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Schutz des Bale Mountains Nationalpark in Äthiopien

Wir verbessern den Schutz des Bale Mountains Nationalpark in Äthiopien und erhalten damit eines der artenreichsten Gebiete in Afrika. Zudem soll langfristig die Existenzgrundlage der ressourcenabhängigen Gemeinden vor Ort gesichert sowie ihre Armut bekämpft werden.

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Der Äthiopische Wolf ist der seltenste Vertreter der Familie der Hundeartigen in Afrika. (Foto: Daniel Rosengren/FZS)
Der Bale-Mountains-Nationalpark, ein Schutzgebiet von ungefähr 2200 Quadratkilometern im Äthiopischen Hochland, ist ein außerordentlich artenreicher und vielfältiger Lebensraum. Das Hochplateau liegt ungefähr 4000 Meter über dem Meeresspiegel und ist der größte verbliebene alpine Lebensraum auf dem afrikanischen Kontinent. Die Graslandschaft im Norden des Parks und die größten äthiopischen Nebelwälder im Süden sind zwei weitere Vegetationszonen mit eigner Flora und Fauna.

Viele der hier vorkommenden Pflanzen- und Tierarten gibt es nur in Äthiopien oder sogar nur im Bale-Ökosystem. Dazu gehören die Lobelien auf dem Plateau, der stark gefährdete Äthiopische Wolf, die Bergnyala und die Bale-Affen. In nur wenigen weiteren Landlebensräumen weltweit gibt es so viele endemische Arten.

Der Park ist auch für die Menschen wichtig: Als Wassereinzugsgebiet versorgen die Bale-Berge ungefähr 12 Millionen Menschen im südlichen äthiopischen Tiefland, Somalia und Kenia ganzjährig mit Wasser.

Doch der Druck, den die menschliche Bevölkerung in den umliegenden Gebieten und ihre Haustiere auf das Ökosystem ausüben, wächst. Besiedlung und Beweidung in Teilen des Nationalparks zerstören den empfindlichen Lebensraum und die Menschen übernutzen seine Ressourcen, z. B. Bau- und Brennholz und Kaffee.

Im „Bale Mountains Conservation Project” arbeitet die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) im Park und seinen umliegenden Gebieten für die Erhaltung des intakten Ökosystems.

Was wir tun

Die Herausforderungen für den Naturschutz im Ökosystem der Bale-Berge sind komplex. Wir verfolgen einen koordinierten, langfrisitigen und vielschichtigen Ansatz und beziehen die lokale Bevölkerung ein, damit die Menschen Partner im Management der natürlichen Ressourcen werden können:

  • Parkmanagement: Wir unterstützen den Bale-Mountains-Nationalpark direkt mit Feld- und Büroausrüstung, Versorgung der Ranger-Patrouillen, Treibstoff und Wartung für die Parkfahrzeuge, Aufbau der berittener Ranger-Einheiten und eines Ranger-basierten Überwachungssystems.
  • Unterstützung der Dorfgemeinden: Wir entwickeln neue Strategien, wie die Gemeinden natürliche Ressourcen intelligent nutzen, ihre Energieversorgung nachhaltig gestalten und Landnutzung planen können. Diese Initiativen werden mit Naturschutzabkommen untermauert, in denen festgelegt wird, wozu sich die Gemeinden im Gegenzug zu unseren Leistungen verpflichten. Die ZGF hat diese Abkommen für das Gebiet neu entwickelt.
  • Kapazitätsaufbau: Wir unterstützen gemeindebasierte Organisationen bei der partizpatorischen Waldwirtschaft im Gebiet um den Park durch Management-Weiterbildungen.
  • Kommunale Entwicklung: Training und Unterstützung von Start-ups aus den Bereichen Kunsthandwerk, Bienenzucht, Anbau von Obst und Futtermitteln für nachhaltige Einkommensgrundlagen sowie Bereitstellung energieeffizienter Öfen und Briketts als Alternative zu Brennholz.
  • Bildung: Wir arbeiten mit den Menschen der umliegenden Gemeinden, um sie über die natürlichen und kulturellen Besonderheiten der Bale-Berge zu informieren und den Naturschutz zu fördern.
  • Ökotourismus: Wir fördern sanften, nachhaltigen Tourismus für die lokale Wirtschaft, tragen zur Entwicklung von Tourismus-Richtlinien für den Park bei und fördern zudem Verdienstmöglichkeiten für die Gemeinden.
  • Schutz des Lebensraums: Wir haben zum langwierigen juristischen Prozess der offiziellen Ausweisung des Parks beigetragen. Der Park hat durch die Entscheidung des Äthiopischen Ministerialrats nun eine solide rechtliche Grundlage.