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Sicherung der letzten wilden Flecken Deutschlands

Wo Natur noch Natur sein kann

Wild cat in Hunsrück
Der Wildkatze "schmecken" ungestörte Laub- und Mischwälder (Foto: Hans-Martin Braun)

Man kennt sie kaum, aber auch in Deutschland gibt es noch letzte Reste von Wildnis, auf denen Natur Natur sein darf und natürliche Prozesse ohne direkten Einfluss des Menschen ablaufen können. In diesen Wildnisgebieten, die hauptsächlich in Nationalparken und auf Flächen des „Nationalen Naturerbes“ zu finden sind, werden natürliche Entwicklungen wie Windwurf, Feuer und Kalamitäten durch Insekten zugelassen, Jagd und Waldmanagement sind dort nicht vorgesehen. Es stellt sich eine natürliche Vegetation und Fauna ein.

 

Flächen mit natürlichen Entwicklungen, die die mitteleuropäische Landschaft seit hunderttausenden von Jahren gestaltet haben, gibt es im dichtbesiedelten Deutschland auf weniger als ein Prozent der Landesfläche. Damit bildet Deutschland das Schlusslicht im europäischen Vergleich. Wildnis ist wichtig als Referenzfläche, als Rückzugsgebiet für bedrohte Arten, als Kohlenstoffspeicher und als Erholungsraum. Daher hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, dass sich die Natur auf mindestens zwei Prozent der Landfläche Deutschlands nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten entwickeln soll. Außerdem soll bis 2020 auf fünf Prozent der Waldfläche auf forstwirtschaftliche Nutzung verzichtet werden.

 

Diese Ziele können wir erreichen, indem neue Nationalparke entstehen oder ehemalige Truppenübungsplätze in Wildnisgebiete überführt werden, so wie dies bereits auf den Flächen der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg erfolgreich geschieht. Im Buchenwald-Schutzprojekt „Hohe Schrecke“ sichern wir zusammen mit Projektpartnern ein großes, unzerschnittenes Waldgebiet in Nordthüringen. 

Gleichzeitig haben wir uns maßgeblich an der Entstehung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald beteiligt, und auch die Planungen zum Nationalpark Schwarzwald wurden gemeinsam mit EUROPARC Deutschland durch gezielte Beratung unterstützt. Neben diesen „jungen“ Nationalparks gibt es noch Potenzial für weitere Parks, das es gezielt zu entwickeln gilt. Dazu übernehmen wir eine koordinierende Rolle, um verschiedene „Wildnisakteure“ zusammenzubringen und die Diskussion zum Thema Wildnis zu verstärken und positiv zu beeinflussen. Nur mit Akzeptanz vor Ort und dem Willen der Entscheidungsträger wird es mehr Wildnis in Deutschland geben. Sind Schutzgebiete einmal eingerichtet, werden die Kosten in der Regel vom Staat übernommen und das deutsche Rechtssystem gewährleistet einen hohen Bestandsschutz. In einigen Jahren wollen wir uns dann messen lassen: Es müssen durch unser Engagement in Deutschland mehrere tausend Hektar an Wildnis dazu gekommen sein.

 

Nur wenn wir in Deutschland eine Vorbildfunktion einnehmen und alte, seltene Waldlebensräume vor der Zerstörung bewahren, können wir diesen Schutzgedanken auch von wirtschaftlich deutlich schwächeren Ländern in Afrika, Asien und Südamerika erwarten.

WAS PASSIERT VOR ORT?

  • Unterstützung von Nationalparkinitiativen
  • Aufbau eines Spendenfonds, um den Kauf von Wildnisgebieten zu ermöglichen
  • Sicherung von Flächen für Wildnisgebiete
  • Förderung der Wildnisdiskussion durch Fachveranstaltungen und Publikationen
  • Koordinierung der Aktivitäten von anderen Wildnisakteuren (Verbände, Stiftungen etc.)
  • Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Wildnis Teilprojekt "Wildniskommunikation"
  • Unterstützung von Monitoring und Forschung zum Thema Wildnis Teilprojekt "Netzwerk Wildnisforschung"

Mehr über unsere Projekte in Deutschland: