Kulane kehren nach Zentralkasachstan zurück

Der Kulan (Equus hemionus kulan) ist die turkmenische Unterart des asiatischen Wildesels. In der Vergangenheit durchstreiften Kulane weite Teile der eurasischen Steppe und waren ein fester Bestandteil der lokalen Folklore und Kulturgeschichte. Tragischerweise wurde dieses elegante Säugetier durch den Druck des Menschen im Jahr 1930 in der kasachischen Steppe ausgerottet. Dabei sind die Wildesel eine Schlüsselart, die das Ökosystem der Steppe stabilisieren.

Seit 2017 unterstützen wir deshalb die Rückkehr der Kulane in die „Goldene Steppe“, die Landschaft ihrer Vorfahren.

Kulane spielen eine wichtige Rolle für das Gleichgewicht des empfindlichen Netzwerks der Steppenbiodiversität. Als einheimische große Pflanzenfresser lockern sie den Boden auf, legen verborgene Wasser- und Futterressourcen frei und schaffen Mikrohabitate für kleinere Arten, wie zum Beispiel endemische bodenbrütende Vögel. Das charakteristische Weidemuster der Kulane sorgt für eine deutliche Reduzierung der trockenen Biomasse an der Erdoberfläche, was die wirksamste Vorbeugung gegen Waldbrände ist. In ihrem großen Verbreitungsgebiet verbessert der Dung der Kulane die Bodenfruchtbarkeit, fördert die Insektenpopulation und verbreitet die Samen verschiedener Pflanzenarten. Dies erhöht die Vegetationsvielfalt und trägt zur Verhinderung der Desertifikation bei. Letztlich sind Kulane auch Teil des Nahrungsnetzes, nämlich als Beute für große Raubtiere wie Wölfe. Ihre Kadaver dienen Aasfressern als Nahrungsquelle.  

Kulane sind die turkmenische Unterart des Asiatischen WIldesels: Equus hemionus kulan ist der wissenschaftliche Name der Art. Mit etwa 5.000 verbleibenden Tieren in freier Wildbahn gilt die Art als “stark gefährdet”.
Der Altyn Emel Nationalpark im Südwesten Kasachstan beherbergt die weltweit größte Anzahl von Kulanen. Aufgrund geographischer Hindernisse können die Tiere sich nicht zwischen dem Park und der Zentralsteppe bewegen. Eine genetische Untersuchung hat bestätigt, dass die Tiere aus dem Nationalpark für die Wiederansiedlung in der Torgai-Steppe geeignet sind.
The kulan mare, her yearling from 2021 and her foal from 2022 running together in the acclimatization enclosure in Alibi.
Im Gegensatz zu Pferden haben Kulane recht dynamische soziale Strukturen. Meist bilden einige wenige Stuten und ihr Nachwuchs kleine Gruppen, denen sich hin und wieder ein alleinstehender Hengst anschließt. Je nach Futterlage schließen sich die Gruppen zusammen und bilden große Herden mit über 100 Tieren.
Asiatische Wildesel sind extrem scheu und schwer zu fangen. Als erfolgreich bewiesen haben sich nächtliche Fangaktionen, da es dann einfacher ist, sich den Tieren zu nähern: Während Autos die Herde vorwärts treiben, werden sie unter Einsatz einer starken Lichtquelle in ein Gehege geführt.
Die Distanz zwischen dem Herkunftsgebiet der Kulane und dem Wiederansiedlungsbiet in der Altyn Dala ist immens. In der Vergangenheit wurden die Tiere mit Helikoptern transportiert. Inzwischen werden sie auf Lastwagen über 2.000 Kilometer über Land transportiert.
Dank eines ausgeklügelten Ladesystems betreten die Kulane die Transportcontainer selbstständig. Tierärzte können dann über eine Luke im Dach des Containers Beruhigungsmittel und Nahrung sowie Wasser verabreichen.
Our team combines the skills of several different Kazakh and international organizations and experts. Together, we create a synergy of technical capacities for the return of kulans to Altyn Dala. Unser Team vereint die Kenntnisse verschiedener kasachischer und internationaler Organisationen und Experten. So schaffen wir größtmögliche Synergien und Fachkenntnis für die Rückkehr der Kulane in die Altyn Dala.
Unser Ziel ist das Wiederansiedlungszentrum für wilde Huftiere “Alibi”, das sich inmitten eines riesigen Netzwerks von Wildnisgebieten mit erhöhtem Schutzstatus in Zentralkasachstan befindet. Tierpfleger monitoren und kümmern sich dort rund um die Uhr um die Tiere.
Die Kulane verbringen den ersten Winter in einem Eingewöhnungsgehege mit einer Größe von 50 Hektar. Die Tierpfleger stellen den Tieren Wasser und zusätzliches Futter zur Verfügung, um die Anpassung an die neue Umgebung zu begünstigen.
Ein intensiver Monitoringplan stellt sicher, dass die Eingewöhnung und der Zustand der Tiere lückenlos dokumentiert werden. “Alibi” ist durchgängig mit mindestens zwei kasachischen Rangern besetzt.
Ihr dickes Winterfell und ihre robuste Art ermöglichen es den Kulanen, die kalten Winter Zentralkasachstan zu überstehen, auch wenn die Temperaturen auf bis zu –40 Grad Celsius sinken.
Bis zum Sommer 2025 haben wir in der Altyn Dala drei Geburten in freier Wildbahn dokumentiert. Nachdem Kulane über ein Jahrhundert lokal ausgestorben waren, ist jedes neues Fohlen ein Beleg für die Stärke und Resilienz der Tiere und zeigt, dass sich unsere Bemühungen für ihren Schutz auszahlen.

Unser Ziel ist eine sich selbst erhaltende Kulan-Population in der Torgai-Steppe.

Als Grundlage dafür wollen wir mindestens 100 Tiere umsiedeln, die die Population begründen sollen. Bislang haben wir vier Transporte von Kulanen zu unserem Wiederansiedlungszentrum „Alibi“ organisiert und die ersten Tiere in die Wildnis entlassen. Seit 2024 wurden drei Geburten in freier Wildbahn dokumentiert, was beweist, dass sich die Tiere gut anpassen. Für 2025 sind weitere Freilassungen und Transporte geplant.

Comics wie dieser, allerdings in kasachischer oder russischer Sprache, sind Teil der Umweltbildungsprogramme, die begleitend zur Kulanwiederansiedlung durchgeführt werden.

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