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Das Bukit Tigapuluh Landschaftsschutzprogramm

Ein Programm zur Erhaltung des Regenwaldes und seiner einzigartigen Tierwelt in Zentralsumatra

Sumatran tiger
Weniger als 400 Sumatratiger leben noch in Freiheit

Bukit Tigapuluh ist der einzige Nationalpark, der allen Vertretern der Großsäuger Sumatras eine Heimat bietet: Sumatra-Elefanten, Sumatra-Tiger, malaysische Tapire, und auch Sumatra-Orang-Utans leben wieder hier. Die indonesischen Regenwälder gehören zu den globalen Zentren der biologischen Vielfalt. Doch die Vernichtung der Wälder auf Indonesiens Inseln ist katastrophal und geht rasend schnell.

 

Das Bukit Tigapuluh Ökosystem in Zentralsumatra stellt den größten zusammenhängenden Tieflandregenwald auf Sumatra dar und bietet charismatischen Säugetieren wie Sumatra-Elefanten, Sumatra-Tigern, Tapiren und seit einigen Jahren auch wieder Sumatra-Orang-Utans eine Heimat. Etwa die Hälfte der 3000 Quadratkilometer großen Fläche ist durch den Bukit Tigapuluh Nationalpark geschützt, der 1995 ausgewiesen wurde. In buchstäblich letzter Minute wurde das Gebiet damals vor Kettensägen und Bulldozern bewahrt. Wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen liegt jedoch auch in wertvollen Naturwäldern außerhalb des Parks. Gerade dort führt jedoch illegale und legale Abholzung zu immer mehr Konflikten zwischen Menschen und Wildtieren, da sie um den gleichen Lebensraum konkurrieren. Elefanten beispielsweise, die eigentlich in den schwindenden Wäldern leben, zerstören auf der Suche nach Futter die Felder der Bauern.

 

Ausgehend von einem Projekt zur Wiederansiedlung konfiszierter Orang-Utans Ende der 1990er Jahre hat sich das Engagement der ZGF vor Ort inzwischen zu einem umfassenden Landschaftsschutzprogramm mit vielen Komponenten entwickelt. Im Mittelpunkt unseres Bukit Tigapuluh Programms steht der Schutz des Lebensraums für Wildtiere in und außerhalb des Parks. Neben einem eigenen Rangerteam für Monitoring und Kontrolle unterstützt die ZGF die Naturschutzbehörde der Provinz bei ihren Aufgaben. Gemeinsam mit lokalen Gemeinden sowie Verwaltungs- und Planungsstellen versuchen wir außerdem die Nutzung der südlichen Grenzgebiete des Parks ökologisch verträglich zu lenken. Damit wird auch der Druck auf den Park selbst vermindert. Zur langfristigen Sicherung dieser wichtigen Pufferzone konnte 2015  eine Fläche von fast 40.000 Hektar als "Ecosystem Restoration Concession" ausgewiesen werden, deren Management die ZGF unterstützt.

 

Das Projekt zur Wiederansiedlung von Orang-Utans war der Ausgangspunkt des Programms und wird weiterhin durchgeführt. Tiere, die illegal gehalten und dann konfisziert wurden oder anderweitig in menschliche Obhut gerieten, werden auf ihr selbständiges Überleben im Wald vorbereitet. An unseren beiden Feldstationen werden die Tiere in der "Dschungelschule" trainiert, tiermedizinisch betreut und auf ihre Auswilderung vorbereitet. Auf diese Weise wurden während der letzten 10 Jahre mehr als 160 Sumatra-Orang-Utans in die Freiheit entlassen. Ziel ist der Aufbau einer Orang-Utan Population, die langfristig überlebensfähig ist. Erste Freilandgeburten lassen auf ein natürliches Wachstum hoffen. 

 

Wie unterstützen wir Bukit Tigapuluh konkret?

  • Schutz der Wildtiere und ihres Lebensraums: Besonders geschulte Rangereinheiten der Wildlife Protection Unit kontrollieren die Wälder südlich des Nationalparks
  • Wildtiermonitoring: Bestandserhebungen z.B. von Elefanten und Tigern (auch mit Kamerafallen)
  • Orang-Utan Wiederansiedlung: Training von Orang-Utans und ihre endgültige Entlassung in die Wälder von Bukit Tigapuluh; umfassende medizinische und wissenschaftliche Betreuung sowie post-release Monitoring
  • Mensch-Elefanten-Konfliktvermeidung: Beratung und Schulung der Gemeinden im Umgang mit wilden Elefanten (z.B. Schutz der Anpflanzungen), um Fraßschäden und Zerstörung der Felder durch Elefanten zu vermeiden bzw. zu verringern. Darüber hinaus werden die Bestände der Elefanten überwacht.
  • Gemeinde-Entwicklung: In verschiedenen Initiativen versuchen wir, eine umweltverträgliche wirtschaftliche Entwicklung zu fördern, die es den Volksgruppen um den Nationalpark herum ermöglicht, ihrer traditionellen Lebensweise treu zu bleiben.
  • Umweltbildung: Das mobile Bildungsteam besucht die Schulen in den umgebenden Gemeinden und informiert spielerisch über Wildtiere und deren Anforderungen, die Bedeutung des Regenwaldes und mögliche Konflikte. Wir wollen die nächste Generation (und indirekt ihre Eltern) für den Schutz der natürlichen Ressourcen des Landes sensibilisieren und gewinnen.