Smoothies aus erntefrischen Zutaten

Im peruanischen Manu-Biosphärenreservat tragen neue starke Allianzen – und seit kurzem auch Säfte und Smoothies – dazu bei, den Schutz des Waldes und gleichzeitig eine wirtschaftliche Entwicklung der lokalen Gemeinden zu gewährleisten.

12.08.2021, Kasia Rabel

„Wir müssen die Welt davon überzeugen, dass der wahre Wert im stehenden Wald liegt. Und wie? Indem wir die Superfrüchte, die es in diesem Wald gibt, in Wert setzen,“ sagt Jorge Lopez-Doriga. Der Mann muss es wissen, denn er ist als Geschäftsführer zuständig für Nachhaltigkeit bei Getränkekonzern AJE. Und die Superfrucht heißt Physalis peruviana, im Deutschen als Andenbeere oder auch Kapstachelbeere bekannt.

„Wir müssen die Welt davon überzeugen, dass der wahre Wert im stehenden Wald liegt. Und wie? Indem wir die Superfrüchte, die es in diesem Wald gibt, in Wert setzen,“ sagt Jorge Lopez-Doriga. Der Mann muss es wissen, denn er ist als Geschäftsführer zuständig für Nachhaltigkeit bei Getränkekonzern AJE. Und die Superfrucht heißt Physalis peruviana, im Deutschen als Andenbeere oder auch Kapstachelbeere bekannt.

Der Manu-Nationalpark, in dem dieses Foto entstand, ist Teil des Biosphärenreservats Manu. In den Pufferzonen des Nationalparks werden Andenbeeren angebaut.© Daniel Rosengren

Mit einer neuen Naturschutz-Vereinbarung soll nun die Vermarktung nachhaltiger Produkte aus dem Biosphärenreservat Manu – zum Beispiel jene peruanischen Physalis-Frucht – besser gelingen. Einige Gemeinden in den höheren Lagen des Manu-Biosphärenreservats bauen die Pflanze bereits seit acht Jahren an und leisten damit einen Beitrag zur Erhaltung des Biosphärenreservats. Denn als zusätzliches Standbein der Bauern trägt die Physalis auch dazu bei, dass das Verhältnis zwischen den Bauern und dem Andenbär, auch Brillenbär genannt, entspannter geworden ist. Denn der Bär plündert zwar mit Vorliebe Maisfelder, hat aber keinen Appetit auf Physalis. Die ZGF unterstützt und ermutigt daher die Gemeinden, zusätzlich zum Mais, der in Peru ein Grundnahrungsmittel ist, auch die ertragreiche Physalis anzubauen. Dank Anbau- und Vermarktungsschulungen die von der Internationalen Klimaschutzinitiative IKI gefördert werden, ist Physalis inzwischen eine profitable Feldfrucht für die Gemeinden in den Anden geworden.

Von links nach rechts: Ritcher Cárdenas, Präsident des Verbandes der Agrarexporteure Ukumari Paucartambo im Manu-Biosphärenreservat, Pedro Gamboa, Leiter der peruanischen Naturschutzbehörde SERNANP und Bernardo Suarez von Amarumayu SAC.© Ingrid Chalán / ZGF Peru

Wirtschaft und Naturschutz im Einklang

Einen nächsten großen Karriereschritt nahm die Andenbeere am 29. April 2021. Im Mapacho-Tal im Distrikt Challabamba wurde mit viel Prominenz ein sogenanntes Conservation Agreement zwischen dem Manu-Nationalpark, dem Saftproduzenten Amarumayu SAC und dem Verband der Agrarexporteure von Ukumari Paucartambo im Biosphärenreservat Manu unterzeichnet. Dafür war eigens der peruanische Präsident Francisco Sagasti ins Manu-Biosphärenreservat gekommen. Auch Umweltminister Gabriel Quijandria, die Ministerin für Außenhandel und Tourismus Claudia Cornejo sowie der deutsche Botschafter in Peru Stefan Herzberg und die britische Botschafterin Kate Harrison nahmen an der Veranstaltung teil. „Diese Vereinbarung zeigt die Entschlossenheit der Regierung, die Wiederbelebung der Wirtschaft nachhaltig und im Einklang mit dem Naturschutz zu gestalten“, sagte Präsident Francisco Sagasti nach der Unterschrift.

Ein Teil der ersten Lieferung Andenbeeren. © Ingrid Chalán / ZGF Peru

Fünf Tonnen Zukunft

51 Familien aus dem Mapacho-Tal haben sich zu einem Verband der Agrarexporteure zusammengeschlossen und werden von dem neuen Conservation Agreement profitieren. Die Firma Amarumayu ist künftig der Hauptabnehmer ihrer Physalis-Ernten und verarbeitet die Früchte weiter zu Säften und Smoothies. Als weiter Teil der Vereinbarung verpflichten sich die Gemeinden, als freiwillige Feuerwehr Brände in einem insgesamt 1.302 Hektar großen Gebiet zu bekämpfen.

Der erste Schritt in der Umsetzung der Vereinbarung ist bereits geschafft: Fünf Tonnen Andenbeeren wurden in die peruanische Hauptstadt Lima transportiert. Ab hier übernimmt Amarumayu und vermarktet die Früchte innerhalb Perus.

Die ZGF-Projekte in Peru

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