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Was haben Nashornschutz in Südafrika, Wildtiermanagement in Irland und Wissenschaftskommunikation im Tiergarten Schönbrunn miteinander zu tun? Eine ganze Menge. Denn hinter all diesen Geschichten stehen Menschen, die an der Frankfurt Spring School teilgenommen haben.

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Seit 2017 bringt die Frankfurt Spring School (FSS) junge Naturschutzfachleute aus aller Welt für vier Wochen in Frankfurt zusammen. Sie lernen, wie man Naturschutzprojekte plant, finanziert, organisiert und erfolgreich umsetzt. Mindestens genauso wichtig sind jedoch die Kontakte, die dabei entstehen. Mit dem neuen Alumni-Programm sollen diese Verbindungen über einzelne Jahrgänge hinaus wachsen.

Wie viel daraus entstehen kann, zeigen Niall Beddy und Adam Smith. Die beiden Iren nahmen in unterschiedlichen Jahren an der Spring School teil und fanden über das Netzwerk zusammen. Wenig später arbeiteten sie gemeinsam in einem Nashornschutzprojekt in Südafrika. Auch Caroline Reinwald, heute Wissenschaftskommunikatorin im Tiergarten Schönbrunn, nutzt die Erfahrungen und Kontakte aus ihrer Zeit bei der Spring School bis heute.

In dieser Folge von „Hinter dem Zoo geht’s weiter“ spricht Marco Dinter mit FSS-Koordinatorin Amy Forster über das neue Alumni-Programm und mit ehemaligen Teilnehmenden darüber, was nach den vier Wochen bleibt: neue Fähigkeiten, berufliche Perspektiven und ein internationales Netzwerk von Menschen, die gemeinsam Naturschutz voranbringen.

Im Gespräch

Amy Forster, Frankfurt Spring School Officer, HQ Frankfurt, Germany.

Amy Forster

Amy Forster leitet das Alumni-Programm der Frankfurt Spring School.

Caroline Reinwald, Tiergarten Schönbrunn

Caroline Reinwald

Caroline Reinwald ist Zoologin und Wissenschaftskommunikatorin im Tiergarten Schönbrunn in Wien.

Adam Smith Portät

Adam Smith

Adam Smith ist Ökologe und arbeitet an der University College Dublin (UCD) in Irland zu Wildtiermanagement und Naturschutz.

Niall Beddy

Niall Beddy ist Naturschutzmanager und lebt seit 15 Jahren in Südafrika. Sein Schwerpunkt liegt auf dem Nashornschutz und der Entwicklung von Schutzprojekten.

Transkript der Folge

Disclaimer: Dieses Transkript wurde automatisch erstellt und nur leicht nachbearbeitet. Trotz sorgfältiger Prüfung kann es Rechtschreib-, Grammatik- oder Zeichensetzungsfehler enthalten. Auch Namen, Fachbegriffe oder Ortsbezeichnungen können im Einzelfall ungenau wiedergegeben sein. Für den vollständigen Zusammenhang empfehlen wir die Audiofolge.

Folge: Frankfurt Spring School Alumni: Ein Netzwerk für den Naturschutz
Dauer: circa 51:23 Minuten
Veröffentlichungsdatum: 04.09.2026
Sprecher, Redaktion: Marco Dinter, Nils Elbert
Gäste: Amy Forster, Niall Beddy, Adam Smith, Caroline Reinwald
Weitere Stimme: Tim Milz (Infobox), Tom Pinsker (Syncro für Niall Beddy), Ion Ewerrin (Syncro für Adam Smith)
Audioproduktion: Jeldrik Schröer
Intro, Outro, Jingles: Kai Bender

Marco Dinter:
00:00-01:59
Was haben ein Nason-Schutzprojekt in Afrika, Wissenschaftskommunikation im Tiergarten Schönbrunn und ein vierwöchiger Kurs in Frankfurt miteinander zu tun? Auf den ersten Blick nicht besonders viel. Aber für meine heutigen Interviewgäste Amy, Niall Beddy, Adam und Caro gibt es einen gemeinsamen Ausgangspunkt. Die Frankfurt Spring School. Eine Schule für junge Menschen aus aller Welt, die im Naturschutz arbeiten oder arbeiten wollen. Vier Wochen lang lernen sie in Frankfurt, wie man Naturschutzprojekte plant, organisiert und erfolgreich umsetzt. Und dann? Dann fliegen alle wieder nach Hause. Oder zumindest war das lange so. Denn die Spring School endet zwar nach vier Wochen, die Beziehungen, die dort entstehen, tun das aber offenbar nicht. Damit aus den einzelnen Jahrgängen der Spring School eine echte Gemeinschaft wird, gibt es jetzt etwas Neues. Das Alumni-Programm der Frankfurt Spring School. Aber warum braucht man das? Was kann man aus solchen Begegnungen entstehen lassen? Und warum ist es für den Naturschutz so wichtig, junge Menschen nicht nur auszubilden, sondern auch miteinander zu vernetzen? Darüber sprechen wir in dieser Folge. Ich bin Marco Dinter und ihr seid bei Hinter dem Zoo geht’s weiter. Bevor wir uns anschauen, was aus der Spring School alles entstehen kann, vielleicht nochmal ganz kurz die Frage, was ist diese Spring School eigentlich? Dazu haben wir tatsächlich auch schon mal eine Folge gemacht, die Nummer 53. Da könnt ihr ja auch nochmal reinhören, falls ihr euch nicht mehr ganz so sicher seid. Tim Mills, der mir dafür das Interview gegeben hat damals und der für die Zoologische Gesellschaft Frankfurt die Spring School koordiniert, der fasst das aber jetzt auch einfach nochmal kurz für euch zusammen.

Tim Milz:
02:00-03:05
Die Frankfurt Spring School ist ein vierwöchiger Trainingskurs der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und weiterer Partnerorganisation, der hier in Frankfurt stattfindet, jedes Jahr. Die Teilnehmenden sind junge Naturschutzfachleute aus der ganzen Welt, die lernen, wie man ein Naturschutzprojekt plant, wie man ein Budget aufstellt, wie man das Budget verwaltet, wie man ein Projektteam leitet, wie man richtige Reports schreibt und so weiter. Also all diese Dinge, die man tun muss, um ein Naturschutzprojekt gut über die Bühne zu bringen und am Ende auch wirklich was in der Fläche für den Naturschutz zu erreichen. Seit 2017 haben 265 Menschen an der Spring School teilgenommen. Und neben den Workshops und den Vorlesungen sind auch die Verbindungen wichtig, die dabei entstehen. Aus Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden Kolleginnen und Kollegen. Oft entstehen auch Freundschaften zwischen den Teilnehmenden und manchmal sogar gemeinsamen Naturschutzprojekten.

Marco Dinter:
03:12-03:34
Bei mir im Studio sitzt jetzt meine Kollegin Amy Forster von der ZGF. Amy, du koordinierst das Alumni-Programm der Frankfurt Spring School. Du warst auch selber bei der Spring School vor ein paar Jahren. Und wenn wir jetzt einmal ganz vorne anfangen, die Spring School selber, die dauert ja so vier Wochen. Was passiert normalerweise, wenn diese vier Wochen vorbei sind?

Amy Forster:
03:36-04:45
Also wenn die vier Wochen vorbei sind, fahren alle Teilnehmer nach Hause. Für manchen ist das ein kürzerer Weg innerhalb Deutschlands, aber für viele ist das ein ziemlich weiter Weg. Sei das zurück in die Mongolei oder nach Fiji, USA, Zambia. Wir haben ein sehr internationales Netzwerk bei den Teilnehmern und das heißt, dass die erstmal alle nach Hause fahren. Aber die WhatsApp-Gruppen, die während des Kurses entstehen, bleiben auch erhalten. Und die Kommunikation ist dann immer noch recht aktiv und es bleibt auch beim guten Austausch. Und man merkt, dass die Teilnehmer, also die 30 junge Naturschützer, die eben vier Wochen zusammen verbracht haben, dass sie gerne auch in Kontakt bleiben und dass sie weiterhin gern wissen, was die anderen so machen.

Marco Dinter:
04:48-05:14
Die Spring School ist ja wirklich eine sehr intensive Zeit. Wir erleben das zum Teilweise ja auch hier mit. Die sind ja durchaus hier auch im Headquarter quasi von der Zoologischen Gesellschaft. Das heißt, wir kriegen mal mit, dass die zusammen kochen und so weiter. Alles ja auch sehr international, wie du gerade sagst. Wie kriegt ihr das so als Organisatorinnen und Organisatoren mit von dem Ganzen? Also wie entstehen da Verbindungen während der Zeit und was für Verbindungen entstehen da?

Amy Forster:
05:15-06:16
Also vor allem würde ich auch sagen Freundschaften. Es sind ja junge Naturschützer, wie ich eben gesagt habe, die alle eine Leidenschaft für den Naturschutz teilen. Und viele sind gemeinsam auch noch im Masterstudium oder fangen jetzt an mit deren Karriere und sind gespannt, auch voneinander zu lernen, sind auch sehr interessiert, was die anderen so machen. Und während des Kurses gibt es natürlich einen Austausch, so ein sachlicher oder ein fachlicher Austausch, aber auch nach dem Kurs, also ab 17 Uhr nach Feierabend passiert es schon oft, dass die Teilnehmer dann noch gemeinsam Bier trinken gehen oder am Wochenende vielleicht auch mal Birdwatching zusammen unternehmen oder auch mal zusammen feiern gehen.

Marco Dinter:
06:16-06:19
In Frankfurt da habe ich sie auch schon getroffen.

Amy Forster:
06:20-06:31
Es ist alles sehr kollegial und ich würde sagen, dass vor allem gute Freundschaften auch entstehen.

Marco Dinter:
06:31-06:40
Und was fehlt da jetzt so aus Veranstaltersicht noch für euch? Also wir sprechen ja nicht umsonst über das Alumni-Programm.

Amy Forster:
06:40-08:18
Das neunte Jahr der Spring School ist schon passiert. In 2027 wird es dann Nummer 10 sein. Und das Programm ist schon recht gut etabliert. Also wir wissen schon, was gut funktioniert, was nicht gut funktioniert und was wir auf jeden Fall weiterhin behalten wollen. Aber das Alumni-Programm gab es bisher noch nicht wirklich. Also das ist seit letztes Jahr 2025 etabliert. Und was wir halt gemerkt haben, Nach neun Jahren Spring School, was noch fehlt in unserem Netzwerk, in unserer Community, ist hauptsächlich ein Austausch zwischen den Kohorten. Weil diese Gruppenfeeling, was entsteht während der Spring School innerhalb jedes Jahrgangs, ist super und bleibt auch oft über mehreren Jahren noch stark erhalten. Aber es gibt oder es gab bisher noch keine gute Möglichkeiten, dass Alumni aus 2017 Austausch haben mit Alumni aus 2024 zum Beispiel. Und das wollen wir, das ist so ein Hauptziel des Alumni-Programms, dass es ein größeres Netzwerk wird, dass es ein Alumni-Netzwerk wird und nicht einfach immer 30 Leuten, 30 Teilnehmern von jedes Jahrgangs.

Marco Dinter:
08:19-08:24
Und warum ist das so wichtig, dass die sich auch zwischen den Jahrgängen vernetzen quasi?

Amy Forster:
08:27-10:09
Also vor allem gibt es natürlich aus 2017 mehr Erfahrung und Wissen von einfach mehr Jahre im Naturschutz mittlerweile. Für diejenigen, die jetzt erst anfangen oder noch im Studium sind, das kann auch sehr wertvoll sein, eine Art Mentor dann zu haben aus dem früheren Jahrgang, die mehr Erfahrung im Naturschutz schon haben. Aber es gibt natürlich auch dann einen Wissenstransfer. Es kann sein, dass eine Teilnehmerin aus 2017 zum Beispiel in Zimbabwe mit Geiern arbeitet. Und wir haben eine Teilnehmerin aus 2026, die in der Mongolei mit Geiern arbeitet. Und vielleicht gibt es Learnings aus Afrika, die zur Mongolei dann gehen könnte und umgekehrt. Also so ein bisschen Wissensaustausch natürlich, aber auch Unterstützung auf einer menschlichen Seite. Die Arbeit im Naturschutz kann natürlich sehr belohnend sein und gibt einen auch viel zurück, aber es zieht manchmal auch an Energie und kann auch sehr schwer sein, auch emotional. Und dann eine Community zu haben, überall auf der Welt, die im ähnlichen Bereich arbeitet. Und die wissen, was man so im Alltag erlebt im Naturschutz, ist dann auch sehr viel wert.

Marco Dinter:
10:09-10:16
Was macht denn das Alumni-Programm an sich? Also wie ist das aufgebaut, so rein organisatorisch quasi?

Amy Forster:
10:16-13:10
Ja, wir haben so drei große Bestandteile. Das eine ist eine Datenbank, um mehr Infos über unsere Alumni zu sammeln und zu haben, zu wissen, was die gerade so machen, was die Expertise sind. Genau, und dann haben wir auch einige Möglichkeiten für Kommunikation von unserer Seite aus, also von uns zum Netzwerk und dann auch Interaktionsmöglichkeiten. Und diese Datenbank ist hauptsächlich über eine Website-Plattform ins Leben gerufen worden. Das ist exklusiv für die Spring School Alumni. Sie können sich einloggen und ein Profil machen. Und es gibt dann eine Suchfunktion, wo man andere Alumni auch finden kann. Eine Karte und coole Funktion, muss ich sagen. Und sonst haben wir immer noch diese WhatsApp-Gruppen und eine Community. Aber ich glaube, für die meisten ist das Interessante, dass wir monatlich eine digitale Veranstaltung anbieten. Wir wechseln das ab zwischen Experten, die wir einladen, die ein Webinar machen zu einem bestimmten Thema. Wir hatten bisher einmal Caring for Conservationists. Da ging es um Mental Health, Resilienz, Handwerkszeug für die emotionale Bearbeitung von Naturschutzthemen und was man im Alltag dann sieht und erlebt. Wir werden im September ein Webinar zum Behavior Conservation, Behavior Change in Conservation haben. Und im November hoffentlich dann auch Conflict Sensitive Conservation. Also das sind Experten, die wir einladen, die zu einem bestimmten Thema was erzählen. Aber wir haben auch digitale Veranstaltungen für die Alumni selbst, wo wir entweder Alumni einladen, zum bestimmten Thema was zu erzählen. Im Juni hatten wir das Thema Conservation in Central Asia and the Caucasus.

Marco Dinter:
13:11-13:16
Okay, also Naturschutz in Zentralasien und im Kaukasus.

Amy Forster:
13:16-15:05
Genau. Natürlich ist alles auf Englisch, weil das Alumni-Netzwerk ist auf Englisch und ist international. Und da haben wir drei Naturschützerinnen eingeladen, über deren Arbeit zu sprechen, ganz kurz und sich vorzustellen. Das war ein großer Erfolg, das wollen wir dann auch weiterhin machen. Und sonst gibt es auch die Möglichkeit, einfach zusammen Kaffee zu trinken online und sich kennenzulernen. Oder innerhalb eines Jahrgangs, da dieses Feeling immer noch sehr groß und stark ist, also innerhalb eines Jahrgangs, wollen wir das auch weiterhin pflegen. Und wir haben dann auch einmal im Jahr mindestens digitale Wiedersehen von den Kohorten. Wir haben jetzt im Sommer ein Mentorenprogramm gestartet, wo wir hoffen, ein Mentorenprogramm gestartet, wo Naturschützer mit mehr Erfahrung diejenigen, die jetzt gerade erst in der Karriere anfangen, so ein bisschen an der Hand nehmen können und begleiten können in deren Karrierenstart und für die nähere Zukunft. Das Programm soll im Herbst starten, im Oktober und bis März gehen, aber das ist so die erste Struktur und danach hoffen wir, dass die Beziehung sich weiterentwickelt und dass es über diese sechs Monate hinaus auch noch weitergeht.

Marco Dinter:
15:05-15:10
Jetzt ist die erste Spring School bald zehn Jahre her. Habt ihr da was Besonderes geplant?

Amy Forster:
15:11-16:14
Für diese Spring School selbst, wir sind noch in der Planung. Bestimmt gibt es dann den ein oder anderen Modul oder Veranstaltung, wo wir zum Beispiel dann auch Alumni einladen werden, um teilzunehmen und da so ein bisschen dieses Alumni-Netzwerk mehr in der Spring School selbst einzubinden. Aber was wir für nächstes Jahr planen, ist ein großes Wiedersehen von allen Alumni hier in Frankfurt wieder, um halt diese zehn Jahre Spring School zu feiern. aber auch um diesen Netzwerk zu verstärken und eine Möglichkeit zu geben, sich etwas weiterzubilden und auch einfach dann andere Alumni kennenzulernen und zu wissen, wer alles irgendwie mal an der Spring School teilgenommen hat.

Marco Dinter:
16:15-16:43
Jetzt haben schon weit über 200 Menschen an der Spring School teilgenommen und du hast auch gesagt, es gibt eine Alumni-Karte, wo dann wahrscheinlich auf der ganzen Welt ja fast Leute verteilt sind. Also wir haben ja wirklich, hast du ja auch betont, ein ganz internationales Publikum bei der Spring School. Was verbindet denn all diese Menschen trotzdem vielleicht miteinander, die ja wirklich in den unterschiedlichsten Ländern, den unterschiedlichsten Projekten arbeiten?

Amy Forster:
16:44-17:40
Also wenn wir das gesamte Netzwerk anschauen, ist es natürlich die Leidenschaft für Naturschutz. Und dann gibt es natürlich vielleicht regionale Gruppen, die im ähnlichen Kontext arbeiten, sei das ein bestimmtes Ökosystem im Amazonas oder eine bestimmte Tierart, wie zum Beispiel Orangotangs in Indonesien. Und selbst wenn die zum unterschiedlichen Zeitpunkt teilgenommen haben an der Spring School, verbindet natürlich dieser Kontext irgendwie regional dann die Alumni und natürlich dann auch einfach die Jahrgängen, die über die Welt verstreut sind, aber natürlich diese gemeinsamen vier Wochen zusammen verbracht haben und dieses Erlebnis zusammen teilen.

Marco Dinter:
17:41-17:52
Was wäre denn für dich ein Zeichen, dass das Alumni-Programm gut funktioniert sozusagen? Dass das, wo du dich ja mit beschäftigst, Tag ein, Tag aus quasi, dass das fruchtet?

Amy Forster:
17:53-19:32
Ich wünsche mir natürlich, dass alle Alumni sich so gut kennen, wie ich sie jetzt mittlerweile. Ich habe schon eine Ahnung von den 265 Teilnehmern natürlich unterschiedlich gut. Es ist vielleicht ein bisschen überambitioniert zu sagen, dass alle sich so gut kennen. Aber ich hoffe natürlich, dass sich Freundschaften bilden unter den Kohoten, sei das, weil die einen ähnlichen Hintergrund haben oder ähnlichen Interessen, ähnliche Arbeit. Im besten Fall entstehen dann auch Kooperationen. Vielleicht, dass man zusammen an einem Projekt arbeitet oder dass der eine einen Wissenstransfer gestaltet oder gibt, was besonders wertvoll ist für ein Projekt oder für eine andere Arbeit. Wir haben auch, das habe ich vorhin nicht erwähnt, aber wir haben auch in der WhatsApp-Community eine Gruppe für Stellen und andere Möglichkeiten, sei das Online-Kurse oder Konferenzen, Tagungen, wo man sich treffen kann. Und dieser Stellenmarkt sozusagen ist recht aktiv und wir hoffen vielleicht, dass der ein oder andere Alumni dann auch dadurch vielleicht einen Job findet. Das wäre auch super.

Marco Dinter:
19:33-19:38
Habt ihr denn Beispiele schon, wo ihr wisst, da sind irgendwelche Kooperationen entstanden oder sowas?

Amy Forster:
19:40-21:20
Eine coole Geschichte, was gerade dieses Jahr passiert ist, ist ein Teilnehmer namens Niall Beddy aus 2026. Ist ein Irre, aber er arbeitet schon lange in Afrika im Naturschutz. hat aber dann uns gesagt während der Spring School dieses Jahr, dass er überlegt, irgendwann vielleicht eher wieder zurück nach Irland zu gehen, weil Familie, Freunde, welche Gründe auch immer. Und dann hat Tim Milz gesagt, dass er aus seinem Jahrgang 2022 und einen ehemaligen ZGF-Mitarbeiter Adam Smith kennt, der auch ihre ist und jetzt mittlerweile im irischen Naturschutz arbeitet dort und dass er die beiden verbinden könnte und hat dann den Kontakt gegeben. Sie haben sich nur schriftlich ausgetauscht, also nur zusammen SMS geschrieben oder über WhatsApp und haben sich aber anscheinend so gut verstanden, dass nur zwei oder drei Monate nach der Spring School, nachdem sie sich nur schriftlich kennengelernt haben, dass Niall Beddy Adam nach Afrika eingeladen hat, um bei einem Nashorn-Schutzprojekt teilzunehmen.

Marco Dinter:
21:21-21:26
Es hat ja gut geklappt, dass er dann wieder zurück nach Irland ist. Stattdessen hat er sich ein bisschen Irland nach Südafrika geholt.

Amy Forster:
21:27-21:43
Aber was ich noch ergänzen kann, ist, dass Niall Beddy jetzt auch mittlerweile öfters in Irland ist und tatsächlich bei Adam oder durch Kollegen von Adam oder so auch im irischen Naturschutz unterstützt als freiwilliger Mitarbeiter.

Marco Dinter:
21:44-21:50
Das klingt irgendwie nach einer wilden Geschichte. Ich würde vorschlagen, da fragen wir vielleicht einfach mal selber nach. Aber dir erstmal vielen Dank, Amy.

Amy Forster:
21:51-21:51
Gerne.

Marco Dinter:
22:06-22:36
In ihrem Interview hat Amy, Niall Beddy und Adam erwähnt. Zwei Iren, die sich quasi über die Spring School kennengelernt haben und jetzt unter anderem in Afrika zusammengearbeitet haben, um Nashörner zu schützen und noch ganz viele andere Dinge zusammen machen. Und die Geschichte fand ich so spannend, dass ich gesagt habe, okay, da fragen wir vielleicht nochmal ein bisschen genauer nach. Die beiden sind mir jetzt online zugeschaltet. Sie sitzen zusammen bei Adam zu Hause in Irland. Und Niall Beddy, Adam, vielleicht stellt ihr euch einfach mal selber vor.

Niall Beddy:
22:37-22:46
Okay, well, my name is Niall Beddy. I’m a conservation manager and I’ve been based in South Africa for the last 15 years.

Niall Syncro (Tom Pinsker):
22:47-23:05
Mein Name ist Niall Beddy. Ich arbeite als Naturschutzmanager und lebe seit 15 Jahren in Südafrika. Gerade habe ich die Frankfurt Spring School 2026 abgeschlossen. Vor kurzem habe ich Adam über einen gemeinsamen Freund kennengelernt. Unseren Koordinator bei der Spring School, Tim Milz.

Adam Smith:
23:07-23:23
Yeah well tim introduced us. He’s a foosball player and a beer drinker.

Adam Syncro (Ion Ewerrien):
23:43-23:50
Tim ist ein Fußballspieler und ein Bierdrinker. Aber ich bin Adam Smith, ich bin ein Ökologe und arbeite in der Wildlife Conservation mit der Universität in Dublin.

Marco Dinter:
23:51-23:57
Gehen wir vielleicht nochmal einen Schritt zurück zu eurer Arbeit vor der Spring School. Was genau habt ihr damals eigentlich gemacht?

Adam Syncro (Ion Ewerrien):
24:05-24:57
Ich habe an der Universität Freiburg promoviert, in enger Zusammenarbeit mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und mit dem Nationalpark Bayerischer Wald. Nach meiner Promotion habe ich dann einige Jahre für die Zoologische Gesellschaft Frankfurt gearbeitet, als Koordinator für Forschung und Monitoring in Europa. Dabei habe ich mich vor allem mit der Ökologie großer Säugetiere in großflächigen Naturschutzprojekten in Europa beschäftigt. Insbesondere mit den Projekten in der Ukraine, in den Karpaten und in Polesia. Dort habe ich viel am Aufbau von Monitoring-Programmen für große Säugetiere gearbeitet. Seit 2025 arbeite ich als Postdoc an einer Universität hier in Irland. Dort beschäftige ich mich vor allem mit Wildtiermanagement, mit einem deutlichen Naturschutzbezug. Im Moment geht es hauptsächlich um das Monitoring und Management von Hirschen im Zusammenhang mit der Wiederherstellung von Ökosystemen. Naturschutz spielt dabei also eine sehr große Rolle.

Niall Syncro (Tom Pinsker):
25:08-26:19
Mein Weg in den Naturschutz war etwas unkonventionell. Am Anfang wusste ich nicht einmal, dass ich überhaupt im Naturschutz arbeiten wollte. Ursprünglich habe ich Gartenbau studiert. Ab 2011 habe ich dann eine Ausbildung zum Field Guide gemacht, bei einer Einheit für Wildtiermonitoring, die sich stark auf den Schutz von Löwen konzentriert hat. Später wechselte ich zu einem größeren Projekt auf einem 18.000 Hektar großen Jagdgebiet. Und dort bin ich schließlich beim Nashornschutz gelandet. Das hat dann im Grunde die nächsten 12 oder 13 Jahre meines Lebens bestimmt. Und ich bin bis heute in diesem Bereich tätig, inzwischen stärker am Projektmanagement. Ich entwickle Projekte für Schutzgebiete, die Unterstützung beim Schutz ihrer Nashörner benötigen. Und ich bin immer auf der Suche nach neuen Verbindungen. Und hier neben mir sitzt jemand, der wirklich gut im Wildtiermanagement ist. Wir haben also beschlossen, in Südafrika zusammenzuarbeiten und voneinander zu lernen. Ich glaube, genau darum ging es uns. Was kann ich aus dem irischen Kontext lernen? Und wie bekommt Adam einen viel direkteren Einblick in das, was in Afrika passiert? Und wie können wir unsere beiden Arbeitsbereiche miteinander verbinden? Denn eigentlich machen wir genau dasselbe, nur in völlig unterschiedlichen Kontexten.

Marco Dinter:
26:20-26:32
Wie hat sich die Spring School denn auf eure Arbeit ausgewirkt? Adam, bei dir ist die Teilnahme ja schon ein paar Jahre her. Niall Beddy, bei dir war es dieses Jahr. Gibt es da was, was ihr dort gelernt habt und was ihr heute in eurer täglichen Arbeit anwendet?

Adam Smith:
26:34-26:35
Ja, ich glaube so.

Adam Syncro (Ion Ewerrien):
26:36-27:42
Ja, auf jeden Fall. Meine tägliche Arbeit ist eine Mischung aus Forschung und Wissenschaft und eher klassischer Naturschutzarbeit bzw. Wildtiermanagement. Ich habe mit vielen unterschiedlichen Interessengruppen zu tun, muss Projekte planen und diese auch gut vermitteln können. Und ich muss im Blick behalten, was vor Ort passiert, sei es auf der Forschungsseite oder in Naturschutzprojekten. Wenn ich selbst die volle Kontrolle über ein Projekt habe, ist das relativ einfach. Bei großen Naturschutzprojekten ist das aber anders. Da gibt es viele verschiedene Indikatoren und Aktivitäten, die ineinandergreifen müssen. Was mir die Spring School gebracht hat, sind vor allem bestimmte Werkzeuge und Herangehensweisen, mit denen ich solche Dinge in meiner täglichen Arbeit strukturieren kann. Das heißt nicht, dass ich für jedes einzelne Projekt ein großes, kompliziertes Framework brauche. Es geht vielmehr um eine bestimmte Art zu denken. Damit kann ich immer wieder überprüfen, beobachten und bewerten, was gerade passiert. Erreiche ich tatsächlich eine Wirkung und wenn etwas nicht funktioniert, wie kann ich es verändern, um das Problem zu lösen? Das ist für mich wahrscheinlich das Wichtigste, was ich aus der Spring School mitgenommen habe, eine Art zu denken und zu verstehen, wie Projekte funktionieren.

Niall Syncro (Tom Pinsker):
27:49-29:16
Bei mir ist das ganz ähnlich wie bei Adam. Weil mein Weg in den Naturschutz eher unkonventionell war und sich bei mir lange eigentlich alles um Nashorn-Schutz gedreht hat, war ich ziemlich in meiner eigenen Welt. Für mich hat die Spring School plötzlich den Zugang zu all diesen anderen Menschen im Naturschutz eröffnet. Ich wollte einfach ein Gefühl dafür bekommen, wo ich selbst beruflich eigentlich stehe, nachdem ich so lange und so intensiv mit einem Problem wie der Nashornwilderei beschäftigt war. Und dann kommt man zu Spring School und merkt, da draußen gibt es eine ganze Gemeinschaft von Menschen, die aus ähnlichen Bereichen kommen, aus ganz unterschiedlichen Teilen der Welt und die alle auf ihre eigene Art außergewöhnliche Dinge in verschiedenen Bereichen des Naturschutzes machen. Gleichzeitig sitzen wir alle irgendwie im selben Boot, wenn es darum geht, wie wir arbeiten und wie wir Projekte umsetzen. Durch die Spring School konnte ich viel besser einschätzen, wo ich selbst in meiner Laufbahn stehe, nachdem ich so lange auf meiner eigenen kleinen Naturschutzinsel gearbeitet hatte. Und ich habe gemerkt, dass viele der Fähigkeiten, die ich mir über die Jahre einfach durch die praktische Arbeit im Feld angeeignet hatte, durchaus in die richtige Richtung gingen. Dann trifft man dort natürlich auch Leute wie Martin Davis, der das Thema Projektmanagement und die entsprechenden Frameworks sehr gut zusammenführt und dem Ganzen nochmal mehr Leitlinien und Struktur gibt. Für mich war die Spring School deshalb wirklich eine Erfahrung, die mir die Augen geöffnet hat. Gerade nachdem ich beruflich so lange relativ isoliert gearbeitet hatte.

Adam Smith:
29:17-29:25
Yeah, and it’s also nice to have this second link to the spring school, which meant that I could say, oh, did you meet this person?

Adam Syncro (Ion Ewerrien):
29:25-29:37
Und dann hatten wir natürlich noch die Spring School als gemeinsame Verbindung. Wir kannten dieselben Leute, hatten ähnliche Erfahrungen gemacht und dadurch sofort viele Anknüpfungspunkte. Man muss sich dann nicht erst lange herantasten, sondern ist im Gespräch ziemlich schnell auf einer anderen Ebene.

Marco Dinter:
29:38-29:44
Du hast dir dann einfach ein Ticket nach Südafrika gekauft, Adam, und dort habt ihr euch dann zum ersten Mal persönlich getroffen.

Adam Smith:
29:45-29:45
Yes.

Marco Dinter:
29:46-29:52
Und wie war es dann tatsächlich zusammenzuarbeiten? Vielleicht kannst du uns mal mitnehmen zu eurem ersten Tag im Feld.

Adam Syncro (Ion Ewerrien):
29:52-30:33
Ich glaube, Niall Beddy kann es wahrscheinlich ein bisschen besser erklären, wie die Nashörner-Projekte genau aufgebaut waren und abliefen. Aber im Grunde sagt er zu mir, hör zu, da ist noch ein Platz frei, wenn du mitkommen willst. Im Prinzip sollte ich so etwas wie ein fachkundiger Beobachter bei der ganzen Aktion sein. Dabei ging es darum, zwei Nashörner von einem Ort zum anderen zu bringen. Und ich dachte zu mir, also zu so einer Gelegenheit sage ich ganz sicherlich nicht nein. Niall Beddy hat mich dann vom Flughafen abgeholt. Einige der Freiwilligen und Förderer des Projekts saßen mit uns im Auto. Und die wurden keineswegs ignoriert, aber sie waren sofort mittendrin in ziemlich intensiven Gesprächen über Wildtiermanagement und Naturschutz.

Niall Syncro (Tom Pinsker):
30:40-31:12
Wir hatten vorher gar nicht so wahnsinnig viel Kontakt. Wir haben die Geschichte inzwischen wahrscheinlich ein bisschen ausgeschmückt. Eigentlich war es ganz einfach. Wir haben das erste Mal miteinander direkt gesprochen, weil Tim uns zusammengebracht hatte. Das war ein ziemlich langes Gespräch. Dann gab es ein zweites Gespräch und beim dritten hieß es schon: Willst du mit nach Afrika? Für mich geht es im Naturschutz sehr stark darum, Verbindungen herzustellen und unterschiedliche Bereiche zusammenzubringen. Netzwerke aufzubauen und Menschen miteinander zu verbinden, gehört für mich zu den wichtigsten Dingen im Naturschutz.

Adam Syncro (Ion Ewerrien):
31:19-32:25
Ich glaube, ein Teil dessen, was ich einbringen konnte, war die Perspektive aus Europa und vor allem aus Irland. Für die anderen vor Ort war es sehr interessant zu sehen, Moment mal, Naturschutz findet ja nicht nur in Afrika statt. Naturschutz passiert überall auf der Welt. Die Bedingungen sind natürlich unterschiedlich, aber die Art, wie man über viele dieser Herausforderungen nachdenkt, kann erstaunlich ähnlich sein. Vielleicht fahren die Leute dann nach Hause und sehen beim nächsten Naturschutzprojekt in ihrer eigenen Region. Ah, eigentlich ist es gar nicht so anders. Vielleicht sind die Tiere nicht ganz so groß und die Flächen etwas kleiner, aber viele der grundlegenden Prinzipien sind ja dieselben. Aber ja, ich war ungefähr neun Tage dort und nach drei oder vier Tagen hatte ich plötzlich die Hände an einem Nashornhorn. Das Nashorn war zum Glück ziemlich stark sediert, aber ein Nashorn am Horn in eine Metallbox zu führen ist trotzdem keine ganz einfache Angelegenheit. Da sollte man besser hellwach sein. Ich bin also wirklich direkt ins kalte Wasser gesprungen. Alles ging unglaublich schnell. Der Hubschrauber kommt, der Tierarzt betäubt das Nashorn, der Hubschrauber landet und wir fahren dahin, wo das Tier sediert worden ist. Und dann funktioniert man einfach. Und irgendwann wurde mir plötzlich klar, oh mein Gott, ich halte hier gerade ein 2 Tonnen schweres Tier.

Niall Beddy:
32:31-32:34
Yeah well that’s that’s my job that’s my background is to make sure everybody is yes you know like in the moment doing and. ….

Niall Syncro (Tom Pinsker):
32:35-33:27
dass alle voll bei der Sache sind und gleichzeitig darauf zu achten, dass niemand zwischen einem LKW und einem Baum zerquetscht wird. Ich mache diese Art von Arbeit schon sehr lange und habe viele Teams bei Nashorn-Projekten vor Ort geleitet. Man merkt natürlich, dass die Leute in solchen Momenten gerade etwas ziemlich Besonderes erleben. Aber ein Teil meiner Aufgabe ist es eben auch, dafür zu sorgen, dass alle wahrnehmen, was um sie herum passiert. Deshalb erkläre ich meistens währenddessen, was gerade geschieht. Ich weiß noch, wie ich irgendwann zu Adam rübergeschaut habe. Er war völlig konzentriert darauf, dieses Nashorn zu halten. Und im Grunde war das Tier sediert, wie betrunken, aber noch auf den Beinen. Wir mussten es einfach stützen und dafür sorgen, dass es ruhig stehen bleibt. Ich glaube, wir waren zehn Leute, die versucht haben, ein 2000-Kilo-Tier aufrechtzuerhalten. Und dann habe ich Adam angeschaut und hatte kurz diesen Moment.

Marco Dinter:
33:46-33:55
Ihr habt ja jetzt die ganze Zeit über Nashörner gesprochen, aber inzwischen seid ihr beide in Irland. Wie geht es also weiter, jetzt auch Nashörner in Irland?

Niall Beddy:
33:56-34:10
Yeah we’re moving some rhinos down to the southwest we fenced off a whole county we’ve moved out all of the the inhabitants and now it’s it’s going to be a meta population…

Adam Smith:
34:10-34:16
Irish people are obviously famous for their sarcasm….

Adam Syncro (Ion Ewerrien):
34:18-35:10
Ich bin gerade aus Südafrika zurückgekommen und habe dort gesehen, wie das Wildtier Management funktioniert. Für mich war natürlich die Frage, was davon kann ich mit nach Hause nehmen. Und weil Niall Beddy in den letzten Wochen auch hier in Irland war, konnte er direkt bei einigen meiner Projekte mit einsteigen und mich bei meiner Arbeit unterstützen. Das bringt uns natürlich auch auf neue Themen. Und ich kann nicht nur auf seine Erfahrungen draußen im Feld zurückgreifen. Auch im Umgang mit verschiedenen Interessengruppen oder mit Landbesitzern ist Niall Beddy einfach richtig gut. Das liegt ihm. Ich selbst bin da eher der Technik-Nerd, viel zu methodisch. Ich will immer sofort über Wissenschaft reden und viel zu schnell in Details einsteigen. Niall Beddy dagegen begegnet den Leuten direkt auf Augenhöhe und will erstmal wissen, was sie eigentlich denken. Und genau diese Ergänzung habe ich in den letzten Wochen wahrscheinlich gebraucht. Bei mir schwirrten so viele technische Dinge im Kopf herum und gleichzeitig mussten die Projekte ins Laufen kommen. Also ja, Niall Beddy, du warst mir in den letzten Wochen wirklich eine große Sache.

Niall Beddy:
35:10-35:25
Aber es beruht definitiv auf Gegenseitigkeit. Adam macht hier unglaublich spannende und innovative Sachen.

Niall Syncro (Tom Pinsker):
35:26-36:23
Und wir haben schon früh darüber gesprochen, welche Erfahrungen aus dem afrikanischen Kontext sich vielleicht übertragen lassen. Zum Beispiel haben wir darüber gesprochen, dass es jemanden braucht, der eine Brücke schlägt. zwischen Wissenschaft und Forschung, dem Projektmanagement, den Landbesitzern und all den anderen Menschen, die an so einem Projekt beteiligt sind. Und dann ist da noch die ganze Naturschutztechnologie, mit der in anderen Teilen der Welt schon sehr viel gearbeitet wird. Wir haben gemerkt, dass sich Dinge wie Earth Ranger oder verschiedene Kamerafallensysteme auch auf den irischen Kontext übertragen und hier einsetzen lassen. Es gibt also schon einige Überschneidungen und ich glaube, da kommt noch einiges. Gleichzeitig nimmt Adam mich hier in viele Projekte mit. Ohne ihn hätte es wahrscheinlich sehr lange gedauert, bis ich das nötige Vertrauen aufgebaut und den Zugang zu solchen Erfahrungen bekommen hätte. Allein in den letzten Wochen hat das meine eigene Lernkurve enorm beschleunigt. Durch die Zusammenarbeit mit Adam sehe ich inzwischen viel klarer, wo und

Marco Dinter:
36:23-36:34
wie ich mich hier in Irland einbringen kann. Wenn ihr nicht nur auf eure eigene Zusammenarbeit schaut, Was braucht der Naturschutz eigentlich von solchen Netzwerken wie jetzt der Spring School?

Adam Smith:
36:35-36:44
Wenn man sich anschaut, was bei einem Naturschutzprojekt alles zusammenkommen muss,

Adam Syncro (Ion Ewerrien):
36:44-37:21
dann gibt es unglaublich viele kleine Zahnräder, die gleichzeitig ineinander greifen müssen. Man kann zum Beispiel jede Menge Ökologinnen und Ökologen haben, aber wenn niemand dabei ist, der auch Projekte managen kann, der Naturschutz praktisch versteht und vor allem die richtigen Menschen und Interessengruppen miteinander ins Gespräch bringt, dann sammelt man am Ende vielleicht jede Menge Daten, aber man verändert ja nichts. Niall Beddy hiermit einzubinden ist für mich deshalb wie ein passendes Puzzleteil. Er zeigt sehr gut, wie viele unterschiedliche Rollen und unterschiedliche Menschen es braucht, damit wir tatsächlich etwas verändern und unsere Ziele erreichen können. Diese Menschen sind entscheidend dafür, dass am Ende wirklich etwas passiert.

Niall Syncro (Tom Pinsker):
37:29-38:10
Ich glaube, durch unsere internationale Erfahrung haben wir beide gesehen, wie viele unterschiedliche Ebenen da zusammenspielen. Es heißt ja, es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen. Und genauso gibt es auch im Naturschutz unglaublich viele Wege, wie Menschen etwas bewirken können. Und vor allem brauchen wir mehr Menschen aus der der Mitte der Gesellschaft, die sich auf Naturschutz einlassen und sich in Projekte einbringen. Denn die Ökologen und Wildtiermanager werden diese Arbeit immer machen. Aber wenn wir wirklich etwas verändern wollen, müssen viel mehr Menschen mit Naturschutz in Berührung kommen und aktiv daran mitwirken. Nur so können wir die Veränderungen erreichen, die wir hier in Irland brauchen, damit das Land wieder artenreicher und grüner wird.

Marco Dinter:
38:12-38:13
Danke euch beiden.

Niall Beddy:
38:14-38:15
Danke euch, Marco.

Adam Smith:
38:16-38:17
So, pleasure speaking to you.

Marco Dinter:
38:25-38:31
Mein nächster Interviewgast ist mir jetzt aus Österreich zugeschaltet. Und zwar ist das Caroline Reinwald. Hallo Caro.

Caroline Reinwald:
38:32-38:32
Hi.

Marco Dinter:
38:33-38:43
Caro, du hast die Spring School ja ebenfalls besucht und du bist jetzt eine Zookollegin von mir. Du arbeitest nämlich im Tiergarten Schönbrunn in Wien. Wann warst du denn genau bei der Spring School?

Caroline Reinwald:
38:44-39:15
Ich war im Jahr 2023 bei der Spring School und es hat sich irgendwie so entwickelt, dass ich mir dachte, okay, ich habe Zoologie studiert, also ich bin studierte Zoologin und natürlich, damit geht eine Begeisterung für die Tierwelt und für die Natur einher. Aber ich hatte irgendwie das Gefühl, dass da noch etwas fehlt. Wie wird man im Artenschutz tätig? Mir haben da irgendwie die Werkzeuge so ein bisschen gefehlt und genau das, da hat die Spring School irgendwie so eingehakt und da habe ich mir gedacht, Da bewerbe ich mich und hat dann Gott sei Dank eben geklappt.

Marco Dinter:
39:16-39:27
Das hat mich auch damals sehr gefreut, weil wir uns wiedergesehen haben. Wir kennen uns ja schon aus dem Studium. Jetzt habe ich gesagt, du bist eine Zookollegin. Was machst du denn jetzt in Schönbrunn? Also was machst du im Zoo von Wien?

Caroline Reinwald:
39:27-41:20
Genau, also ich bin jetzt seit um die dreieinhalb Jahre im Tiergarten Schönbrunn. Also ich habe eigentlich direkt nach der Spring School angefangen, dann sogar. Und bin dort eben für die Wissenschaftskommunikation zuständig. Und das klingt jetzt vielleicht ein bisschen kompliziert. ist auch eigentlich ein sehr, sehr vielfältiger Job. Also ich bin Teil des Presseteams oder Teil der Kommunikationsabteilung, bin auch die einzige Zoologin in dieser Abteilung und bin eben vor allem für fachliche Fragen zuständig. Sei es jetzt von den Medien, dass eben vom Radio oder vom Fernsehen mal Fragen kommen. Zum Beispiel, wieso schlafen Delfine mit nur einer Hirnhälfte? Da bin ich dann die Person, die das auch beantwortet. Und ich arbeite aber auch sehr, sehr viele zoologische Themen selber auf. Wenn neue Studien rauskommen, dann versuche ich, die leicht verständlich aufzuarbeiten. und das kommunizieren wir dann zum Beispiel über unsere Social-Media-Kanäle. Also sehr, sehr viel von dem, was ich mache in der Wissenschaftskommunikation, stützt sich auch auf Social Media, weil das natürlich eine irrsinnig große Plattform ist, die auch irgendwie immer größer wird, hat man das Gefühl. Aber ich schreibe zum Beispiel auch Presseaussendungen, also Texte, die an verschiedene Medienvertreter ausgeschickt werden, an Zeitungen, Radio, Fernsehen und die übernehmen das dann. Also da mache ich vor allem verschiedene fachliche Themen, Sei es zu einem Projekt zum Schutz von Wechselkröten oder zu einer Schmetterlingskartierung, die wir jetzt vor kurzem im Tiergarten durchgeführt haben. Also da sind auch verschiedenste Themen dabei. Und eben da gebe ich auch sehr, sehr viele Interviews zu diesen Themen. Also es ist sehr, sehr breit gefächert von Interviews geben, Texte schreiben, moderieren auf Social Media ist auch dabei und eben die Inhalte dafür vorbereiten. Und ein bisschen ist jetzt auch so was Grafisches dabei. Ich arbeite dann auch viel mit Canva und bin jetzt so eine kleine mächtige Angriffigerin auch geworden. Und ja, ist eigentlich eine total coole Arbeit. Aber ich versuche einfach, was an Forschung und Wissenschaft auf dem Hintergrund passiert, der Öffentlichkeit zu kommunizieren, kurz gesagt.

Marco Dinter:
41:21-41:49
Dann machen wir gleich mal ein bisschen Schleichwerbung. Man kann euch natürlich auch folgen auf Social Media und das machen hoffentlich alle Hörerinnen und Hörer dann auch nach dieser Folge. Also dem Tiergarten Schönbrunn. Du hast jetzt eben schon ein bisschen erklärt, warum du zur Spring School gegangen bist. Da fehlte irgendwie so ein bisschen was, um dann wirklich im Natur- und Artenschutz anzukommen. Hast du das denn dann bekommen in der Spring School? Also bist du rausgegangen und hast gesagt, jetzt sind deine Erwartungen erfüllt worden?

Caroline Reinwald:
41:49-43:04
Ja, definitiv. Also ich muss auch sagen, die Spring School hat meine Erwartungen weitaus übertroffen. Von dem, was einerseits angeboten wurde an verschiedensten Dingen, Also von HR bis zu finanziellem Management eines Artenschutzprojekts, eben auch bis hin zur PR, also zur Kommunikation nach außen hin. Und was ich so toll fand an der Spring School war, dass das nicht nur Vorträge waren jetzt von Uniprofessoren zum Beispiel, sondern dass man wirklich auch so kleine Tasks hatte, die man machen konnte und dass man das mit Aufgaben wirklich praktisch auch gelernt hat. Und das finde ich eben so toll an der Spring School. Und was natürlich auch damit dann hergegangen ist, war der Austausch mit den Kollegen. Also da hast du ja wirklich Leute aus aller Welt, die schon seit, weiß ich nicht, zehn plus Jahren im Artenschutz im Angewandten arbeiten oder Leute, die eben gerade mit dem Studium fertig sind oder noch im Studium sind von bis und dass man sich da einfach total schön austauschen kann, dass da eine Community entstanden ist. Also das war irgendwie so eine perfekte Paarung zwischen Hands-on-Experience und Connections machen, neue Leute kennenlernen. Also ich habe da definitiv vieles mitgenommen, was ich auch jetzt noch quasi im Job auch verwende. Und da bin ich definitiv, also ich liebe die Spring School, ich bin da voll dahinter, dass das immer weitergeführt wird und auch weiterhin, dass man da eben mit den Kollegen in Kontakt bleibt.

Marco Dinter:
43:05-43:20
Gab es denn was, wo sich vielleicht auch dein Blick auf was verändert hat? Also wo du irgendwie mit jemandem gesprochen hast von den anderen, ich sage mal von den Kommilitoninnen und Kommilitonen in der Spring School oder von den Dozenten, wo du gesagt hast, ach krass, das ist jetzt echt eine neue Erkenntnis, die ich hier mitnehme?

Caroline Reinwald:
43:22-44:17
Ich glaube, was ich schon wusste, aber was ich immer mehr auch dadurch auch gemerkt habe, ist einfach, wie vielfältig auch die Artenschutzarbeit ist und dass natürlich sehr viel davon auch administrative Arbeiten sind, Und dass viele auch einfach viel im Büro sitzen und dann gar nicht so viel dazu kommen, wirklich draußen zu sein, dass das eher eine Ausnahme auch ist. Und ich habe das immer, oder so Leute im angewandten Artenschutz, ich habe die immer so angehimmelt. Und natürlich ist es eine extrem coole Arbeit. Aber dann durch die Springs habe ich gemerkt, hey, das sind auch so Leute wie du und ich, die irgendwo angefangen haben und auch mal vielleicht einen Job hatten. Davor haben sie als, weiß ich nicht, Kellnerin oder Kellner gearbeitet, der jetzt nicht unbedingt mit ihrem jetzigen Fachgebiet zu tun hat. aber dass sie irgendwo angefangen haben und dass sie diese Motivation und diese Begeisterung für die Natur hatten, die sie dann weitergetragen hat zu dem Punkt, an dem sie jetzt sind. Und dass einfach jeder mal wo angefangen hat. Und das war, finde ich, auch eine schöne Erkenntnis.

Marco Dinter:
44:18-44:26
Jetzt hast du schon ein bisschen angedeutet, du hast da viele Menschen kennengelernt. Welche Rolle haben die heute noch für dich? Also bist du da noch in Kontakt?

Caroline Reinwald:
44:28-45:20
Wir haben grundsätzlich noch von unserem Jahrgang eine WhatsApp-Gruppe, in der bin ich nach wie vor drin. Da kriegt man immer wieder so kleine Updates, wer was macht. Eine Kollegin hat auch schon ein paar Tage dann bei mir in Wien gewohnt, als sie eben die Gegend besucht hat. Also man ist mit vielen immer wieder mal noch in Kontakt. Und ich freue mich schon sehr auf die nächsten Treffen, die es vielleicht einmal geben wird. Einfach um zu sehen, hey, wo sind die Leute jetzt? Wie geht es ihnen? Also ich finde, das ist natürlich durch WhatsApp und alles viel leichter, dass man jetzt auch in Kontakt bleibt einfach und sich auch immer wieder dann sieht und sich denkt so, hey, wir kennen uns. Und ja, also es ist jetzt niemand, mit dem ich sage, den sehe ich oder höre ich jeden Tag. Aber man ist trotzdem noch in Kontakt und man weiß voneinander und man weiß so circa, was die anderen so treiben. Und das ist einfach ein irrsinnig schönes Gefühl, auch Teil dieser Community zu sein. Es fühlt sich irgendwie an wie so ein Privileg, dass man all diese Leute kennenlernen durfte.

Marco Dinter:
45:21-45:35
Jetzt soll das Alumni-Programm ja auch noch weiter ausgebaut werden. Darüber habe ich vorhin mit Amy gesprochen. Hast du da auch Aktien drin? Also sagst du hier, ich will irgendwie der Spring School auch treu bleiben, jetzt abseits von einer WhatsApp-Gruppe?

Caroline Reinwald:
45:37-46:10
Ja, voll. Also ich habe mich auch für dieses neue Mentorship-Programm, was die Spring School oder das Alumni-Programm ins Leben gerufen hat, habe ich mich tatsächlich auch angemeldet, weil ich mir denke, auch wenn ich in meinem Job jetzt gesettelt bin und mir die Arbeit Spaß macht, man kann sich immer weiterentwickeln und von den anderen lernen. Oder vielleicht tausche ich mich dann mit jemandem aus, der sagt, hey, aus der Arbeit von dir kann ich etwas mitnehmen. Und umgekehrt, ich finde solche Austausche extrem wertvoll. Und deswegen habe ich mir gedacht, da melde ich mich jetzt an, damit ich vielleicht auch einfach Leute über meine Kohorte hinaus quasi noch kennenlernen, von denen lernen kann.

Marco Dinter:
46:13-46:21
Hat sich dein beruflicher Weg aufgrund der Spring School auch geändert oder war das schon so für dich vorher irgendwie klar, dass du so grob in die Richtung möchtest zumindest?

Caroline Reinwald:
46:22-48:25
Tatsächlich hat sich das für mich so schon ein bisschen davor herauskristallisiert. Also ich wollte ursprünglich in die Forschung gehen und habe dann aber gemerkt, dass oftmals diese Brücke zwischen Forschung und der Öffentlichkeit fehlt, dass enorm viele coole Erkenntnisse geschlossen werden, aber dass die Kommunikation nach außen hin ein bisschen fehlt. Und dass ich auch im Studium extrem viel Wissen mir angeeignet habe, was man irgendwie schwer nachschauen kann und was jemand, der nicht Biologie studiert hat, vielleicht an dieses Wissen nicht so leicht herankommt auch einfach. Und da habe ich einfach für mich entschieden, irgendwie fände ich es auch cool, diese Lücke zu füllen. Aber tatsächlich war es dann auch in der Spring School so, dass ich bei der einen Session eben über Pressearbeit, da war eine Geschichte, dass dann ein Bericht über das Schicksal einer Elefantenherde dazu beigetragen hat, dass dann enorm viel Geld für den Schutz dieser Tiere reingeflossen ist, also dass das dazu beigetragen hat. Und das fand ich einfach total interessant, dass so quasi diese Pressearbeit, mit der ich zuvor wenig zu tun hatte, auch da stark mit einfließen kann und eben auch hilft, Geld für Artenschutzprojekte bereitzustellen. Und oftmals mangelt es ja leider bei solchen Projekten einfach an Geld. Und deswegen fand ich das so interessant irgendwie und das hat dann auch genauso in diese Kerbe geschlagen, wo ich gesagt habe, hey, vielleicht will ich in diese Richtung auch weitermachen. Und dann habe ich tatsächlich auch, also ich habe lustigerweise die Zusage zu meinem Job bekommen am ersten Tag von der Spring School. Und habe dann Ehrfall und dann bin ich eben nach der Spring School nach Wien zurückgekommen. Und ich glaube, eine Woche später habe ich meinen Job angefangen. Aber ich habe tatsächlich sehr, sehr viel aus der Spring School mitgenommen. Vor allem auch das viel Wissen, das ich zum Beispiel selber habe und voraussetze, dass das andere auch haben, dass das gar nicht so ist. dass andere wieder andere Expertisen haben und dass man trotzdem irgendwie das leicht auch weitervermitteln kann und sollte, weil wir einfach alle unheimlich viel voneinander lernen können.

Marco Dinter:
48:26-48:50
Dafür ist ja dann das Alumni-Programm auch zukünftig dann noch da, um es quasi noch mehr zu vernetzen. Das Alumni-Programm steht natürlich hauptsächlich denen offen, die schon bei der Spring School waren. Was würdest du denn jetzt jemandem sagen, der gerade überlegt, sich für die Spring School zu bewerben? Kannst du da noch was mitgeben, wo du sagst, hier, vielleicht sagst du ja auch, nee, auf keinen Fall, aber um ehrlich zu sein, habe ich zwischen den Zeilen schon gehört, dass das vielleicht nicht die Aussage wäre.

Caroline Reinwald:
48:51-49:51
Ja, nein, also ich würde jedem empfehlen, sich für die Spring School anzumelden, der wirklich eine Leidenschaft für die Natur und für den Artenschutz hat. Einerseits lernt man natürlich extrem viel und andererseits finde ich, es ist ein unheimlich schönes Gefühl, das vermittelt zu bekommen, dass man nicht alleine ist. Weil ich finde, das ist oftmals so, vor allem in Zeiten mit diesen, dass man sehr viele Negativ-Schlagzeilen hört und dadurch ein bisschen entmutigt wird. Und in der Spring School merkst du, hey, da sind wirklich viele Leute, die mit mir gemeinsam an einem Strang ziehen möchten. Und ich finde, das ist auch so, es zeigt doch, dass die Leute aus den verschiedensten Bereichen eben an einem Strang ziehen. Sei es eben Leute, die in einem zoologischen Garten arbeiten, sei es Leute, die draußen im Feld eben in situ Artenschutz arbeiten, Seien es Leute, die den meisten Tag in einem Büro sitzen und administrative Arbeiten machen. Also viele Project Manager haben ja einfach sehr, sehr viele organisatorische Aufgaben auch. Aber wir alle ziehen an einem Strang. Und ich finde, das vermittelt die Spring School auch so schön.

Marco Dinter:
49:53-49:59
Das könnte ich jetzt nicht schöner sagen. Von daher belassen wir es vielleicht genau dabei. Vielen, vielen Dank für das Interview, Caro.

Caroline Reinwald:
50:00-50:01
Gerne, gerne.

Marco Dinter:
50:08-51:46
Vielleicht ist das die eigentliche Stärke der Frankfurt Spring School. Man lernt dort nicht nur, wie Naturschutzprojekte funktionieren, man lernt Menschen kennen. Menschen, die an anderen Orten der Welt vor ganz anderen Herausforderungen stehen und manchmal vor den gleichen. Menschen mit anderen Erfahrungen, anderen Perspektiven und anderen Fähigkeiten. Und irgendwann merkt man vielleicht, genau diese Menschen braucht man. Für ein gemeinsames Projekt, für eine neue Idee, für einen beruflichen Schritt. Oder einfach, weil man jemanden kennt, den man anrufen kann, wenn man vor einem Problem steht. Seit 2017 sind über 200 Menschen durch die Frankfurt Spring School gegangen. Mit dem neuen Alumni-Programm soll es aus diesen einzelnen Jahrgängen jetzt eine globale Gemeinschaft werden. Eine Gemeinschaft, die weiterlernt, sich austauscht und gemeinsam Naturschutz macht. Denn vier Wochen können schnell vorbei sein, aber ein gutes Netzwerk, das kann ein ganzes Berufsleben halten. Mein Name ist Marco Dinter und ich bin gespannt, welche weiteren Projekte und Ideen noch aus der Frankfurt Spring School hervorgehen können. Für heute sind wir aber erstmal am Ende unserer Podcast-Folge von Hinter dem Zoo geht’s weiter. Tschüss! Musik

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