„Kertagy“ – der kasachische Name für das charismatische Wildpferd (Equus ferus przewalskii) war fast in Vergessenheit geraten. Bereits vor 200 Jahren wurde das altertümliche Säugetier durch den Druck des Menschen in der kasachischen Steppe ausgerottet. Jetzt bringen wir die Kertagys zurück: Eine prähistorische Spezies kehrt damit zurück in ihre angestammte Heimat. Der Juni 2025 markierte dabei einen wichtigen Meilenstein: Wir haben die ersten sechs Kertagys in die Wildnis der Altyn Dala entlassen.

Als einheimische Megafauna der Steppe tragen Wildpferde dazu bei, die Funktionsfähigkeit des Grasland-Ökosystems aufrechtzuerhalten. Durch ihre Beweidung helfen sie, die Nährstoffe der Pflanzen zurück in den Boden zu bringen und Waldbrände zu verhindern; durch die Auswirkungen ihrer Bewegungsmuster schaffen sie Mikrohabitate für Insekten.
Das Przewalski-Pferd ist das letzte genetisch wilde Pferd auf der Erde. Obwohl die Art in den 1960er Jahren vollständig aus der Wildnis verschwunden war, überlebten einige wenige Exemplare in europäischen Zoos. Durch ein Zuchtprogramm konnte eine Population in Gefangenschaft wieder aufgebaut werden. In den 1990er Jahren begann die erste Wiederansiedlung in der Wildnis, zunächst in China und anschließend in der Mongolei. Im Jahr 2023 initiierte die kasachische Regierung die Rückkehr des Przewalski-Pferdes aus Europa nach Kasachstan.
Der Prager Zoo koordiniert das Zuchtbuch der Art, wählt geeignete Pferde aus und leitet den internationalen Transport von europäischen Zoos nach Kasachstan. Sobald die Pferde in Kasachstan angekommen sind, übernehmen ZGF und ACBK im Rahmen der Altyn Dala Conservation Initiative und sorgen für eine sichere Eingewöhnungsphase der Pferde im „Alibi”-Wiederansiedlungszentrum und in der Wildnis.

































