Der Kulan (Equus hemionus kulan) ist die turkmenische Unterart des asiatischen Wildesels. In der Vergangenheit durchstreiften Kulane weite Teile der eurasischen Steppe und waren ein fester Bestandteil der lokalen Folklore und Kulturgeschichte. Tragischerweise wurde dieses elegante Säugetier durch den Druck des Menschen im Jahr 1930 in der kasachischen Steppe ausgerottet. Dabei sind die Wildesel eine Schlüsselart, die das Ökosystem der Steppe stabilisieren.

Kulane spielen eine wichtige Rolle für das Gleichgewicht des empfindlichen Netzwerks der Steppenbiodiversität. Als einheimische große Pflanzenfresser lockern sie den Boden auf, legen verborgene Wasser- und Futterressourcen frei und schaffen Mikrohabitate für kleinere Arten, wie zum Beispiel endemische bodenbrütende Vögel. Das charakteristische Weidemuster der Kulane sorgt für eine deutliche Reduzierung der trockenen Biomasse an der Erdoberfläche, was die wirksamste Vorbeugung gegen Waldbrände ist. In ihrem großen Verbreitungsgebiet verbessert der Dung der Kulane die Bodenfruchtbarkeit, fördert die Insektenpopulation und verbreitet die Samen verschiedener Pflanzenarten. Dies erhöht die Vegetationsvielfalt und trägt zur Verhinderung der Desertifikation bei. Letztlich sind Kulane auch Teil des Nahrungsnetzes, nämlich als Beute für große Raubtiere wie Wölfe. Ihre Kadaver dienen Aasfressern als Nahrungsquelle.
Als Grundlage dafür wollen wir mindestens 100 Tiere umsiedeln, die die Population begründen sollen. Bislang haben wir vier Transporte von Kulanen zu unserem Wiederansiedlungszentrum „Alibi“ organisiert und die ersten Tiere in die Wildnis entlassen. Seit 2024 wurden drei Geburten in freier Wildbahn dokumentiert, was beweist, dass sich die Tiere gut anpassen. Für 2025 sind weitere Freilassungen und Transporte geplant.




























