterstützen die Naturstiftung David seit 2009 dabei, diese einzigartigen naturnahen Waldbestände zu bewahren.

Übergreifendes Ziel ist eine enge Verzahnung zwischen großflächig ungenutzten und besonders naturnah genutzten Wäldern. Es gibt zwei große Wildnisbereiche: das besonders wertvolle Wiegental mit seinen uralten Buchen und Eichen und am ehemaligen Schießplatz das sogenannte Plateau.

Beide Wildnisbereiche sollen durch kleinere Trittsteine aus nutzungsfreien Waldflächen miteinander verbunden werden, damit Wildnisarten, wie die spezialisierten Urwaldkäfer, problemlos hin und her wechseln können. Auf mindestens 2.000 Hektar soll so ein Biotopverbund aus Wildnisflächen entstehen.

Quick Facts
  • Projekt: Schutz der Buchenwälder in der Hohen Schrecke
  • Fläche: etwa 70 km²
  • Projektpartner: Naturstiftung David
  • Projektstart: 2009
  • Projektleiter: Martin Schmidt (Naturstiftung David)
© Thomas Stephan
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So unterstützen wir die Hohe Schrecke

Landschaftsschutzgebiet Hohe Schrecke

Wir unterstützen die Naturstiftung David finanziell beim Erwerb von Flächen oder Holznutzungsrechten. Diese Flächen gehen dann direkt in die Wildnisentwicklung oder werden als Tauschflächen genutzt, um die besonders wertvollen zentralen Wildnisbereiche zu vergrößern.

Ausweisung als Naturschutzgebiet

Wir sichern die Flächen durch einen Eintrag ins Grundbuch und zusätzlich durch einen zivilrechtlichen Vertrag ab. Zusätzlich plant das Land Thüringen, die Wildnisentwicklung in der Naturschutzgebietsverordnung festzuschreiben.

Entwicklung des Schutzgebiets

Im Projektgebiet der Hohen Schrecke gibt es viele verschiedene Flächeneigentümerinnen und -eigentümer. Wir unterstützen und beraten die Naturstiftung David bei der Entwicklung des Projektgebiets. Ziel ist es zum Beispiel, ein übergreifendes Wildtiermanagement zu entwickeln, das auch Jagdruhezonen ermöglicht. Dank unseres Projekts kann die Hohe Schrecke inzwischen auf Naturerlebniswegen erwandert und mit dem Fahrrad erkundet werden, ohne dass sensible Bereiche beeinträchtigt werden.

Projektförderung

Das Naturschutzgroßprojekt Hohe Schrecke wird zu 90 Prozent von öffentlichen Geldern finanziert. Wir unterstützen die Naturstiftung David finanziell beim Eigenanteil von zehn Prozent, der insbesondere für die Schaffung der Wildnisbereiche eingesetzt wird.

Video

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Videoproduktion: köbri films

Projektpartner

Erfolgreicher Naturschutz ist immer Teamarbeit. In allen Projekten arbeiten wir mit den nationalen Behörden, den zuständigen Schutzgebietsverwaltungen, nationalen Naturschutzorganisationen, Geberorganisationen und mit den örtlichen Gemeinden.

  • Naturstiftung David

Meilensteine

Erweiterung der Wildnisflächen Wiegental um 30 Hektar.

2021

Erweiterung der Wildnisflächen Wiegental um 20 Hektar.

2020

Eröffnung des Rabenswald-Familienwegs an den Wildnisbereichen des Plateaus.

2020

Erweiterung der Wildnisflächen Wiegental um 17 Hektar.

2020

Tor in die Waldwildnis: Eröffnung der Hängeseilbrücke im Bärental.

2019

Spitzenwert für Thüringen: Sieben weitere Urwald-Reliktarten werden nachgewiesen. Damit steigt die Gesamtzahl auf 20.

2019

230 Hektar mehr Wildnis im Bereich des Plateaus.

2018

Erweiterung der Wildnisflächen Wiegental um 50 Hektar im Laufe des Jahres.

2017

Forscher weisen vier weitere Urwald-Reliktarten in der Hohen Schrecke nach. Die Gesamtzahl steigt damit auf 13.

2015

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks besucht die Hohe Schrecke.

2014

Flächen des Stadtwalds Artern (22 Hektar) erweitern den Wildnisbereich Wiegental.

2013

Im Bärental werden 75 Hektar aus dem DDR-Volksvermögen übertragen und werden seither Wildnis.

2013

Die Naturstiftung David kauft (unterstützt durch die ZGF) für die Ewigkeit die Nutzungsrechte für das Wiegental und die angrenzenden Waldbestände.

2013

Der Antrag für die Umsetzungsphase wird genehmigt. Damit ist das Herzstück der Hohe-Schrecke-Wildnis dauerhaft gesichert.

2013

Naturstiftung David stellt Antrag für Umsetzungsphase (Naturschutzgroßprojekt).

2012

Untersuchungen zur Totholzkäfer-Fauna weisen 9 sogenannte Urwald-Reliktarten nach. Einer davon ist der Knochenglanzkäfer, der seit 1909 in Thüringen als verschollen galt.

2011

Fledermausuntersuchungen zeigen eine enorme Arten- und Individuenvielfalt: Entdeckung einer Fledermaus-Wochenstube in einem Baum mit knapp 600 Individuen.

2010

Start der Planungsphase für das Naturschutzgroßprojekte Hohe Schrecke. Das Projektbüro in Heldrungen-Braunsroda nimmt seine Arbeit auf.

2009

Naturstiftung David bekommt Naturschutzgroßprojekt bewilligt.

2009

Freistaat Thüringen sagt zu, bei einer Förderung des Naturschutzgroßprojektes 1.000 Hektar „alten Waldes“ als Wildnisfläche zur Verfügung zu stellen.

2008

ZGF sichert Naturstiftung David Unterstützung des Naturschutzgroßprojektes zu.

2008

Naturstiftung reicht gemeinsam mit den Anrainerkommunen eine Projektskizze für ein Naturschutzgroßprojekt Hohe Schrecke ein.

2008

Privatperson bekommt Zuschlag für wertvolle Waldflächen in der Hohen Schrecke. ZGF hatte den BUND Thüringen bei Gegenangebot unterstützt.

2006

250 Hektar der Hohen Schrecke in Sachsen-Anhalt gehen in das Nationale Naturerbe und werden nicht privatisiert.

2005

Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt unterstützen den BUND Thüringen bei einem Kaufangebot in Höhe von 1,2 Mio. Euro für Waldflächen in der Hohen Schrecke.

2005

Ausweisung des Naturschutzgebietes Hohe Schrecke. 600 Hektar des ehemaligen Panzerschießplatzes (Pionierwald) auf dem „Plateau“ werden als Totalreservat ausgewiesen.

2004

Abzug der Sowjetarmee vom Truppenübungsplatz Lossa.

1993

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