Von den Anden bis zum Amazonas

Das Regenwaldschutzprogramm in Peru umfasst einzigartige und megadiverse Gebiete - vom Ostabhang der Anden bis ins Amazonastiefland

Monitoring in Peru
Riesenotter Monitoring im Manu Nationalpark

Im Südosten Perus, wo die Anden mit dem Amazonasbecken zusammentreffen, liegt eine der artenreichsten Regionen unserer Erde. Die ursprünglichen Wälder liefern Weltrekorde für die Vielfalt an Vögeln, Reptilien und Amphibien genauso wie für Bäume oder Schmetterlinge und Libellen. Gleichzeitig umfasst diese Region noch einmalige Wildnisgebiete, die auch indigenen Völkern eine Heimat geben, die in freiwilliger Isolation und ohne Kontakt zu unserer Zivilisation leben - einer der letzten Orte der Welt, wo dies noch möglich ist. 

 

Die peruanische Regierung hat hier in den letzten Jahrzehnten mehrere, zum Teil sehr große Schutzgebiete eingerichtet, wie z.B. die Nationalparks Manú, Alto Púrus, Bahuaja-Sonene, die Reservate Tambopata und Megantoni sowie indigene Schutzzonen. Anderorts vom Aussterben bedrohte Tierarten wie Riesenotter, Jaguar und Andenbär haben hier Rückzugsräume und große Bestände.

Seit 1969 unterstützt die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) in Peru zahlreiche Projekte zum Schutz bedrohter Arten. 1990 wurde im Manu-Nationalpark eine wissenschaftliche Studie der Riesenotter durchgeführt, die sich zu einem vollwertigen Schutzprogramm für den Park entwickelt hat. 2002 startete das Regenwaldschutzprogramm, das in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen ist. Heute umfasst die Arbeit insgesamt neun Schutzgebiete und eine Fläche von mehr 8 Millionen Hektar.

Das Ziel unseres Programms ist die Bewahrung der artenreichen Ökosysteme von Peru. Dafür konzentrieren wir uns auf die Schutzgebiete und arbeiten eng mit den Parkverwaltungen der zuständigen Behörde SERNANP zusammen. Die ZGF unterstützt SERNANP in vielen Arbeitsfeldern, um das Management der riesigen Gebiete zu verbessern und ihren Schutz langfristig zu sichern.

Seit 2020 konzentriert sich die ZGF in Peru daher auf vier 'Landschaften', die jeweils einen Nationalpark als Kern und Schwerpunkt haben:

  • Putumayo Landschaft mit dem Yaguas Nationalpark, dem geplanten kommunalen Reservat Putumayo und einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Schutzgebieten in Kolumbien
  • Manu Landschaft mit dem Manu Nationalpark, dem angrenzenden Schutzgebiet Megantoni, dem Amarakaeri Kommunalreservat und dem indigenen Reservat Kugapakori Nahua Nanti
  • Purus Landschaft mit dem Alto Purus Nationalpark, dem Purus Kommunalreservat und den indigenen Reservaten Mashco Piro, Murunahua und Madre de Dios
  • Bahuaja-Sonene-Tambopata Landschaft mit dem Bahuaja-Sonene Nationalpark, Tambopata Nationalreservat und eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Madidi Nationalpark in Bolivien

Was machen wir konkret in Peru?

  • Unterstützung bei der Kontrolle und Überwachung der riesigen Schutzgebiete durch zusätzliche Patrouillen, Ausrüstung und Luftbildauswertung
  • Bau und Instandhaltung von Rangerposten
  • Ausbildung von Rangern und Mitarbeitern der Schutzgebiete
  • Umweltbildung für die Gemeinden in und um die Schutzgebiete
  • Biologisches Monitoring in den Schutzgebieten
  • Entwicklung, Planung und Umsetzung eines ökologisch verträglichen Tourismus
  • Förderung einer nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen in den Schutzgebieten