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Rettung von 100.000 Hektar Wildnis

Schutz der Urwälder in den ukrainischen Karpaten

Eurasian pygmy owl
Sperlingskauz. (Foto: Skyrpan)

Die letzten intakten Urwälder der gemäßigten Breiten Europas befinden sich in den Karpaten. In diesen Wäldern erreichen Bäume ihr natürliches Alter von mehreren hundert Jahren. Sie bieten, besonders in der Zerfallsphase, einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche Organismen wie Pilze, Moose, Flechten und Insekten. Die strukturreichen dynamischen Wälder sind Rückzugsgebiete für seltene Vogelarten (z. B. Auerhuhn und Birkhuhn) und Säugetiere (z. B. Fledermäuse, Braunbär, Wolf und Luchs). Im rumänischen Teil der Karpaten ist in den vergangenen Jahren ein Großteil dieser Wälder durch Kahlschläge verloren gegangen. Der Druck auf die Ressource Holz wird durch die internationale Nachfrage weiter zunehmen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis europäische Konzerne auch in der benachbarten Ukraine mit großflächigen Rodungen beginnen. Es besteht ein kurzes Zeitfenster, um durch die Erweiterung und Stärkung von Schutzgebieten bislang noch ungeschützte Urwaldflächen im ukrainischen Teil der Karpaten dauerhaft zu erhalten.

 

Die Ukraine unternimmt bereits große Anstrengungen, um die heimische Vielfalt von Arten und Lebensräumen zu bewahren. In den ukrainischen Karpaten gibt es mittlerweile neun Nationalparks und zwei Biosphärenreservate, und es besteht ein genereller Rodungsstopp für Nadelwaldgebiete über 1.100 Höhenmeter. Die Nationalparks sind zwar eingerichtet und mit Personal ausgestattet, es fehlt ihnen aber an Ausrüstung und umfangreicherer Ausbildung, um die Gebiete effektiv zu schützen. Nur wenn sichergestellt ist, dass die Parkverwaltungen gute Arbeit leisten, können sie auch größere, bislang ungeschützte Urwaldflächen unter ihre Verwaltung nehmen, um sie so dauerhaft zu erhalten. Nach bisherigen Schätzungen wird von insgesamt etwa 100.000 Hektar Waldfläche ausgegangen, die in den kommenden Jahren zusätzlich in die bestehenden Schutzgebiete integriert werden können. 

WAS PASSIERT VOR ORT?

  • Stärkung der Nationalparkverwaltungen, u. a. durch Ausrüstung mit Fahrzeugen, Ferngläsern, Funkgeräten und GPS-Geräten.
  • Auf- und Ausbau von Rangerposten.
  • Ausbildung von Rangern und Wissenschaftlern.
  • Erhebung wissenschaftlicher Daten zur naturschutzfachlichen Bewertung der Wälder.
  • Erstellung der notwendigen Machbarkeitsstudien und Dokumente zur Erweiterung bestehender Schutzgebiete.
  • Politische und gesellschaftliche Lobbyarbeit vor Ort.

Die Projektgebiete in der Ukraine

Ukraine Project Areas by himmelbraun

Auf der Karte sind die neuen Nationalparks eingezeichnet, mit denen die ZGF seit Ende 2013 zusammenarbeitet. Sie umfassen eine Fläche von rund 240.000 ha. Die grün markierten, angrenzenden Flächen zeigen Erweiterungsgebiete mit wertvollen Wäldern, insgesamt rund 100.000 ha. Deutlich zu sehen ist, wie durch die geplante Erweiterungen einige Parks direkt miteinander verbunden werden und dadurch riesige Wildnisgebiete entstehen können.