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Reiche Tierwelt zwischen Wasser und Land im Cantão Schutzgebiet

Schutz und Management des Cantão State Parks in Brasilien

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Araguaia Flussdelfin in Cantão

Das Schutzgebiet Cantão im südöstlichen Amazonasgebiet umfasst das Inlanddelta der Flüsse Araguaia und Javaés und ist Heimat für viele Tierarten, die andernorts bereits selten geworden sind wie die Riesenotter oder Mohrenkaimane. Auch Flussdelfine sind in den fischreichen Gewässern zu Hause. Erst im Januar 2014 wurde von Wissenschaftlern festgestellt, dass es sich beim Araguaia Flussdelfin um eine eigenständige Art handelt, die sich leicht von Flussdelfinen des restlichen Amazonasgebiets unterscheidet. Der Araguaia Flussdelfin kommt nur im Araguaia und dessen Zuflüssen vor. Seine Population besteht aus weniger als 1.000 Individuen, weshalb sein Bestand als deutlich gefährdet gilt. 

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Überschwemmungsgebiet in Cantão

Cantão besteht überwiegend aus Überschwemmungswald, der die Hälfte des Jahres unter Wasser steht. Unzählige Altarme bieten Rückzugsgebiete für Wasservögel und Schildkröten und ermöglichen eine enorme Vielfalt an Süßwasserfischen. Im Cantão Park gibt es mehr Fischarten als in ganz Europa und sogar mehr als im Pantanalbecken, das 200 Mal größer ist. An der natürlichen Grenze zur Savanne gelegen, finden sich in Cantão Tiere und Pflanzen aus Wasser- und verschiedenen Landlebensräumen. Mit gut 90.000 Hektar Fläche und großen Beständen an Wildtieren ist Cantão eins der reichsten und wichtigsten Süßwasserökosysteme weltweit. Zudem stellt der Park einen wichtigen Bestandteil in einem System von mehreren Schutzgebieten mit insgesamt mehr als zwei Millionen Hektar dar, das ein Bollwerk gegen die von Süden sich ausweitende intensive Landwirtschaft bilden soll.

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Riesenotter in Cantão

Die ZGF unterstützt die lokale Nichtregierungsorganisation Instituto Araguaia bei deren Bemühungen den Cantão Park besser zu schützen. Die Mitarbeiter helfen bei der Kontrolle des weitläufigen Gebietes dort, wo die staatlichen Ranger nicht ausreichenden Einsatz leisten können. Das Team macht wöchentliche Kontrollgänge und sammelt dabei Daten zur Wasserqualität, zum Vorkommen von ausgewählten Tierarten und über menschlichen Aktivitäten. Mit Unterstützung der ZGF können außerdem Kamerafallen, ein tragbares Glasfaserkanu, Solarpaneele sowie diverse Feldausrüstung angeschafft werden. Das Instituto Araguaia berät zudem die Schutzgebietsbehörde Naturatins und stimmt alle Aktivitäten eng mit der Parkverwaltung ab. 

WAS MACHEN WIR KONKRET?

  • Verbesserte Kontrolle des Gebiets durch den Einsatz von zwei zusätzlichen Rangern und die Bereitstellung von Ausrüstung
  • Finanzierung einer Feldbiologin für Wildtiermonitoring, speziell für Riesenotter und Flussdelfine sowie für den Arapaima Fisch
  • Angepasste und umweltverträgliche Tourismusentwicklung
  • Aufklärung über die Ausweitung des Sojaanbaus
  • Umweltbildung in umliegenden Gemeinden